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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 13:47

    Mike Doughty: Yes and also yes

    12.07.2012

    Den Überdruss satt haben

    Wenn ein düsterer Verweigerer in einem einzigen Albumtitel gleich zweimal und mit Nachdruck »Yes« sagt, dann sind Antidepressiva im Spiel. Hier sogar als Multitasker. Von JUDITH HERMES

     

    Die Pillen machen den neuen Mike Doughty nicht nur heiterer, sie geben ihm auch Groove. Eine Duloxetine war es, die im Studio in Manhattans Koreatown leise shcka-shcka machte. Erst nur zufällig, als der ehemalige Soul Coughing Frontmann sie aus der Packung nahm. Dann brachten eine Idee und ein hochsensibles Mikro sie auf Augenhöhe mit dem Schlagzeug.

     

    Eine schöne Anekdote. Und bezeichnend für den pragmatischen Umgang Doughtys mit Schwermut und Verzweiflung, der an so vielen Stellen des Albums aufscheint.  Der Künstler klingt lebenstüchtiger denn je, obwohl sich viele seiner Texte noch immer als vertrackte Zickzacklinien der Trostlosigkeit über die Songs legen. 14 and der Zahl sind es. Einige bleiben sorgfältig ausgeführte Skizzen andere finden ohne Umweg den Eingang zum Ohrwurmspeicher.

     

    Allen voran das glöckchenverzierte Holiday, ein Duett mit Rosanna Cash, das perfekt in die Weihnachtszeit passt, aber auch bei Sonnenschein bezaubert – fern von allen Abgründen.  Ganz am anderen Ende der Stimmungs-Skala findet sich das schwebende The Huffer and the Cutter: Liebe zwischen Lösungsmitteln und Rasierklingen, von Anfang an kaputt, Romantik a la Doughty. Ausgesprochen funky schlenkert sich Vegetable an, geht in die Beine und lässt uns allein mit der Frage, warum nicht über genau dieses per se sangbare Wort viel häufiger musiziert wird. Hier klingt es vertraut nach der alten Soul Coughing Spezialität, dem »Deep Slacker Jazz«. Musikalische Kontinuität wird groß geschrieben. Doughtys klar konturierte Rhythmusgitarre spielt die Hauptrolle, daneben bleibt Platz für treue Weggefährten:  Andrew »Scrap« Livingson am Bass und Thomas Bartlett, der auch für David Byrne, Yoko Ono oder Antony and the Johnsons in die Tasten haut und hier kräftig zirpt und fiept.

     

    Yes and Also Yes ist – so viel ist klar – avantgardistischer Alternative Rock der sehr viel besseren Sorte. Und es ist vermutlich Doughtys bestes Album seit Haughty Melodic.

     



     

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