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    Adele & Glenn: Carrington Street

    28.06.2012

    Indie Pop für Herz und Seele

    Adele & Glenn waren die Rhythmus-Abteilung der zweiten Inkarnation der famosen The Go-Betweens zwischen 2000 und 2006. Nun haben sie sich selbst an ein Album gewagt – Grant Mc Lennan hätte es gefallen, meint TOM ASAM.

     

    Grant Mc Lennan und Robert Forster trafen sich 1976, als sie beide an ihrem Bachelor of Arts an der Universität von Queensland arbeiteten. Grant schloss in Windeseile ab, Robert nie – ihre wegweisende Entscheidung war 1978 die Band The Go Betweens ins Leben zu rufen. Grant war ein absoluter Filmfan, der sich Europa im Geiste näherte, in dem er Film-Noir-Klassiker schaute oder die Nouvelle Vague des französischen Films verinnerlichte. Forster machte ihn im Gegenzug vertraut mit der Frühphase Dylans oder mit Velvet Underground.  

     

    The Go Betweens veröffentlichten bis 1989 sechs wunderbare Studioalben. Der große Durchbruch war ihnen aus heute schwer nachzuvollziehenden Gründen verwehrt geblieben. Als sie sich nach all den Mühen und großartigen Songs in irgendwelchen Pubs von Sydney auftreten sahen, schmissen sie das Handtuch. Grant hätte mit Leichtigkeit eine akademische Laufbahn einschlagen können, doch der (nach Ausführungen seines Freundes Robert) Hipster im wahrsten Sinne, entschied sich dafür »secret holder of wisdom on a barstool throne« zu bleiben. Forster verschlug es der Liebe wegen über Jahre ins deutsche Regensburg, doch das geniale Gespann blieb in Kontakt.

     

    Im Jahr 2000 war es tatsächlich soweit, die Go Betweens waren zurück mit dem Album The friends of Rachel Worth. Mit an Bord waren – wie auch auf den folgenden Werken Bright yellow bright orange und Oceans apart Adele Pickvance am Bass und Glenn Thompson an den Drums! Die Band bekam mehr Aufmerksamkeit und war wohl auf dem Weg dahin, wo sie längst hingehörte, als Grant Mc Lennan am 6. Mai 2006 völlig überraschend im Alter von 48 Jahren an einem Herzinfarkt verstarb.

     

    Dem trauernden Fan blieb nur noch die Aussicht auf weitere tolle Soloalben von Robert Forster. Auf diesen begleiten ihn – auch live – weiterhin Adele und Glenn. Dass sie nun mit einem eigenen Album nach vorne treten, ist einigermaßen überraschend – und willkommen. Denn wie die beiden aus dem Schatten der beiden großen Singer-/Songwriter heraustreten, ist aller Ehren wert. Sie haben alle Songs geschrieben, fast alle Instrumentalparts selbst eingespielt und singen wie selbstverständlich. Ihre Indie-Pop-Hymnen kommen vielleicht etwas leichter und frühlingshafter daher, der Geist der Go Betweens ist aber natürlich stets zu verspüren.

     

    Die Stimmung der upliftenden Leichtigkeit mit subtilem melancholischen Unterton wird perfekt umgesetzt mit der Wärme von Röhrenverstärkern und Vintage Instrumenten. Adele & Glenn transportieren – wie auch The Go Betweens – diese einmalige Sentimentalität des gespürten Widerhalls eines nicht mehr existierenden Europas, wie man es wohl nur vom anderen Ende der Welt aus tun kann. Von der Stimmung her denkt man da auch gerne an die große Phase des neuseeländischen Flying Nun Labels.

     

    In den Straßen von Auckland war es vor langer Zeit, als ich – nach zwei Monaten in den USA – dieses unbeschreibliche Gefühl hatte, etwas Europäisch-Vertrautes in ungekannter Ausprägung und Leichtigkeit zu spüren. Carrington Street bringt mich dort hin zurück, auch wenn sie wohl in Sydney, wo dieses Album aufgenommen wurde, ist – oder doch in Brisbane? Sollte man zu seiner Sommerplatte machen – und als Ausgangspunkt nehmen, um The Go Betweens (wieder-)zu entdecken bzw. fehlende Platten zu erwerben. »Grant, you are always with us when we play« sind die abschließenden Worte im Booklet dieser CD. Können wir so wiederholen, mit einem »listen« am Ende des Satzes.

     



     

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