Dem trauernden Fan blieb nur noch die Aussicht auf weitere tolle Soloalben von Robert Forster. Auf diesen begleiten ihn – auch live – weiterhin Adele und Glenn. Dass sie nun mit einem eigenen Album nach vorne treten, ist einigermaßen überraschend – und willkommen. Denn wie die beiden aus dem Schatten der beiden großen Singer-/Songwriter heraustreten, ist aller Ehren wert. Sie haben alle Songs geschrieben, fast alle Instrumentalparts selbst eingespielt und singen wie selbstverständlich. Ihre Indie-Pop-Hymnen kommen vielleicht etwas leichter und frühlingshafter daher, der Geist der Go Betweens ist aber natürlich stets zu verspüren.
Die Stimmung der upliftenden Leichtigkeit mit subtilem melancholischen Unterton wird perfekt umgesetzt mit der Wärme von Röhrenverstärkern und Vintage Instrumenten. Adele & Glenn transportieren – wie auch The Go Betweens – diese einmalige Sentimentalität des gespürten Widerhalls eines nicht mehr existierenden Europas, wie man es wohl nur vom anderen Ende der Welt aus tun kann. Von der Stimmung her denkt man da auch gerne an die große Phase des neuseeländischen Flying Nun Labels.
In den Straßen von Auckland war es vor langer Zeit, als ich – nach zwei Monaten in den USA – dieses unbeschreibliche Gefühl hatte, etwas Europäisch-Vertrautes in ungekannter Ausprägung und Leichtigkeit zu spüren. Carrington Street bringt mich dort hin zurück, auch wenn sie wohl in Sydney, wo dieses Album aufgenommen wurde, ist – oder doch in Brisbane? Sollte man zu seiner Sommerplatte machen – und als Ausgangspunkt nehmen, um The Go Betweens (wieder-)zu entdecken bzw. fehlende Platten zu erwerben. »Grant, you are always with us when we play« sind die abschließenden Worte im Booklet dieser CD. Können wir so wiederholen, mit einem »listen« am Ende des Satzes.