Auch Tobi O´Kandi, Sänger von O.Children hat afrikanische Wurzeln, und auch deren Album Apnea ist deutlich geprägt von einem Schicksalsschlag. Nach einem Gig in Manchester hatten die Jungs noch keine Lust Heim zu fahren, sondern gingen noch auf eine ausgiebige Party. Als sie ihre Züge nach London verpassten, hatten sie keine gültigen Tickets für den späteren Zug. Bei der folgenden Kontrolle, fiel Tobi siedend heiß ein: Verdammt, ich hab ja gar keine gültige Aufenthaltsgenehmigung! Das hatte ihn, der mit sechs Jahren nach England kam, scheinbar nie weiter interessiert, doch jetzt steckten die ihn in die Zelle und drohten mit Ausweisung nach Nigeria – wo er keinen Menschen kennt, da seine Familie in den USA wohnt. Die folgenden juristischen Querellen machten dem Sänger so zu schaffen, dass es zu Schlafproblem mit Atemaussetzern kam – daher der Albumtitel Apnea. Musikalisch setzt Tobis Baritonstimme Akzente, die düsteren Post-Punk-Elegien in Erbfolge von Bauhaus oder The Mission wirken ausgereifter als auf dem Debut. Schwelgerische Düsternis, die auch Fans von Nick Cave bis Interpol im Auge behalten sollten. Dass ein »schwarzer« Musiker »schwarze Musik« in diesem Sinne macht, dürfte auch ziemlich selten sein.