Oliver Ackermann würde eher Fremde verscharren, als Gitarren zu begraben. Der Kopf der New Yorker A place to bury strangers ist nicht ganz unschuldig daran, dass dem Erbe von The Jesus and Mary Chain und My bloody Valentine nach wie vor allerorten gehuldigt wird. Denn Ackermann steht nicht nur als Sänger und Gitarist in direkter Linie zu den Genannten, sondern betreibt auch einen Effektgeräte-Handel Namens Death by Audio. Dort kann man kleine Kästchen mit bösen Namen wie Apocalypse oder Fuzz War erstehen und seine Gitarre zu einem gefährlichen Tier machen. Das alleine reicht natürlich nicht, um ein ordentliches Album vorzulegen, wie es A place to bury strangers auch mit ihrem dritten Scheibchen gelungen ist. Ein Händchen für´s Songwriting und gemachte Hausaufgaben in Bereichen wie Wave and Gothik der 80er, Shoegazer und Neo-Psychedelic helfen weiter. Sonic Rock, laut und düster – ordentlich ausgeführt, aber natürlich nicht innovativ. Wer sich hier grundsätzlich angesprochen fühlt, aber keine Ahnung hat, was Jesus. Mary und Co. mit diesen ganzen Urenkeln von The Velvet Underground zu tun haben: Erstmal kaufen: The Jesus and Mary Chain: Psychocandy (1985) und My Bloody Valentine: loveless (1991, aktuell wiederveröffentlicht).