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    Dienstag, 22. August 2017 | 16:59

    Toms Schnellgericht (I)

    07.06.2012

    Pop Stereo

    Frank und Walter, Kerzendiebe und rote Orchester. Alle lieben Pop. Am liebsten bunt und in Stereo. Von TOM ASAM

     

    Fragt man sich, was denn eigentlich zwischen The Smiths und (den deutlich überbewerteten) Oasis im Pop von der Insel geboten war, kommt man schnell auf die Stone Roses, The Happy Mondays oder The Inspiral Carpets. Schon eher unbekannt bis vergessen sind tolle Bands wie La´s, oder The Real People. Zwischen Manchester und Liverpool gab es Anfang der neunziger Jahre so viele neue Talente, dass es eine Truppe wie The Frank and Walters wohl nicht leicht hatte. Sie kommen aus Cork, Irland, und dürften bis heute wohl nur Insidern ein Begriff sein. Ihr gelungenes 92er Debut Rains, Boats an Planes konnte noch für einige Aufmerksamkeit sorgen, dann wurde aus der Truppe ein stiller Dauerbrenner bzw. -glüher. Sechs Jahre nach ihrem letzten Album sind die Iren nun mit Greenwich Meantime zurück und schließen mit gefühlvollen Girl-Meets-Boy-Gitarrenpop-Songs nahtlos an alte Zeiten an. Das Cover und die Songtitel sind ähnlich – sagen wir mal: unauffällig – wie vor zwanzig Jahren (aus This is not a song, John and Sue oder Time wurden Indie Love Song, Berlin oder The Clock), was vielleicht zu ihrem Dasein als graue Pop-Mäuse beiträgt. Doch musikalisch überzeugen sie nach wie vor!

     

    Auf den tollen Namen Johnny Charmer hört der Kopf der kanadischen Band Red Orkestra. Die erinnern sich auch gerne an die Smiths und landen mit Burning little Empires bei einer etwas eigenwilligen aber gelungenen Mischung aus Morrissey und Billy Bragg mit leichtem Country-Einschlag. Ein eklektischer Blick auf das bunte (Pop-)Leben, bei dem auf A Matter of love folgt: The Wedding. Oder auf the End of the world: Oh my beautiful world.

     

    Mittlerweile glaube ich ja, die 80er Jahre haben gar nie aufgehört. Widerstand gegen bzw. wundern über eine Retrowelle, die höher ist als die Wellen an der North-shore von Oahu, sind zwecklos. Zumal, wenn immer wieder mal solche Schätze dabei sind, wie on a bedroom wall von Still Flyin´. Bands wie Scritti Politti und Prefab Sprout wurden (hierzulande) vielleicht nicht gebührend wahrgenommen, ABC, Heaven 17 oder Haircut One Hundred wohl nicht immer richtig verstanden und oftmals in einen Topf geworfen mit billigen, hirnlosen Sprungbrettfahrern. Still Flyin´ haben diese Epoche intensiv aufgesogen und den Hochglanz-Smart-Ass-Pop dieser Tage unbeschadet in die Jetztzeit transportiert. Klingt nicht zuletzt deshalb frisch, da man da auch so was wie einen entfernten Hauch von Vampire Weekend und die Verspieltheit von aktuellen Popacts wie Architecture in Helsinki, deren Haima Marriot produzierte, heraushören kann.

     

    Seit bald zwanzig Jahren sind Francois Cactus und Brezel Göring als Stereo Total am Start und helfen fleißig zu verhindern, dass Berlin zwischen Eckkneipen-Mief und Latte Machiatto-Muttis der Spaß vergeht. Lo-Fi-Gaga-Pop, Plastic Bertrand in Highheels, Punk ohne Rock und Iro, Chanson zwischen Champagner und Berliner Weiße, Disco für die Küche. Klingt immer noch frisch, macht immer noch Laune. War nicht verkehrt, das Album mit allen Ecken und Fehlerchen einfach live einzuspielen. Warum man das in L.A. machen musste, wissen nur Brezel und Francoise selber, bringt halt auch noch ne Prise Glam mit rein. Idealize me – or pixelize me! Wer erkennt, wo sich Künstler Klaus Therkauf bei der Recycling-Gestaltung des Covers bediente, ist Brezel der Woche und darf sich Butter auf selbige schmieren!

     

    Scott McEwan und sein Kumpel, der sich The Glock nennt, sind zusammen The Candle Thieves und lassen auf ihrem Debut sehnsuchtsvoll verträumte, melodische Songs als Pop- Ballons steigen. We won´t ever be rich (but we could be happy) gibt das Motto vor. Nicht das Verkehrteste zum glücklich sein sind zeitlose Popsongs mit radiotauglichen Hooklines, die trotzdem nicht in Belanglosigkeit abgleiten. Irgendwo zwischen Keane und The Shins sollte sich ein Plätzchen finden, von dem aus die Kerzendiebe weiter Ballons steigen lassen.

     

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