Mit ihrem gleichnamigen Debut erwischte Ladyhawke die Welle der neuen Synthie-Sound-Girls um Little Boots und La Roux und konnte alleine in England eine viertel Million absetzen. Ihr melodramatischer Synthiesound ist natürlich fest in den 80ern verwurzelt und erinnerte auf dem ersten Album teils an Kim Wilde. In der Zwischenzeit ist Pip eingefallen, dass sie in ihrer Jugend eigentlich ganz gerne Rock von Hendrix bis Soundgarden und Metallica hörte. Doch die Portion Gitarre, die sie auf Anxiety geschickt in ihre Songs integriert, erinnert eher an glatten Glam- und Hardrock. Riffs von Billy Squier und Joan Jett feiern hier ihre Auferstehung Die Vermählung von tanzbaren Popsongs mit Synthies und Gitarrenriffs ist natürlich nichts Neues. Man könnte Ladyhawke als einen Update der Musik einer Szene lesen, die vor etwa 30 Jahren hierzulande vor allem im Süden der Republik Disco und Rockschuppen fusionierte (schön zusammengefasst z.B. auf der Compilation Munich Rock Disco). So furchtbar sich eine Kreuzung aus Lady Gaga und Bon Jovi für viele Musikliebhaber anhören mag, so zwingend ist ein Gutteil der Songs auf Anxiety, wenn man sich einfach drauf einlässt. Innovativ ist das nicht, aber Pips Gespür für Zitate und hitverdächtige Refrains ist unbestreitbar. Das Cover-Artwork ist übrigens eindeutig auch ein Zitat: man werfe mal einen Blick auf das Cover des Beatles Albums Revolver, für das der Deutsche Musiker und Grafiker Klaus Voormann verantwortlich ist!