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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 20. August 2017 | 22:58

    Toms Schnellgericht II

    31.05.2012

    Get WARPed!

    Music for time travel aiports, presented by passenger TOM ASAM.

     

    Das Label Warp machte sich im letzten Jahrtausend bereits einen Namen als Heimat sogenannter Intelligent Dance Music (IDM). Passenderweise gab es Compilations mit dem Titel Artificial Intelligence. Noch schöner das Time Tourist Edutainment Supplement b12 technology times, dass für die »cyrogenically challanged« unter den Musikfreunden des 23. Jahrhunderts – so der Text im Booklet von b.12: time tourist – eine spezielle Software anbot, die es ermöglicht, krude Tonsignale aus dem späten 20. Jahrhundert zu empfangen.

     

    An die Soundwelten und Zukunftsvisionen von Warp schließen die Principles of Geometry mit burn the land and boil the oceans direkt an. Im Alter von 20 Jahren, so der Pressetext, wurden Jeremy Duval und Guillaume Grosso vom Council of Elders der Ice Republic gebeten »to design a musical piece which could explain the history of humanity to civilization who doesn´t understand our language«. POG sehen sich als Beitrag dazu, vergangene Emotionen am Leben zu halten, zu verstärken und etwas aufzupeppen. Dabei verknüpfen sie Einflüsse von Warp-Künstlern mit Sci-Fi-Soundtrack-Feel und weiteren Elementen, etwas überinspiriert integrierte Rap-Einlagen inklusive. John Carpenter und Boards of Canada beim High-Five. Eklektische Retrofuturistik-Spinnereien mit postapokalyptischem Touch. Genau das Richtige für uns Zeitreisende.

     

    Aus verbrannter Erde und überhitzten Weltmeeren flüchten wir in den Galaxy Garden, Produkt des in Manchester beheimaten Produzenten Lone aka Matt Cutler. Dessen Hip-Hop-inspirierte Beatlastigkeit früherer Veröffentlichungen treffen her auf housige und ätherisch-luschige Popmomente mit Hilfe zweier Vocal-Beiträge von Machinedrum sowie einem Auftritt von Anneka, die ihre Stimme unter anderem schon Falty DL borgte. Dass auch die Flucht in den Galaxy Garden nicht ohne Warp-Antrieb klappt, zeigt sich am deutlichsten in Stücken wie Raindance und Earth´s lung, bei denen Aphex Twin im Geiste an Board ist. Man weiß nicht so genau, wie die Reiseroute verläuft, aber ich  bin mir sicher, dass eine Zwischenlandung auf Yoshinori Sunaharas Tokyo Underground Airport (TUA) dabei ist. Die perfekte Verquickung kleinteiliger Soundspielereien und glücklich machender Momente sollte sich auszahlen. Könnte fast eine aus der Szene herausreichende Konsensplatte auf den Spuren von Caribou werden.

     

    Mit Squarepusher landen wir schließlich tatsächlich im Warp-Land. »I´ve started thinking about pure electronic music again. Something melodic, very aggressive«, ließ dieser anlässlich seines neuen Albums UFABULUM verlauten. Die Musik wurde dabei so ausgetüftelt, dass das Album zwar wunderbar für sich alleine steht, bei Live-Umsetzungen allerdings eine visuelle Co-Komponente erfährt, die immens wichtig ist. Anders als andere Acts will sich Squarepusher keine Spezialisten holen, die seine Musik visualisieren, vielmehr entstanden die Stücke bereits aus visuell angeregten Gedankenspielen. Unreal Square zum Beispiel soll die akustische Umsetzung eines Würfelumrisses sein, der in eine fiese Kreissäge mit einer mächtigen Klinge gerät, die in zwei Richtungen zugleich dreht. Die tönende Kreissäge trifft nun auf einen Bass, der fett genug ist, um Betonwände einzureißen. Aus diesen Kämpfen von Tonfrequenzen und gebrochenen Beats erhebt sich zwischendrin die Melodie eines imaginären »industrial sea shanty«.

     

    Die angedachte Vermählung von brachialen Sounds und melodiöser Schönheit wird nicht nur hier aufs spannendste umgesetzt. Stellenweise fragt man sich, ob da nicht eine ferne Verwandtschaft zu nordischen Extrem-Metallern besteht, die zwischen fiesen Blast-Ausbrüchen subtil die Schönheit der Natur durchscheinen lassen. UFABUUM ist auf alle Fälle ein weiterer Beweis dafür, dass Warp auch im 21. Jahrhundert nicht zum alten Eisen gehört. Und selbst Zitate aus der Frühzeit des Labels von aktuellen Acts wirken im Vergleich zu vielen aktuellen Soul/Folk/60-s-Pop-Retroschleifen immer noch futuristisch.

     

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