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Fela Kuti: Live in Detroit 1986

31.05.2012

Marley, Jackson und Brown in one

Das erste neue Material des nigerianischen Afrobeat-Meisters, das nach seinem letzten Studioalbum Underground System aus dem Jahre 1992 veröffentlicht wird. Von TOM ASAM

 

Das im Detroiter Fox Theater im November 1986 aufgenommene Konzert markierte die Rückkehr von Fela Kuti in die USA. Schon zwei Jahre vorher hatte er versucht, seine Heimat zu verlassen, wurde aber aufgrund zweifelhafter Vorwürfe bezüglich illegalen Währungshandels inhaftiert. Mit Unterstützung einer Kampagne von Amnesty International kam Fela Kuti im April 86 frei – um nur zwei Monate später Teil der Conspiracy of Hope Tour zu werden.

 

Zum ersten Mal kam das US-Publikum bei dieser Tour in den Genuss von Felas Egypt 80 Band. Bereits zehn Jahre zuvor war Kuti afrikanischer Superstar und eine Größe der Musik des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit seinem Super-Drummer Tony Allen und der Afrika ´70 Truppe schuf er ein neues Fusion-Monster, das den Namen Afrobeat erhalten sollte. Hier treffen Jazz und Funk, afroamerikanische und nigerianische Traditionen bzw. westafrikanischer Highlife aufeinander. 

 

Die Aufnahmen aus dem Jahre 1986 sind immer noch voller Energie und präsentieren Material, das bis dahin noch nicht zu hören war – auf späteren Studioalben allerdings zum Teil nachgeliefert wurde. Zu hören sind auf Live in Detroit 1986 vier Stücke mit einer Länge zwischen dreißig und vierzig Minuten! Die frei fließenden Stücke sind lebendig und kraftvoll und transportieren auch politische Aussagen. In Just like that werden Erinnerungen an den Nigerianischen Bürgerkrieg wach, Confusion Break Bones vergleicht die Situation Afrikas mit der eines Verkehrsstaus. Teacher don´t teach me nonsense kritisiert die Installation von vermeintlich demokratischen Regierungen von außen, die mehr den Interessen multinationaler Konzerne dienen als der Bevölkerung. Beasts of no nation schließlich reflektiert die Inhaftierung Felas und die Problematik der Apartheid.

 

Der damalige Aufnahmeleiter Bon Teagan bezeichnet die Show als ultimative Performance von Fela: „Fela captured the revolution of Marley, the love of Marvin Gaye, he sung with a rare and exquistite charcoil voice like Sinatra ... all the while he danced like Michael Jackson ... and captured the crowd with the showmanship of James Brown.“

 

So wenig sich der afrikanische Kontinent von seinen vielfältigen Problemen lösen konnte, so wenig hat die Musik Fela Kutis an Strahlkraft verloren. Ob dieser allerdings heute noch seiner Aussage aus dem Jahre 1986 der Kampf sein nicht tot sondern bekomme durch revolutionäre, politische Musik neue Antriebskraft, zustimmen könnte, scheint fraglich.

 



 

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