Mit Squarepusher landen wir schließlich tatsächlich im Warp-Land. „I´ve started thinking about pure electronic music again. Something melodic, very aggressive“ ließ dieser anlässlich seines neuen Albums UFABULUM verlauten. Die Musik wurde dabei so ausgetüftelt, dass das Album zwar wunderbar für sich alleine steht, bei Live-Umsetzungen allerdings eine visuelle Co-Komponente erfährt, die immens wichtig ist. Anders als andere Acts will sich Squarepusher keine Spezialisten holen, die seine Musik visualisieren, vielmehr entstanden die Stücke bereits aus visuell angeregten Gedankenspielen. Unreal Square zum Beispiel soll die akustische Umsetzung eines Würfelumrisses sein, der in eine fiese Kreissäge mit einer mächtigen Klinge gerät, die in zwei Richtungen zugleich dreht. Die tönende Kreissäge trifft nun auf einen Bass, der fett genug ist, um Betonwände einzureißen. Aus diesen Kämpfen von Tonfrequenzen und gebrochenen Beats erhebt sich zwischendrin die Melodie eines imaginären „industrial sea shanty“. Die angedachte Vermählung von brachialen Sounds und melodiöser Schönheit wird nicht nur hier aufs spannendste umgesetzt. Stellenweise fragt man sich, ob da nicht eine ferne Verwandtschaft zu nordischen Extrem-Metallern besteht, die zwischen fiesen Blast-Ausbrüchen subtil die Schönheit der Natur durchscheinen lassen. UFABUUM ist auf alle Fälle ein weiterer Beweis dafür, dass Warp auch im 21. Jahrhundert nicht zum alten Eisen gehört. Und selbst Zitate aus der Frühzeit des Labels von aktuellen Acts wirken im Vergleich zu vielen aktuellen Soul/Folk/60-s-Pop-Retroschleifen immer noch futuristisch.