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    TITEL kulturmagazin
    Montag, 01. Mai 2017 | 04:20

    Hildur Guðnadóttir: Leyfðu Ljósinu

    31.05.2012

    Erschreckend schön

    Eine Frau, ihr Cello und ein wenig Elektronik: Die isländische Musikerin Hildur Guðnadóttir kam bei der Aufnahme ihres neuen Albums mit dem minimalsten Equipment aus. Auf KRISTOFFER CORNILS übte sie damit den maximalen Effekt aus.

    Nach einer Vielzahl von Kollaborationen, die letzte mit dem Düsseldorfer Pianisten Hauschka alias Volker Bertelmann stellt Guðnadóttir mit Leyfðu Ljósinu nun das dritte Soloalbum ihrer beeindruckenden musikalischen Laufbahn vor. Mit múm, The Knife und Animal Collective hat die isländische Cellistin bereits zusammengearbeitet, doch die zwei Improvisationen mit einer Gesamtlänge von 40 Minuten haben mit deren aufgekratzten Stroboskoppop nichts zu tun.

     

    Nach einer Vielzahl von Kollaborationen, die letzte mit dem Düsseldorfer Pianisten Hauschka alias Volker Bertelmann stellt Guðnadóttir mit Leyfðu Ljósinu nun das dritte Soloalbum ihrer beeindruckenden musikalischen Laufbahn vor. Mit múm, The Knife und Animal Collective hat die isländische Cellistin bereits zusammengearbeitet, doch die zwei Improvisationen mit einer Gesamtlänge von 40 Minuten haben mit deren aufgekratzten Stroboskoppop nichts zu tun.

     

    Drei Mikrofone, ihr Cello und ein wenig elektronisches Equipment war alles, was die Künstlerin im Januar ins Music Research Centre der Universität von New York mitnahm, um sich dort wirklich auf eine Recherchetour zu begeben: Zeit und Raum und ihre Verbindung zur Musik standen konzeptuell im Vordergrund. Deswegen gibt es auf Leyfðu Ljósinu keine Overdubs, nachträgliche Bearbeitung.

     

    Das Prelude zum eigentlichen Kernstück des Albums, dem 35minütigen Titeltrack, macht einen fast konventionellen Einstieg. Es ist eine ruhige, vierminütige Celloimprovisation, die klingt, als wolle Guðnadóttir die Saiten aufwärmen, bevor sie sich auf Erkundungstour in Zeit und Raum macht. Gekennzeichnet wird der neue Abschnitt dieser gesamten Performance durch den Einsatz der Stimme der Isländerin, die mantrahaft zwei Wörter wiederholt, Leyfðu Ljósinu. Ungefähr: Admit The Light (so die offizielle Übersetzung ins Englisch), lass das Licht zu.

     

    Guðnadóttir loopt die eigene Stimme mehrfach, irgendwann tritt das sanft gestrichene Cello beiseite und die Luft flimmert geradezu vom hohen Kopfgesang der Künstlerin, die sich in einen Solo-Chor verwandelt hat. Die Melodien verschieben sich – als hätte eine jede ihre eigene Zeitrechnung – zu einem polyphonen Geflecht, das von ruhiger, aber faszinierender Dynamik ist.

     

    Spätestens wenn nach diesem meditativen Exkurs das Cello wieder basslastig in die sphärischen Klänge eintaucht, durch dezenten Effekteinsatz immer mehr Raum einnimmt und das Tempo sich merklich beschleunigt, entfaltet Leyfðu Ljósinu seine betörende, hypnotische Wirkung. Ein fast erschreckend schönes Album, dem man den Improvisationscharakter keinesfalls anhört.

     

     



     

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