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Dienstag, 28. März 2017 | 21:32

Doctorella: Drogen & Psychologen

03.05.2012

Frau Doctor will helfen

Das ist sie nun, die neue Frauen-Großstadtband. MIRJAM STUTZMANN hatte einen Hörstundentermin bei Doctorella.

 

Wobei »Frauen-Band« auch gar nicht wirklich stimmt. Am Schlagzeug sitzt Mesut Molnár und der ist ein Mann. Die Band hantiert mit deutschen Texten, mit ernst und weniger ernst gemeinten Ratschlägen, weiblichen Befindlichkeiten, unvernünftigen Wünschen und nicht selten auch ein bisschen Traurigkeit. Die Zwillingsschwestern Sandra und Kerstin Grether sind keine Unbekannten. Sie treiben sich beide schon länger in der Indie-Pop-Musik-Szene rum, zuerst in Hamburg, wo Sandra Ende der 90er Jahre Sängerin der Riot-Grrrl-Frauenband Parole Trixi war. Schwester Kerstin hat den Roman Zuckerbabys geschrieben und bei MTV gearbeitet. Letzter Streich war der Slutwalk in Berlin, den die beiden Schwestern im vergangenen Jahr organisiert haben.

 

Was auch immer der Begriff »Großstadt-Band« für jeden Einzelnen bedeutet, so geht es doch irgendwie immer um junge erwachsene Befindlichkeiten inzwischen auch immer älter werdenden erwachsenen Befindlichkeiten, Beziehungs- und Selbstsuche, denen mit oder ohne tatsächliche Lebensweisheiten Nachdruck verliehen wird. Der Albumtitel Drogen & Psychologen drückt schon aus, mit was die beiden Schwestern schon alles versucht haben, dem Großstadtzirkus und vor allem sich selbst zu wechselweise zu entfliehen und gleichzeitig wieder einzulassen.

 

Die Musik erinnert sehr an die Lassie Singers oder Britta, was zum einen an den deutschen Texten, dem Spaß am Fabulieren und Kreieren neuer Bilder liegt, aber auch an der immer leicht daneben liegenden Singstimme. Dass dabei Nico von Velvet Underground ein musikalisches Vorbild ist, lässt sich nicht überhören.

 

Doctorellas Liebeserklärung an Berlin, in einer Neuvermischung von Blumfeld und den Strokes, oder so …

 

Tourtermine sollen bald folgen!

 



 

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