Mit dem Pathos und Pomp eines Kino-Blockbusters
Jason Kohnen bleibt als Bong-Ra seiner Herkunft treu. Kein Wunder, konnte er sich doch bei seinen zahlreichen Nebenprojekten wie White Darkness, The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble (http://titel-magazin.de/artikel/16/8963/the-kilimanjaro-darkjazz-ensemble-from-the-stairwell.html ) und anderen ruhigeren, wenngleich apokalyptischen Tönen widmen. Mit Monolith kommuniziert er eine ganz ähnliche Message in einer anderen Sprache. Das liegt zum großen Teil daran, dass auf dem ersten Teil des Albums Rapper Sole aggressiv über die Monumentalbeats flowt. Zusammen mit den fett produzierten, komplexen Arrangements Bong-Ras malt er paranoide Visionen einer trostlosen Zukunft aus, die schon in der Gegenwart ihren Anfang nimmt: »It ain’t over your head, it’s under your feet, it’s in the water, it’s raining blood and you’ll need a picture to see it«, heißt es in Monolith, der den Alpha-Teil des gleichnamigen Albums eröffnet. Die letzten vier Songs fasst Kohnen unter dem Titel Omega zusammen, sie kommen ohne menschliche Stimme aus – schließlich erzählen die Tracks vom Ende der Zivilisation.
Das ist dick aufgetragen, kommt mit dem Pathos und Pomp eines Kino-Blockbusters. Aber genau so sollte man Monolith vielleicht auch betrachten: Als SciFi-ähnliches, musikalisches Narrativ, das sich in übertriebener Schwarzmalerei suhlt, als dystopisches, überorchestriertes Szenerio. Denn erst dann macht Monolith erstaunlich viel Spaß. Gerade in den Features mit Sole, in denen sich Kohnen etwas zurückhält mit den überbordenden Snare-Läufen, die für das Breakcore-Genre so charakteristisch sind, legt er ein mitreißendes Tempo vor. Der Bombast setzt sich auch im Omega-Teil fort, allerdings setzt Kohnen weniger auf Hip Hop-affine Grundgerüste, sondern zahlt seiner Metal- und Grindcore-Vergangenheit Tribut. Breite Gitarrenriffs bollern über die deutlich schnelleren Tracks, als gelte es, den unabwendbaren Untergang der Menschheit gehörig zu beschleunigen. Auch mit den Beats tobt sich Kohnen deutlich mehr aus, was dem Tempo natürlich angemessen ist, aber auch die cineastische Wirkung etwas abmildert. Wo Alpha noch vergnüglich-fatalistisches Kopfkino bietet, schielt Omega schon eher auf illegale Raves in den Kellerräumen besetzter Häuser. Nichtsdestotrotz: Monolith hat seinen Namen verdient, es ist ein beeindruckendes Album geworden. Eine abwechslungsreiche Breakcore-Platte und unterhaltsame Erzählung gleichermaßen.