• losttorrent
  • richtorrent
  • pushtorrent
  • Titel-Magazin
    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 02:04

    Toms Schnellgericht (I)

    26.04.2012

    Beat it!

    Ob Ghana oder Angola, »Dänisch-Äthiopien« oder Jamaica: An diesen Beats kommt keiner vorbei. Von TOM ASAM

     

    Ebo Taylor gilt als die ghanaische Legende des Highlife. Auf Appia Kwa Bridge präsentiert der Meister neben neuen Kompositionen auch eine Version der Highlife Hymne Yaa Amponsah, erstmalig vor ca. 90 Jahren vom Jacob Sam´s Trio aufgenommen und später zu einem populären Standard geworden. Kruman Dey ist ein Cover des Originals Serwa Brakatu aus Taylor´s Zeit mit der Apagya Show Band während der 70er Jahre. Einige Mitwirkende an diesem erfrischenden Album haben diese glorreichen Zeiten auch miterlebt: Africa 70 – Gitarrist Oghene Kologbo, Conga-Meister Addo Nettey oder der umtriebige Super-Schlagzeuger Tony Allen. Als durchgehende Begleitung agiert die Berliner Gruppe Afrobeat Academy. Taylor verbindet auf dem gelungenen Comeback persönliche Themen mit Erinnerungen an Highlife-Hightimes, traditionelle Fante-Songs, Kriegs-Gesänge und Kinder-Reime. Als Asam fragt man sich, was Titel wie Ayesama oder Abonsam wohl bedeuten mögen.

     

    Bei Batida wird sich der ein oder andere an Alkohol-Experimente in Jugendjahren erinnern, als der Hopfensaft noch nicht so richtig munden wollte. Ein gewisses süßliches Getränk sorgte für ein Gefühl, als hätte man eins auf den Kopf bekommen. In Angola hingegen heißt Batida nichts anderes als »Beat« und ist auch Name einer Menge illegaler Compilations, die in den Straßen Luandas angeboten werden. Diese widmen sich in erster Linie dem Kuduro, einem Sound, der nicht nur aus unzähligen Taxis in die staubigen Straßen schallt. DJ Mpula alias Pedro Coquenao, Portugiese mit angolanischen Wurzeln, erschafft sich aus Batida-Anklängen seine eigene Sound-Welt. Samples aus alten Angola-Tunes verbindet er mit Elementen moderner elektronischer Tanzmusik. Trotz aller Lebensfreude, die die mitreißenden Rhythmen verbreiten, ist hier auch Platz für Sozialkritik und Auseinandersetzung mit politischen Themen; kein Wunder, hört man doch weder aus Angola noch aus Portugal momentan wirklich Aufbauendes. Batida ist das erste Artist Album der famosen Soundway Records, einem Label, das sich bisher vor allem einen Namen mit gelungenen Wiederveröffentlichungen rarer Musik aus Afrika machte. Produziert hat das Schmuckstück passenderweise ein Produzent der nicht Bin Laden, auch nicht Batida Laden – sondern Beat Laden heißt!

     

    Analogik ist eine Musikertruppe aus Dänemark, die sich bisher mit Vorliebe mit dem osteuropäischen Sound beschäftigt hat, auf New Seeland nun aber auch 70s-Äthiopien-Funk mit einbaut. Dabei nähern sie sich Afrika aber in etwa an, wie Karl May sich dem Westen Amerikas. Authentizität ist bei Analogik nicht das wichtigste Wort, eher: Eklektizismus. Zu hypnotischen Bläsern und schrägen Beats gesellen sich Downbeat-Feeling, Mouse-on-Mars-mäßige Frickelteile und Surfgitarren. Wenn man weiß, dass die Musiker neben ihrer Liebe zu fremdartigen Klängen auch für das Sounddesign des Nintendo-Wi Spiels Max and The Magic Maker verantwortlich sind und Theater- wie Filmmusik fürs Kinderfernsehen schreiben, hat man eine vage Vorstellung davon, wo dieses neue Seeland klanglich liegt. Tolle Band!

     

    Sly & Robbie erfreuten uns erst vor einigen Wochen mit ihrem eigenen neuen Album Blackwood Dub, nun sind sie schon wieder am Start. Das prominente Rhythmus-Dreamteam sorgt für die Riddims auf Garrison Hawks Album Survive. Der vielfältige Jamaica-stämmige Sänger lieh seine Mikro-Skills u.a. schon Tricky und Armand van Helden. Survive liefert eine eingängige, kraftvoll produzierte (Bill Lasswell!) Partymischung, bei der Dancehall und Reggeaeon auf angloamerikanische Poptraditionen treffen. Ganster for life ist eine dermaßen zwingende Großmaul-Hymne, dass sich sogar der bleiche Liegerad-Freak von nebenan eine tiefergelegte Benzinkutsche mit Breitreifen und fettem Soundsystem wünscht, um durch die Hood zu cruisen. Die gelungen Ballade Survive präsentiert eine Weltprämiere: die Äthiopischen Superstars Gigi und Teddy Afro erstmalig gemeinsam. Reggae Music ist ein klassischer Gutelaune-Tune und Anwärter auf den Titel »Sommerhit des Jahres.«

     

    | kommentar schreiben

    Name:
    Kommentar:

    ... bis sie dann gestorben sind.

    Wenn Comics sich klassischen Märchenmotiven widmen, dann tun sie das meist in Form einer eher überzogenen Parodie. Selbst wenn sich dahinter so viel Sophistication verbirgt wie hinter ...

    Die Geschichte geht weiter

    Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Seitenhiebe

    Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter