Das Wendland kennt man vor allem als Herz der Anti-Atomkraftbewegung, doch entstehen hier auch bewegende Musikstücke. Bei Mauve Stan handelt es sich um ein multiinstrumentales Quintett mit drei Gitarren, zwei Schlagzeugen, Reeds, Keyboards und Stimmen. Diese Instrumentierung lässt auf ein powervolles Jazzrock-Ensemble schließen, doch trifft der Hörer hier auf kristalline, luftige Klanginstallationen, in denen die Improvisation zu ihrem Recht kommt, das vermeintliche Lead-Instrument allerdings nicht auszumachen ist. »Wir wollen Geschichten erzählen und Geschichten können eben jede Form annehmen«, ist eine Aussage dieser Band, in der der Respekt vor dem Standpunkt der jeweils anderen im Mittelpunkt steht. Jeder trägt zur Geschichte bei, versucht aber die Handlungsstränge der anderen aufzunehmen, integrieren und weiterzuspinnen. Um diesen Prozess zwischen Poesie und Spröde, Anziehung und Abgrenzung dauerhaft spannend zu gestalten, bedarf es schon einer großen Vertrautheit zwischen den Musikern und dem richtigen Maß zwischen Ego und Einfühlvermögen. Mauve Stan scheinen über all das zu verfügen und gestalten auf Flyin´ assoziativ wirkende, auditive Kunstwerke, die in der Lage sind, die Gedanken des Hörers abheben zu lassen