Ursprünglich war es die Idee von Middleton gewesen, ein sanftes, ausschließlich instrumentales und absolut schlagzeugfreies Gitarrenalbum mit atmosphärischer Ambientmusik aufzunehmen. Aber wie beim genannten Spiel auch, wird bei Wunsch und Wirklichkeit die Rechnung oft ohne den Wirt gemacht. In diesem Fall ohne den Produzenten und Schlagzeugprogrammierer Paul Savage. Klar, dass er schon ein paar Rhythmusspuren unter die Songs gelegt haben mag. Diese wurden vom ehemaligen Arab Strab-Partner Aidan Moffat eingespielt. Und ein paar Runden später wurde die Idee des »mit ohne Gesang« auch noch geschmissen. Arbeitet First Person Singular, Present Tense noch mit einzelnen gesanglichen Klangtupfern ist Monolugue: River ein richtiges Lied mit Strophe, Bridge, Refrain. Wobei das gesungene Wort gar nicht mal so wichtig ist.
Die Ironie und der feine, sarkastische Humor der Schotten stecken zwischen den nach wie vor verhalten gezupften Noten und dezent geführten Schlägen auf die Trommeln. Malcolm Middleton meditiert gewissermaßen darüber, wie ihn die Musik seiner Kindheit in den 80er Jahren geprägt hat. Egal wie viel Indie er später mal werden würde. An Zurück in die Zukunft, Frankie Goes to Hollywoods Pleasuredome und Live Aid kam niemand vorbei. Der Größenwahnsinn von Iron Maiden und die Jan Hammer Melodien zu denen Tubbs und Crockett ihr Sakkos durchs Bild trugen, lösten auch im tristen Norden der Insel Jugendträume aus. Und eben jene Erinnerungen wurden auf Zeitlupentempo runtergepitched, in vergnügliche aber auch melancholische Tonfolgen transkribiert. Klingt von mir beschrieben affektierter als sich die Scheibe tatsächlich anhört. Hochsympathische schottische Verschrobenheit, über die sich niemand ärgern braucht, cheers!