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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 22. Juli 2017 | 00:43

    Toms Schnellgericht

    12.04.2012

    Leidenschaft und Gefühl

    Ob lonely rider mit Klampfe, vierstimmige Vokal-Power, als Orkestra oder im Ensemble, hier geht’s leidenschaftlich zur Sache. Von TOM ASAM

     

    Ein Satz wie »Songs des neuen Albums liefen bereits bei Verbotene Liebe« in einem Waschzettel zu einer neuen CD lassen mich ratlos zurück. Sollen potentielle Käufer hiermit abgeschreckt werden?  Aber seien wir fair. Die Info, dass ein Song aus dem Debut Stray Dog von Lasse Matthiessen »zusammen mit Artists wie Elliot Smith, Rufus Wainwright, Sufjan Stevens and Bright Eyes auf einer Universal-Compilation in Österreich veröffentlicht« wurde, dürfte schon viel mehr als Wachmacher dienen. Die Liste neuer Musiker, die von Klassikern der Singer-Songwriter-Tradition und  Folk/ Americana beeinflusst hörenswerte Alben herausbringen, wird wirklich täglich länger. Da kommt keiner mehr mit, Lasse könnte aber zu den europäischen Newcomern des Jahres in diesem Bereich gehören, die sich zu merken lohnt. Seine melancholischen Tunes gehören eindeutig in die Kategorie „weniger ist mehr«, oft reichen Stimme und Akustikgitarre um ordentlich Eindruck zu hinterlassen. Können sie jetzt hören ohne schlechte Vorabendsendungen sehen oder in Österreich wohnen zu müssen!

     

    Keine Ahnung, ob die Cornshed Sisters wirklich verwandt sind, aber: boy, those girls can sing! Jennie, Cath, Liz und Marie wechseln zwischen vertonten Folkgeschichten, bei denen sie wie bei Tommy auch ganz ohne Instrumente auskommen können, Pianoballaden und Gitarren-Pop mit leichtem Country-Einschlag. Dabei agieren sie sehr zurückhaltend – very british. Mal stellt man sich vor, Joni Mitchell würde von Randy Newman am Piano begleitet, mal nimmt man sich vor,  wieder mal Richard and Linda Thompson´s Shoot out the lights zu hören. Nein, instrumentale Spitzenleistungen wie von Richard darf man hier nicht erwarten, dafür aber ein sehr ehrliches und beeindruckendes Album, das weitgehend ohne Overdubs auskommt. Tell Tales ist ein leise Geschichte, die man auf sich wirken lassen muss. Aufs erste Hören tut sich If you were mine hervor, weitere Höhepunkte muss man sich erarbeiten – auf eindringliche Hit-Strukturen wird bei den Sisters bewusst weitgehend verzichtet.

     

    Ein Blick auf das Cover von Sergio Mendoza y la Orkestra lässt eine Wiederveröffentlichung eines alten Mambo Kings vermuten. Tolles Retro-Cover; und würde man nicht schwören, den Namen Sergio Mendoza schon immer zu kennen? Unser Sergio allerdings war Jahre als Tourmusiker für Devotchka und Calexico unterwegs, bevor er sich dazu entschloss, eine Mambo-Truppe zusammenzustellen. Und was für eine: Big-Band-Sound mit der Extraportion Schärfe! Man würdigt zwar den Old-School-Mambo, weiß aber auch um die Wirkung zusätzlicher Scharfmacher. Kleine Schlenker Richtung Salsa oder Cumbia, eine Prise Jazz und ein paar Körnchen Wüstensand sorgen für die richtige Mischung. Sergio Mendoza y la Orkestra gehören zur großartigen Szene die sich in den Jahren in Tucson, Arizona herausgebildet hat und die das Label Le pop musik mit dem tollen Sampler Tucson Songs vor ein paar Monaten schon ausgiebig gewürdigt hat. Ein absolutes Konzerthighlight wird hierzu in der zweiten Aprilhälfte über Deutschland fegen: Die Tucson Songs on Tour präsentieren den tollen Brian Lopez, die bezaubernde Marianne Dissard, Andrew Collberg – und Mendoza y la Orkestra. Kaufen, kaufen, kaufen, hingehen, hingehen, hingehen!!!

     

    Tenor- und Sopransaxophonist Stephan-Max Wirth wird durch seine langjährigen Begleiter an Gitarre, Bass und Schlagzeug Teil eines Ensembles – indem er zwar durch seine Kompositionen den Ton angibt, wohin dieser sich aber entwickelt, zeigt jeweils erst das gemeinsame Zusammenspiel. Die rein akustischen Stücke haben oft eine ruhige, balladeske Ausgangsposition, sind aber zu jeder Sekunde fesselnd und lebhaft. Der Titel Passion ist gut gewählt, denn auch zwischen den virtuosen Instrumentalausbrüchen, ist hier immer die Flamme am Lodern. Das Wechselspiel aus trancehaften Momenten und eruptiven Höhepunkten sollten sich nicht nur eingefleischte Jazz-Freunde zu Gemüte führen. Ähnliche Stimmungen ergeben sich ja in Bereichen des Postrock oder in der

    elektronischen Musik auch. Auf welche Art und Weise Leidenschaft und Gefühl transportiert werden, und unter welchem Banner, sollte nebensächlich sein. Um diese Vollblutmusiker allerdings live zu erleben, was die Wirkung dieser intensiven Musik mit Sicherheit noch deutlich erhöht, muss man sich schon in einschlägige Jazz-Clubs begeben. Augen auf, das Ensemble ist fleißig am Touren!

     

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