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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 22. Juli 2017 | 00:41

    Dean Blunt and Inga Copeland: Black Is Beautiful

    12.04.2012

    Schmerzfrei-unverschämt

    Jaja, na klar: Während Inga Copeland für die Frauenmannschaft von Arsenal London vorstellig wurde, konvertierte Dean Blunt nach seinem persönlichen »Waschbärgate« – eine Raubserie, die keinen Tierpräparator in London und South East ausließ – zur Nation of Islam. An so viel exaltierte Spinnigkeit muss das vierte Album des vormals als Hype Williams bekannten Duos erst mal rankommen. Aber das haben die beiden natürlich auch geschafft. Von KRISTOFFER CORNILS

     

    Genauso verquer wie die lahm-ironische Fake-Biografie zur aktuellen Lage der Beiden gibt sich auch Black Is Beautiful. Das setzt den Kurs – wie von den vorigen Hype Williams-Platten gewohnt – auf Pop-dekonstruierende Craziness, versackt aber nicht als musikalischer Treppenwitz. Den gut 15 Tracks lässt sich zwar der Schnipselcharakter nicht absprechen, sie enden häufiger mal ebenso abrupt wie sie zwei Minuten vorher eingesetzt sind; absolute Ausnahme bilden die neuneinhalb Minuten des Songs 10 (denn wie gewohnt haben die beiden es immer noch nicht mit Songtiteln, nur der Opener Venice Dreamway hat keine Nummer abbgekommen). Was Blunt und Copeland da aus der Trickkiste ziehen, funktioniert trotzdem. Bestens sogar: Vom sachten, schlierigen Groove auf 2 mit den lasziven Bubblegum-Lyrics von Copeland über die verträumten Arpeggi von 8 bis zu den gewollt dilettantischen Hip Hop-Beats auf 11 toben sich die beiden dermaßen schmerzfrei-unverschämt auf käsigen Harmonien und rumpligen Drums aus, dass es eine Freude ist.

     

    Die Devise heißt: »Never look back«, so wird es jedenfalls im schier endlos geloopten Sample des Tracks 9 formuliert. Passend, denn trotz aller vermeintlichen Retrobeigaben, dem Griff tief in die Synthies und 80er-Sounds, schaffen es die beiden, einen spannenden und ungehörten Mix zusammenzubasteln. Das macht einfach Spaß, und wenn Copeland durch die vernebelten Halleffekte „We see the future!“ haucht, kann man ihr nur beistimmen. 5 hat dann sogar, man glaubt es kaum, echten Hitcharakter. Selbst mit der Schnipselmethode können Dean Blunt and Inga Copeland also noch großartige Pop-Musik produzieren. Abgefahren, großartig, großartig abgefahren und abgefahren großartig.

     



     

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