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Dan San: Domino/ Peasant: Bound for glory / Nive Nielsen & Deer Children: Nive sings

05.04.2012

Kaffee, Käfer, Rock´n´Roll!

Neuentdeckungen zwischen Inuit-Indie und Schnitzel-Folk. Von TOM ASAM

 

Das Cover zu Dan San´s Domino würde auch zu einem norwegischen Black-Metal-Album passen. Doch handelt es sich hier um das Debüt einer belgischen Band, die sich zwischen Indie-Folk und Singer-Songwriter angesiedelt hat. Die Stücke basieren vorwiegend auf harmonischem Gesang und Gitarrenbegleitung. Die Hausaufgaben haben die Belgier gemacht, von Simon and Garfunkel bis zu den Fleet Foxes scheinen die Einflüsse zu reichen. Die Anzahl von Künstlern, die in ähnlichen Gewässern fischen, ist in den letzten Jahren ins uferlose gestiegen, weshalb es nicht einfach werden wird, sich mit diesem durchaus ordentlichen Album Verhör zu verschaffen. Das spezifische individuelle Moment, das hierfür hilfreich ist, erschließt sich auf´s Erste nicht wirklich. Anspieltipp: Das zwischen Coldplay und Fleet Foxes bestens aufgehobene Question Mark ist wirklich schön.

 

Vielleicht ist Damien de Rose aka Peasant eher bound for glory, so nennt er zumindest schon mal sein drittes Album. Seine tolle Stimme schwebt über den Klängen der akustischen Gitarre und weiß sofort zu begeistern. Was man sich irgendwo zwischen Elliot Smith mit weniger Schwermut und einem straighterem Andew Bird vorstellen kann, ist ein kleines Schmankerl aus dem Hause Schnitzel Records – garantiert ein reueloser Genuss auch für Vegetarier.

 

Nive Songs erschien zunächst auf dem kleinen Label Tutu Recordings, das der Künstlerin Nive Nielsen selbst gehört. Diese erreichte damit tatsächlich Goldstatus. Was in ihrer Heimat Grönland mit seinen 58.000 Einwohnern vermutlich einer Verkaufszahl von 250 Einheiten entspricht. Nun erhalten deutlich mehr Menschen die Möglichkeit, das Werk der Inuit Singer-/Songwriterin zu erwerben, da es in Europa über Glitterhouse erhältlich ist. Nive wohnt nicht in einem Iglu, singt aber schon mal über Schnee und Winter. Aber auch über Kaffee und Käfer, Rock´n´Roll, Staubsauger und Geister. Einmal benutzt Nive im Song tuttukasik ein langes grönländisches Wort, das in etwa so klingt: tuttutuutututuuututuututuututuutu – auf jeden Fall gibt’s hier nichts außer t´s und u´s, dafür aber umso mehr davon! Dass es sich hier aber um mehr als ein beliebiges Album aus einer abgelegenen Region mit seltsamer Sprache (keine Angst: Es wird bis auf ein paar Wörter englisch gesungen) handelt, dürfte ein Blick auf die Liste der Musiker belegen, die daran beteiligt waren: John Parish, Howe Gelb, Patrick Carney von den Black Keys oder Arlen Thompson von Wolf Parade.

 

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