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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 02:00

    Alfred Schnittke: Zwölf Bußverse/Stimmen der Natur

    05.04.2012

    Kirchengesang aus der Sowjetunion

    Wer weiß, wie lange es Aufnahmen wie diese noch geben wird, wenn der SWR im Zeichen von Sparmaßnahmen seine Musikformationen bis zur Funktionsunfähigkeit beschädigt. Dass mit einem geistlichen Werk des Deutschrussen Alfred Schnittke kein großer Umsatz zu machen ist, war dem vorzüglichen SWR Vokalensemble Stuttgart wohl bewusst. Noch aber kommt der Rundfunk mit solchen Aufnahmen seinem Kulturauftrag nach. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Die menschliche Stimme ist das Instrument, das uns die Natur mitgegeben hat. Der Gesang ist der Ursprung allen Musizierens. Die Zwölf Bußverse für gemischten Chor sind 1988 entstanden, kurz vor dem Ende der Sowjetunion und zehn Jahre vor dem Tod eines ihrer interessantesten Komponisten. Der kurz davor zum Katholizismus konvertierte Schnittke hat sie zur Tausendjahrfeier der Christianisierung Russlands komponiert. Sie beweisen, dass allen Restriktionen zum Trotz ein so avanciertes, wenn auch nicht radikal modernistisches Werk – noch dazu religiöser Ausrichtung – entstehen konnte.

     

    Die anonymen (russischen) Texte stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Musik, die an den Gesang der russisch-orthodoxen Kirche, in der traditionell Instrumente verboten waren, und an gregorianische Chöre erinnert, kommt aus der Stille und mündet am Schluss wieder in die Stille. Der letzte, zwölfte Satz ist mit geschlossenem Mund zu singen, also zu summen. Als »Zugabe« schließt die sechzehn Jahre vor den Bußversen entstandene, ebenfalls ohne Text auskommende kurze Komposition Stimmen der Natur für 10 Frauenstimmen und Vibraphon logisch an das – somit nur vorläufige – Ende an. Sie zeigen freilich auch, dass sich die Kompositionstechnik von den frommen Inhalten lösen lässt.

     

    So sehr Schnittkes Bußverse, dem Thema adäquat, den Charakter der Innerlichkeit bewahren, unterscheiden sie sich von mehr oder weniger gleichzeitig entstandenen Kompositionen Arvo Pärts, die einem in diesem Zusammenhang einfallen mögen, durch eine schärfere Strukturierung, durch eine pulsierende Bewegung, die einen Kontrast liefert zu den meditativen Klangflächen, die der nur um ein Jahr jüngere estnische Kollege bevorzugt und auf denen auch seine größere Popularität beruhen dürfte. Gemeinsam ist beiden Komponisten eine große Ernsthaftigkeit. Das SWR Vokalensemble unter der Leitung von Marcus Creed wird ihr in optimaler Weise gerecht. Noch.

     

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