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    Freitag, 28. April 2017 | 12:16

    The Mount Fuji Doomjazz Corporation: Egor / Lento: Live Recording 08.10.2011

    29.03.2012

    Live, also: Lebendig

    Die italienischen Lento waren bereits auf Platte für ein umwerfendes Erlebnis gut, live standen sie dem in nichts nach. Live Recording 08.10.2011 fängt den rohen Charakter der Band perfekt ein. The Mount Fuji Doomjazz Corporation hingegen waren immer schon das Neben- und Live-Projekt des The Kilimanjaro Darkjazz Ensembles, mit Egor legen sie nun einen Meilenstein hin, dem der Improvisationscharakter nicht anzumerken ist. Von KRISTOFFER CORNILS

     

    Das gewisse Wumms

    Was bei Studioalben bereits als Halbwahrheit Mindestgeltung hat, das zeigt sich bei Live-Alben vielleicht noch deutlicher: Es gibt ihn, den Kopfhörer-vs.-Anlagen-Dualismus. Obwohl Lento in der überfluteten Post-Metal-Landschaft durch eine unglaubliche technische Präzision hervorstechen, so leben ihre Live-Auftritte doch vielmehr von dem gewissen Wumms als den filigranen Spielereien. Heißt: Rauf auf den Plattenteller, Lautstärke auf Anschlag gedreht und zurückgelehnt. Die neun Songs mit einer Spiellänge von knapp 40 Minuten überzeugen eben mehr durch brachialen und druckvollen Spielfreude als durch kristallklaren Sound. Nicht, dass die Italiener ihre Songs nicht beieinander hätten. Das beide Alben umfassende Material – ein bisher unveröffentlichter Song, Vault, ist auch dabei – sitzt natürlich perfekt. Aber, nun ja: Live, das heißt ja nicht umsonst »lebendig«. Live Recording 08.10.2011 regt und windet sich durch fiese Gitarrenmelodien, aalt sich durch sphärische Ambient-Klänge und senkt immer dann die Zähne ins Trommelfell, wenn die Band in ein tieftöniges Gewitter einfällt. Das eindrucksvolle Dokument einer Live-Band, die selbst noch aus der Konserve mitreißen können. Am elegantesten bringt es jemand während eines kurzen Breaks auf den Punkt: „Waaaaah!“.

     

    Mindfuck

    Während Lento jedes Mauerwerk spielend zum Erbeben bringen, nehmen The Mount Fuji Doomjazz Corporation den Umweg über die zerebralen Kanäle. Ihr neuester, 70minütiger Mindfuck an Improvisationsmusik zeigt die gleichen Qualitäten wie der Vorgänger Anthropomorphic (http://titel-magazin.de/artikel/197/8741/the-kilimanjaro-darkjazz-ensemble-same---the-mount-fuji-doomjazz-corporation-anthropomorphic.html ). Die vier Stücke auf Egor wurden diesmal zur Gänze in Moskau aufgenommen und das siebenköpfige Ensemble ließ sich den Spaß nicht rauben und kokettierte etwas mit dem Veranstaltungsort: Den Auftakt macht ein hektisch auf Russisch geführtes Telefonat zwischen einem Mann und einer Frau. Zu den zaghaft anhebenden Klängen entspinnen sich automatisch die Assoziationen. Wahlweise Kalter Krieg, KGB-Spionage-Thriller oder post-apokalyptischer Horror schreiben die Corporation ihrer Hörerschaft in den vorderen Teil des Großhirns. Die cineastischen Bezüge trugen bereits zur Gründung des Hauptprojekts The Kilimanjaro Darkjazz Ensembles bei, in einer verdichteten Bricolage von Stilmitteln entspinnen die Mitglieder der Corporatio jedoch ihren ganz eigenen Film. Auf den ersten beiden Tracks – Songs kann man die 13- und 16minütigen Stücke wahrlich nicht nennen – behält der düster groovende Bass Jason Kohnens noch die Fäden in der Hand. Die betörend schöne Stimme Charlotte Cegarras geistert wieder und wieder durch den Hintergrund, Sarah Andersons Geige quietscht und kreischt wie eine aus den Fugen geratene Nebenfigur. Irre Szenen tun sich also auf während dieser wie perfekt ausgeklügelten Komposition, die kaum noch nach Improvisation klingt. Und was am Ende von Glass Is Destroyed steht? Der Titel mag Spoiler-Funktion haben, das Grande Finale verliert trotzdem bei keinem Durchlauf seine Schockwirkung. Ein würdiger Abschluss für ein Meisterwerk des musikalisch kreierten Kopfkinos.

     

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