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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 21:03

    Kurzpässe

    22.03.2012

    You have to win Zweikampf

    Faust auf Faust, hart ganz hart. Der gute alte Zweikampf ist nichts für den Feinschmecker. Aber Langnesesurfer können eh zu Hause bleiben. Von DAVID EISERT

     

    Bluespower

    Doug Jerebine is Jesse Harper: Die Geschichte zu dieser Veröffentlichung ist so unglaublich wie rührend. Doug Jerebines Platz in der Rock’n’Roll Hall of Fame wäre, gäbe es Gerechtigkeit, direkt neben Jimi Hendrix und Jeff Beck. Aber die Welt ist nun mal ungerecht und so kennen nur Insider den Namen des neuseeländischen Gitarrentalents. Wahrscheinlich liegt das Schicksal von Jerebine in seiner Heimat begründet. Fern ab aller hotspots der Rocklandkarte entdeckt der junge Doug in den frühen Sechziger Jahren seine Liebe zur Gitarre und wird schnell eine lokale Größe. 1969 packt er seine Koffer und setzt ins pulsierende London über. Von dort sind es nur ein paar Schritte bis in die Jeff Beck Band. Allerdings muss er seinen Platz schnell für einen gewissen Ron Wood freimachen. Um seinen Neustart zu besiegeln, nennt er sich von nun an Jesse Harper. Alleine nimmt er im Studio zehn Stücke auf, die in der jungen Szene mächtig Staub aufwirbeln. Mr. Hendrix selber zeigt sich schwer beeindruckt vom rohen, erdigen Sound des filigranen Saitenkünstlers. Aus der vereinbarten Zusammenarbeit wird dann aber irgendwie nichts. Vieles geht ja in diesen wilden Zeiten zwischen ein paar Pillen verloren.

     

    Auch die Veröffentlichung des Albums klappt irgendwie nicht. Nach ein paar Monaten in den Reihen der Prog Rock Band World Band verschlägt es Jesse nach Indien, um dort als Hare Krishna Jünger zwanzig Jahre lang an der Erleuchtung zu arbeiten. Seine Songs finden schneller ihre Wiedergeburt und sind beliebtes Material für Coverversionen und Bootleger. Als Jerebine seine alten Aufnahmen 2002 nach Jahren des Mantra Singens wieder zu Ohren bekommt, denkt er sich, »man, wie geil ist das denn« und packt sofort die Klampfe wieder aus. Keine zehn Jahre später ist dann mit Drag City Inc. auch ein Label gefunden, dass die Platte nun offiziell veröffentlicht. Zu hören gibt es genau den trockenen harten Bluesrock eines Powertrios a la Hendrix. Lange gereift und so wertvoll eh einst.

     

    Hyper Evel: Hyper Evel: In der klassischen Besetzung eines Rocktrios kommen die Italiener von Hyper Evel über die Alpen. Gitarre, Bass, Schlagzeug und jede Menge Energie. Das sollte helfen, allen italophilen Schnulzenverdacht im Keim zu ersticken. Auch hier bildet ein harter, riffverliebter Blues die Basis der zehn Stücke des Debütalbums der Band aus dem norditalienischen Brescia. Allerdings hat sich das Rad der Zeit weitergedreht und es addieren sich Einflüsse aus Hardrock und Grunge zum Sound dazu. Mich erinnert die ganze Angelegenheit an die Zeit, zu der die Poserbands aus Kalifornien den Blues für sich entdeckten. Nur, dass die Italiener die Schwedenbands aus dieser Ära angehört haben. Klingt komplizierter als die Realität. Einfach die Scheibe auflegen und sich selbst von der internationalen Qualität dieses Erstlingswerks überzeugen.

     

    Schrobialarm!

    Quakers And Mormons: Evolvotron: »The Hand of he who was enlightened, was guided to write those Verses. His Throat to sing them. Mother Earth greatly helped in creating those Rhythms, and bestowed some human like fingers to play them. Nobody knows the real identity of Quakers and Mormons. Only their Verb is known.« Da nimmt einer mal mächtig Puste in die Backen. Die italienischen Avantgarde Hip Hoper von Quakers And Mormons arbeiten streng nach dem Verschleierungsprinzip Wulffscher Prägung. Andere machen lassen und selbst erst zum Applaus erscheinen. Viele Samples, viele Soundschnipsel, Loops, Beats und geflowter Gesang. Mir erschließt sich das Konzept nicht so recht.

     

    Orlando EF: Yor 11: In Eigenregie bringt der Facebook-Fan Orlando EF sein neues Werk unters Volk. Ständig unterwegs zwischen London und der italienischen Adriastadt Pescara entsteht seine Musik zwischen Kofferpacken und Check-in. Das Laptop als treuer Begleiter hält jede noch so kleine Idee fest. Ein virtuelles soziales Netzwerk gibt dem Reisenden die Illusion immer mitten dabei zu sein. Via Facebook bat er um Ideen, Wünsche und Inspirationen für neue Lieder. Und so komponiert er die elf Stücke um die Kurznachrichten, die ihm auf seiner Pinwand hinterlassen wurden. Smarte Idee und ebenso smarte Umsetzung. Sehr unbeschwert, zwischen Elektropop, Computerspielsounds und Singer/Songwriter Stuff. »When you’ll jump for big dives / don’t be afraid of depths and whys« Gerne mehr davon.

     

    Postproletarischer Piefke Punk

    Benzin: Chor der Kaputten: Benzin. Nach dem eigenen Auto das zweite Nationalheiligtum für viele Menschen männlichen Geschlechts. Die Ulmer Punk-Pop-Rock-Band lässt zum dritten Mal den Motor warm laufen und schmeißt ein neues Album unters Volk. Solide gespielt, sauber produziert und randvoll getankt mit Songs mit ´ner hohen Oktanzahl. Alles in klopffestem Hochdeutsch gesungen, was für Schwaben ja gar nicht so einfach sein soll. Der Kraftstoff schmiert zwischen Ernst und Albern, wobei die Texte ein paar Mal nahe am *Autsch* vorbeischrammen. Keine Macht der Beatmusik kommt doch ein paar Jahre zu spät und auch ist man sich noch nicht so ganz einig, ob die Jugend schon vorbei ist oder man doch noch verdammt geil teenagemäßig drauf ist. Aber so genau geht’s ja auch wieder nicht. Geht runter wie kaltes Goldochsen von der Nachttanke.

     

    Ski´s Country Trash: Neverending Road: Die Ski Saison ist vorbei? Mitnichten. Jetzt geht der Spaß erst richtig los. Der U.S. Boy, Wahlnürnberger, Barbesitzer und Elvisfan Ski pulverisiert mit seinen Ski Circus jede Zwischenzeit. Den Apres Ski Häschen fällt der kleine Feigling aus den Pfoten, wenn die Bande mit ihrer heißen Mischung aus Country, Rock’n’Roll und Psychobilly durch die Tenne fegt. Innovationspreise gibt es in diesem Genre ja kein zu vergeben aber in Sachen Authentizität, Herzblut und Coolness macht dem Franken Elvis so schnell keiner was vor. Johnny Cash wird der neue Held vom Sudelfeld! Hansi Hinterseer und D.J. Ötzi können ihre Bretter in Zukunft woanders wachsen.

     

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