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    Vogelperspektive Vol.2: Die glorreichen Sieben / Jacques Palminger & 440 Hz Trio: Jzz and Lyrk

    22.03.2012

    Schräge Vögel

    Wenn alles nach Ziegenpeter riecht und Morricone in den Bregenzerwald reitet, dann ist es mehr als Jazz. Von TOM ASAM

     

    Die Vogelperspektive ist ein in fünf Teilen angelegtes Musikprojekt, mit dem der aus dem Bregenzerwald stammende Alfred Vogel automatische Denkreflexe umcodiert. Zum Beispiel zeigt der Musiker und Produzent, dass man bei Kreativität nicht gleich hippe Metropole mitdenken muss, sondern dass sich auch in der – vermeintlichen – Provinz musikalischer Hochgenuss mit Mut zum Experiment möglich ist. Gerade im Jazzbereich, in dem wir uns hier im weiteren Sinne bewegen, ist das allerdings auch nichts Neues, befinden sich doch zahlreiche renommierte Clubs und Festivals in der Prärie. Auf Vogelperspektive Vol.1 gab es mit Man on the harmonia bereits eine Morricone-Referenz, Vol.2 – der Titel lässt es vermuten – widmet sich nun ganz diversen Titelmelodien aus diversen (Western-)Filmen. Cinemascopische Hörlandschaften, umgesetzt mit zwei Drummern und Meistergitarrist Kalle Kalima. Dynamisch, rhythmisch und harmonisch – das ist ja fast wie bei der Kinderüberraschung. Souveräne Angelegenheit mit gelungenen Improvisationen. Da sollte man ein paar Dollar lockermachen und zur nächsten Tonträger-Ponderosa reiten – die sich in diesem Falle im Internet befindet (www.traps.at).

     

    Jacques Palminger kennen die meisten von der ehemaligen Telefon-Quatsch- Truppe Studio Braun an der Seite der Herren Strunk und Schamoni. Mr. Palminger hat aber auch als Musiker schon einiges rausgehauen, von Dackelblut bis Universal Gonzales, von seiner Kollaboration Songs for Joy mit Erobique bis zu den Kings of Dub Rock. Von Punk bis Easy Listening. Nun hat sich Palminger mit dem Keyboarder der Sterne, Richard von Schulenberg und seinem 440 Hz Trio zusammengetan, um Jazz und Lyrik zu vereinen. Was natürlich gewohnter Maßen etwas schräger ist, als sich das zunächst anhört. Um in den Worten des Meisters zu sprechen: Hier riecht alles nach Ziegenpeter, da wird es einem glatt schwindlig in Knien. Vom Licht bekommt man Backenschmerzen und, obwohl erschöpfte Engel aus einer anderen Zeit um uns sind, hat so mancher Angst vor französischen Frauen. Palminger trägt seine seltsamen Texte vor, dazu erklingen gepflegter Barjazz und etwas andere Fahrstuhlmusik. Vom Crazy Easy-Listening kommt man bei einiges Stücken mithilfe einer zusätzlichen Sängerin zum Schlager und zurück. Absolutes Highlight der Veranstaltung ist die Beschreibung einer amorösen, gewalttätigen und absurden Kneipenbegebenheit um ein Trio von ausnehmender Häßlichkeit.

     

    »Der Kerl ist Deutscher nach dem Krieg / seine Fresse Kassler in Aspik/ mit bunten Bildern auf den Armen / schlimme Anker, nackte Damen / kleine Augen, schiefer Mund/ große Poren ungesund / wirkt auf mich die ganze Gestalt / er ist an die 40 Jahre alt / ein Schnappsfass voller Aggressionen / seine Stahlschwammfresse zieht sich schon stark aufgeschwollen in die Breite …«

     



     

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