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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 21:10

    Toms Schnellgericht

    01.03.2012

    Elvis, Surf & Aliens

    Neue Frauen braucht das Musikland. Bitte schön. Von TOM ASAM

     

    SoKo ist die neue Sonderkommission für herzbrechenden female Folkrockrrrriot. Die 26-jährige, gebürtige Französin, Stephanie Sokolinski erobert die Herzen der Hörer mit einfachen Mitteln und der Hilfe einiger Freunde. Der Basslauf und die Drum-Machine des Openers führen uns zunächst auf eine falsche Fährte. Das klingt etwas nach den Tagen von Joy Divison, geschuldet, vielleicht der auf dem Album mitwirkenden Stella Mozgawa, die SoKo einen Bass lieh, und die sonst als Warpaint-Drummerin agiert.In der Folge zelebriert SoKo eine reduzierte Lofi-Folk-Variante, bei der persönliche Favoriten wie Micheal Hurley oder Karen Dalton ebenso in der Ferne aufblitzen, wie die Melancholie eines Elliott Smith. Betörender Schlafzimmer-Pop, Anfang April in ausgewählten Clubs der Republik live zu genießen. Als Roadies und Stagehands hat SoKo dann vermutlich die Aliens dabei, die ihr CD-Booklet auf eher ungewöhnliche Weise zieren.

     

    Alex Winston bereist Deutschland nur Tage vor SoKo und spielt ähnliche Clubs. Doch ihr Popentwurf scheint durchaus höhere Regionen anzustreben. Von ihrer klassisch geschulten Stimme und Soul der Motown-Ära ist im Vorfeld der Veröffentlichung die Rede. 60´s-Soul habe ich zwar anders in Erinnerung, und auf die Idee, dass diese zwischen Kate Bush-Färbung und Lolita-Gekiekse changierende Stimme eigentlich reif für die Oper ist, würde ich auch nicht kommen. Ist aber auch beides nicht weiter von Belang für ein gutes Popalbum.

    King Con ergründet textlich angeblich die Anziehungskraft spiritueller und religiöser Führer (ist Velvet Elvis in gewisser Weise ja auch), verpackt ist das Ganze in gefällige, clever arrangierte kleine Pophymnen. Songs wie Medicine oder Host verfügen über unwiderstehliche Hooks, die sich schnell in die Hörgänge einfräsen. Über Albumlänge kommt es aufgrund von Überzuckerung aber doch zu leichten Ermüdungserscheinungen. Im Soul-Pop-Bereich ist ja mindestens eine Stelle vakant. Alex Winston wird ihr Publikum (und vielleicht auch den Soul) finden, man wünscht sich fast, dass es nicht allzu groß wird, wenn man die Zeilen »I won´t take my medicine« hört – »to Rehab« wollte ein tragischer Star ja vor nicht allzu langer Zeit auch schon nicht.

     

    Lisa Bassange ist beileibe keine Newcomerin. Sie veröffentlichte drei Soloalben, drei Alben unter dem Namen Nylon und nun ist sie nach sieben Jahren mal wieder unter dem Banner Micatone am Start. Während Bassange auf früheren Alben immer wieder Anschluss an elektronische Clubsounds suchte, ist Wish I was here mit seinen Zitaten aus Vocal-Jazz / Blues, Soul-Pop, Surf und Beat organischer und zeitloser. Um das zu veranschaulichen, kommt beim Opener gleich mal die markante Stimme von Tindersticks-Sänger Start A. Staples zum Einsatz. Für die nötige Erdung sorgt der solide Beat des ehemaligen Air-Live-Drummers Earl Harvin, den Stuart in Folge der Aufnahmen gleich für die Tindersticks rekrutierte. Weil´s so schön ist, ein weiteres Namedropping-Highlight: Martin Wenk, bereits für Calexico und Nada Surf im Einsatz gewesen, schaut beim Song Souvenir mit seiner Mariachi-Tröte und einer Mandoline vorbei. Angesichts der spannenden Entwicklungen, die sich zwischen elektronischer Musik und souligen, entspannten Momenten in letzter Zeit abspielen, hätte man von Bassange auch einen etwas anderen Ansatz erwarten können. Wish I was here ist eine sehr erwachsene Platte ohne große Experimente – dafür voller ehrfürchtiger Zitate, Wärme und Gelassenheit. Zeitlos schön, aber etwas unauffällig.

     

    Die Sängerin Zamanga (deren Stimme mit der von Lisa Bassange durchaus mithalten kann) und der Produzent Mangara dagegen versuchen, Rock- und Jazzwurzeln mit Hilfe von Synthesizer-Wagenladungen zu neuer Frische zu verhelfen. Dabei kann man sich nicht so recht entscheiden zwischen Bristol-Düsternis und schimmernden Elektro-Pop- Entwürfen, zwischen unheimlicher Düsternis und Dancefloor. Das hält eine gewisse Spannung über Albumlänge aufrecht, verhindert aber eine klare Positionierung. Pray for sun ist durchaus ambitioniert und gelungen. Man kann sich allerdings vorstellen, dass die beiden mit den Erfahrungen, die sie in den letzten eineinhalb Jahren gemacht haben zu einem noch zwingenderen Album fähig sind, wenn sie ihrem Bauch folgen.

     

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