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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 01:55

    Beat Generation Jazz. The Music That Inspired A Revolution

    23.02.2012

    Jack Kerouac und der Bebop

    Jazz war für die Dichter der Beat Generation nicht bloß irgendeine Musik, sondern ein Lebensgefühl. Nicht einmal der Rock oder der Punk standen in einem so engen Verhältnis zur Literatur ihrer Zeit wie der zuvor in den USA aktuelle Jazz, der Bebop. Er war Ausdruck einer Haltung, eines antibürgerlichen Aufbegehrens, den die Poeten enthusiastisch aufnahmen, und er bedeutete zugleich Parteinahme für die Schwarzen, denen in jenen Jahren noch die elementarsten Bürgerrechte vorenthalten wurden. Von THOMAS ROTHSCHILD

     

    Der Untertitel der Doppel-CD Beat Generation Jazz lautet The Music That Inspired A Revolution, und wenn man »Revolution« hier metaphorisch versteht – die amerikanische Gesellschaft wurde durch sie ja nicht wirklich umgewälzt –, dann ist das keine Übertreibung. In dieser Revolution haben die USA auch, wenn man von Hemingway absieht, zum ersten Mal im 20. Jahrhundert eine Literatur hervorgebracht, die nach Europa ausstrahlte und die bis dahin vorherrschende Richtung des kulturellen Einflusses umkehrte: die Beat Poetry eben. Einer der wohl bedeutendsten unter den jungen Rebellen neben Allen Ginsberg, Gregory Corso und Lawrence Ferlinghetti war Jack Kerouac. Sein Roman On The Road wurde zur Bibel junger Menschen, auch diesseits des Atlantiks. Und Jack Kerouac hat wunderbare Texte über den Jazz geschrieben, die in Rhythmus und Klang die Musik imitieren, über die sie sprechen.

     

    Die amerikanischen Beat Poets hatten mit ihren in vielen Hinsichten weit entfernten Kollegen in der Sowjetunion, von Majakowski bis Jewtuschenko, eins gemeinsam: sie liebten und beherrschten den öffentlichen Vortrag ihrer Dichtungen, ohne Angst vor dem Pathos, rhetorisch und aufrüttelnd. Eine Ahnung davon erhält man, wenn man Kerouac seine Jazztexte auf den vorliegenden CDs lesen hört. Das ist akustisch ein ebenso eindrucksvolles Erlebnis wie inhaltlich. Aus diesen Texten spricht Begeisterung, Enthusiasmus, aber sie sind zugleich genau in ihrer Beschreibung, präzise in der Wahl der Adjektive. Sie liefern Porträts von einzelnen Musikern, die Zuneigung, Respekt und literarische Qualität in sich vereinen. Es ist kaum je besser über Jazz geschrieben worden.

     

    Zwischen den Texten findet man Stücke von Musikern, deren Namen sich wie eine Enzyklopädie des Bebop lesen: Charlie Parker, Lester Young, Roy Eldridge, Dizzy Gillespie, Thelonious Monk, Annie Ross, Miles Davis, Fats Navarro, Billy Eckstine, Sarah Vaughan, Dexter Gordon, Bud Powell, Lee Konitz, Chet Baker, Stan Getz, Charles Mingus, Zoot Sims und noch weitere, die nicht alle dem Bebop im strengen Verständnis zuzurechnen sind, etwa Lionel Hampton oder George Shearing. Diese Anthologie lässt nichts zu wünschen übrig. Eine bessere Zusammenstellung ist kaum denkbar. Nicht ein Titel dieser Auswahl ist mittelmäßig: es sind allesamt Highlights, Dokumente einer Kunst, die Maßstäbe bereit stellt. Mit einem ausführlichen Beiheft versehen, ist das Paket ein absolutes Muss für jeden, der einen Grundkurs in Jazz benötigt, und natürlich für alle Fans von Jack Kerouac. Was in späteren Jahren hierzulande unter dem Etikett »Jazz + Lyrik« firmierte, ist daran gemessen lauwarmes Badewasser.

     

     

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