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    Donnerstag, 27. April 2017 | 09:04

    Mouse on Mars: Parastrophics / Toulouse Low Trax: Jeidem Fall

    23.02.2012

    Stärken gebündelt

    Mouse on Mars und Kreidler (hier geht es um ein Soloprojekt von Bandmitglied Detlef Weinrich) gehören nicht zu den (kommerziell) ganz großen in der Landschaft der hiesigen Electronica-Landschaft. Sie sind allerdings auch schon zu lange dabei, um als neues heißes Eisen geschmiedet zu werden. Ein Ausgangspunkt, an dem man hart arbeiten muss, um nicht übersehen zu werden. Von TOM ASAM

     

    Bereits in den 90er Jahre machten sowohl Mouse on Mars als auch Kreidler sich daran, den Geist zeitloser Krautrock-Klassiker irgendwie mit intelligenter neuer elektronischer Musik zu verbinden. Das sorgte für Kritiker-Zuspruch in beiden Fällen; tolle Veröffentlichungen folgten bis heute. Mouse on Mars sind nach 10 Alben eine kleine Institution, die Namen Jan St Werner und Andi Toma kennen trotzdem nur wenige. Wobei man natürlich sagen muss, dass die sechs Jahre, die seit dem letzten Album vergangen sind, in der heutigen Poplandschaft eine gewaltige Zeitspanne sind. Parastrophics ist im Tempo etwas zurückgenommen, aber wie immer bei Mouse on Mars detailverliebt, ideenreich und eigenartig rastlos. Bröselbeats und Schnipselsounds überfluten den Hörer; wer die Band nicht kennt, dürfte auch heutzutage erst mal etwas staunen. Wenn man nicht genau hinhört, könnte man gar überhören, dass die regelmäßigen Pieptöne, die auf den Vorab-Presse-Promos immer wieder (als Kopierschutz) auftauchen, nicht da reingehören. Alte Mouse-Fans lassen sich nicht schocken, werden hier aber auch keinesfalls enttäuscht, sie könnten in Parastrophics vielleicht sogar das Werk sehen, dass die Stärken der Band routiniert bündelt. Es ist so oder so ein guter Ausgangspunkt, sich die Band (wieder) mal in Ruhe vorzuknöpfen. Gute Gelegenheit bieten dazu auch die noch anstehenden Livetermine.

     

    Von Kreidler und Nebenprojekten hat man in den letzten Jahren mehr gehört, die Qualität der Veröffentlichungen ist hier durch die Bank schlicht unglaublich. Scheiben wie Appearance in the Park (´97) oder Mosaik 2014 (2009) gehören in jeden gepflegten Haushalt, und Detlef Weinrich ist dabei, sich mit seinem Nebenprojekt Toulouse Low Trax ebenso unentbehrlich zu machen. Sein Solodebut Mask Talk wusste bereits zu überzeugen, Jeidem Fall ist eindeutig noch zwingender. Worte wie »Menschmaschine« und »Retrofuturismus« sind hier fast unausweichlich. Trotz reduzierter Technik und minimalistischer Ästhetik klingt das höchst lebendig. Man weiß aber nicht, welche Lebensform sich hier in welcher Richtung auf der Zeitachse bewegt. Hab ich so was schon mal gehört, werde ich so was mal hören? Welche Richtung nimmt die »voyage au bout de la nuit«? Warum erfüllt mich das Schattenhafte mit solcher Freude? Im vermeintlich rhythmisch Reduzierten passiert doch so Einiges. Der Drumcomputer lebt, die Stimmen, die vorbeiwehen, scheinen hingegen seltsam jenseitig. Ein in mehrfacher Bedeutung traumhaftes Album.

     

    Es scheint ein gar nicht so schlechter Ausgangspunkt zu sein, nicht zu bekannt (und somit auf bereits erfolgte Großtaten festgenagelt und gesättigt) aber auch nicht zu jung (und vielleicht zu sehr auf den schnellen Erfolg aus) zu sein. Diese Alben verbinden Erfahrung mit Hunger, sie sind reif und frisch zugleich.

     

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