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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 22. Juli 2017 | 00:44

    Toms Schnellgericht

    16.02.2012

    The Art of Rock

    Rockmusik wird immer mal wieder für tot erklärt, die Gitarre für obsolet. Mag man das auch manchmal glauben. Bis sich wieder mal Gänsehaut einstellt. Dann weiß man: tierisch. Gut. Rock! Drei aktuelle Beispiele, vorgestellt von TOM ASAM.

     

    Das Label Sub Pop wird für alle Zeiten mit der Grunge-Ära verbunden bleiben. Nach dem man jahrelang nicht mehr viel aus Jet City hörte, sind Tonträger aus diesem Hause nun schon eine Weile interessanter denn je. Neues Pferd im Stall ist die texanische Band Shearwater. Die Musiker sind nun aber keine Rookies. Die Band gründete sich bereits 1999 und veröffentlichte bislang auf Matador. Der Titel des neuen Albums scheint gut gewählt. Animal Joy. Tiere sind wild, aber auch elegant – Kraft, Anmut und auch Präzision kommen zusammen, wenn Spaß aufkommen soll. Kopf der Band ist eindeutig Jonathan Meiburg. Der spielt Gitarre und Piano – und verfügt vor allem über eine großartige Stimme, die er ziemlich variabel einzusetzen vermag. Mal kraftvoll, mal einfühlsam. Letzteres allerdings nie im Sinne von: jetzt kommt ne nette Ballade für Mutti. Die ein oder andere ruhigere Stelle auf diesem Album erinnert an die großartige Spätphase von Talk Talk. Nicht nur, da man meint Mark Hollis sänge, sondern auch weil das sorgfältig austarierte Soundbild positiv auffällt. Es wird an anderer Stelle aber auch ordentlich geradeaus gerockt, Bombast und Inbrunst inklusive, aber immer unpeinlich. Branchenriesen wie Pearl Jam oder R.E.M. würden sicher viel dafür geben, wenn sie noch einmal in der Lage wären, ein Album abzuliefern, dass solch tierischen Spaß bereitet.

     

    Auch Field Music bewegen sich in einem vermeintlich nicht allzu hippen – äh – Feld. Ihr viertes Album Plumb ist dabei alles andere als plump; hier ist alles im Lot. Field Music zelebrieren eine Art von Prog- oder besser Artrock, die einem eher selten begegnet. Keine Angst, es gibt hier keine klassikinspirierten, selbstverliebten, Albumseiten füllenden Endloskniedeleien. Übertriebenes Gefrickel und Leistungsschau-Rock, auf Dauer ermüdende Prog-Auswüchse, wie sie seit langer Zeit in verschiedenster Ausformung dargeboten werden, finden hier nicht statt. Trotzdem sind die Stücke vertrackt und verspult, auch mal mit Streichern und Chören verziert. Das englische Brüderpaar Peter und David Brewis verstehen die Balance aus Kleinteiligem und gleichzeitiger Reduktion auf das für den Song dienliche perfekt. Ihre Art Vorbilder, Einflüsse oder Inspirationen zu verarbeiten ist von Kopf und Bauch gleichermaßen gesteuert. Das Ergebnis ist irgendwie mehr als ein typisches Retrofestival der guten Töne, auch wenn Referenzen von King Crimson bis XTC eine große Rolle spielen. Wie diese beiden Bands scheinen auch Field Music dabei eher ein Fall für Kritiker und einen überschaubaren Fankreis zu bleiben. Wahrscheinlich können sie damit gut leben, ein größerer kommerzieller Erfolg wäre allerdings mehr als verdient.

     

    Bei The Megaphonic Drift handelt es sich um eine Art Norwegische Indie-Supergroup, deren Mitglieder auch bei Bands wie Stereo 21, Young Dreams und den Casio Kids aktiv sind. Titel wie Moonstruck oder Spaced out deuten an, dass hier mal wieder Zustände der Entgrenzung umgesetzt werden sollen. Out of your mind, out of your body, am besten weg vom Planeten Erde. Klar, nichts Neues, auch nicht der Versuch, das mit sphärisch dichten Texturen und Feedbacks zu vertonen. Trotzdem ist es absolut hörenswert, wie die Skandinavier ihren Spacerock zusammenschrauben. Psychedelic Desire, flirrend, hypnotisch und doch auch melodisch. Die Leichtigkeit des Substanz-gesteuerten out of space Seins paart sich mit der Vorstellung der physischen Entfernung, dem Eintauchen in die Schwärze des Alls. Ideen- und abwechslungsreich eingesetzte Gitarren umgeben den gelungenen zweistimmigen (m/w) Gesang, letzte Erdung sind bodenständige Drums. Von Hawkwind über Pink Floyd zu Radiohead, Mogwai und Sigur Ros mögen die Vorlieben der Thrifter reichen, sie machen durchaus was Eigenes daraus.

     

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