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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 21:10

    The total Groovy 4CD Box

    26.01.2012

    Belly full of Shelley

    Pete Shelley ist vor allem bekannt als Sänger der Buzzcocks, deren Anfang 77  erschienene, erste EP Spiral Scratch  noch heute vielen als Meilenstein gilt und von deren späteren Punkpop-Knallern vor allem Ever fallen in love noch heute zum Indie-Disco-Repertoire gehört. Die Geschichte um Shelleys kurzlebiges Groovy-Label ist hingegen weitestgehend unbekannt. Jetzt erscheinen alle (drei) längst vergriffenen Veröffentlichungen und ein bisher unveröffentlichtes Album gemeinsam als Box. Interessant: An allen vier Veröffentlichungen war Shelley als Musiker beteiligt. Noch interessanter: nichts klingt hier auch nur annähernd nach Buzzcocks! Von TOM ASAM.

     

    Noch weit vor der Buzzcocks-Gründung legte Shelley 1974 solo unter dem Banner Sky Yen los. Im Zentrum der elektronischen Spielereien stehen wilde Oszillatoren-Experimente, nicht provokant bis zur Unhörbarkeit, aber doch deutlich vom Grenzschlagbaum zum Ambient entfernt. Im Grunde handelt es sich um ein (ursprünglich auf zwei Plattenseiten aufgeteiltes) Stück, das als Soundtrack zu einem Film von Howard Devoto entstand. Bei genauerem Hinhören kann man durchaus hier schon frühe Kraftwerk oder NEU! als Inspirationsquellen heraus hören. Dass der gleiche Mann, der später den dreiminütigen Punkpopsong perfektionieren sollte, auch komplett andere Visionen verfolgte, ist schon beeindruckend.

     

    Smmit bestanden aus Sally Timms, Shelley, Gerard Cookson, and Lindsey Lee. Hangahar ist tief verwurzelt im kosmischen Sound deutscher Pioniere und stellt eine eindeutige Hommage an Krautrock-Großtaten dar. Timms, die später zur  New Wave-Country-Combo Mekons wechselte, ist hier noch eine Art Yoko Ono die in den CAN-Topf gefallen ist. Begleitet wird sie von minimalistischen Drums und Synth- bzw. Gitarrenbearbeitungen, die eine Abfuhr an die gängigen Rockdinosaurier-Muster der Zeit darstellen. Auch hier handelt es angeblich um einen Soundtrack, falls den dazugehörigen Film jemals wer gesehen hat, dürfte er es vergessen haben. Die Platte vergisst man allerdings nicht mehr. Ein wirklicher Tipp für Krautrock-Perlentaucher mit viel Luft.

     

    Auch bei Eric »Random« Ramson und seinen Free Agents mischte Shelley mit. Tape-Loops, Feedback und Improvisationsansätze kennzeichnen diese Veröffentlichung, die irgendwo zwischen Krautrock und Early Industrial einzuordnen ist. Titel der Platte war £3.33, was wohl auch den zu zahlenden Preis meinte. Mit an Bord hier kein geringerer als Barry Adamson, der mit Buzzcocks-Mitbegründer Howard Devoto zusammen Magazine gründete und später  u.a. mit Visage und an der Seite von Nick Cave Erfolge feierte. Die Free Agents dürften (nicht nur) für Fans der frühen Faust durchaus sehr interessant sein.

     

    Zusätzlich zu diesen drei radikalen und experimentellen, ursprünglich auf dem D.I.Y.-Label Groovy erschienenen Platten, erwartet den Hörer in dieser tollen Box auch noch eine Platte der Strange men in sheds with spanners. Nach dem Split der Buzzccocks startete Shelley eine Solokarriere und hatte eine Menge andere Pläne – eine als A man sprays a Ford Fiesta brown geplante Session kam nie zustande, dafür aber die Strange men. Die Aufnahmen zu diesem Album entstanden wohl nach einem Pubbesuch eher spontan mit einigen der üblichen Verdächtigen. Trotzdem lohnt sich auch diese Scheibe, die bis dato die nächste Groovy New Wave einiger Eingeweihter blieb. Hier zeigt sich eine Richtungsänderung hin zu etwas straighteren Rhythmus-Arrangements.

     

    Die (Wieder-)Veröffentlichungen des kurzlebigen Groovy-Labels zeigen einmal mehr, wie spannend und musikalisch ergiebig vor allem die britische Musikszene in den Jahren nach 1976 war. Die Freiheiten und die Energie, die Punk freisetzte, speiste sich nicht nur aus verschiedensten Quellen; neben/ nach dem 1,2,3,4-drei-Akkorde-Punkgeschrammel – das gerne mit dieser Zeit Verbunden wird –  gab es vor allem zwischen 1978 und den frühen 80ern unzählige – gerne als New Wave/ Post-Punk zusammengefasste spannende Experimente und Ansätze, wie wohl nie wieder in vergleichbarer Art und Weise in der Popgeschichte. Dieses Vierer-Pack ist eine tolle Bereicherung selbst für die Sammlung auch ambitioniertester Verehrer dieser Phase!

     



     

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