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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 21:06

    Gonja Sufi: MU.ZZ.LE / Leila: U & I

    19.01.2012

    Einbruch der Dunkelheit

    Sowohl unser Liebling-Yogalehrer Gonja Sufi als auch Leila geben sich auf ihren neuen Alben einen Touch düsterer als erwartet. Von TOM ASAM

     

    Nach seinem Album  A Sufi and a killer sowie dem Remix-Album The caliphs tea party hat Gonja Sufi mit dem 24-minütigen MU.ZZ.LE bereits Nachschub für uns am Start. Er verarbeitet darauf seine Erfahrungen, die er infolge seines Eintauchens ins Popbusiness und damit einhergehende Reisen gemacht hat. Being on the road verbindet man in den USA ja gerne mit AAA (»triple A«), so auch Gonja Sufi. Allerdings stehen die drei A hier nicht für einen Automobilclub, sondern für Adrenaline, Aggression + Anger. Keines der 10 Stücke erreicht die Dreiminutenmarke, es handelt sich eher um rohe Songfragmente, denn um ausgefeilte Kompositionen. Der Mann hat sich aus der flirrenden Hitze der Wüste zurück bewegt auf seine Heimatstadt. Reisen verändert Menschen und deren Wahrnehmung. Der Hörer hat den Eindruck, der Künstler kommt nicht zurück nach Las Vegas zurück, sondern in eine verhuschte Fata Morgana, eine wage Erinnerung an das Bristol der 90er. Hip Hop-Realness trifft Trip-Hop-Flow. Mehr als zuvor merkt man, dass die Musik dieses Mannes nichts hippes, zeitgeistiges an sich hat, sie wirkt aber auch nicht bemüht retro oder gar gestrig. Es handelt sich um wage Umrisse von etwas Dunklem, Ungewissen und schwer zu Fassendem. Gefüllt sind die Umrisse allerdings mit jeder Menge Leidenschaft.

     

    Leila hat schon mehrere eigene Alben veröffentlicht und auch schon mit Björk zusammengearbeitet. Für ihr erstes Album auf Warp hat sie sich mit dem sehr von ihr geschätzten Mt.Sims zusammengetan, der sie wohl vor allem mit seiner eigenen Art von düsterem Pop für das Gigolo Label beeindruckte. Mit dem schwer zu fassenden Instrumental In consideration schwebt sie der Wasserpfeifen-Session in der Wüste von Gonja Sufis Debut entgegen, meist wird der Sound aber ergänzt durch eine Art entglittene (im Sinne von weniger glatte und berechenbare) Version von 80s Synthiepop und ferne EBM-Anklänge. Leila und Mt. Sims haben, wie Gonja Sufi, schnell gearbeitet, sind ihrer Intuition gefolgt, und haben Widersprüche und Imperfektion zugelassen. U&I ist eine stellenweise ziemlich düstere, fast verstörende Angelegenheit. Man muss sich einlassen auf den Einbruch der Dunkelheit und das Ungewisse der Nachtstunden, um die wilde Schönheit wahrzunehmen.

     



     

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