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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 22. August 2017 | 16:58

    Toms Schnellgericht

    17.11.2011

    Pencil Pimp and Camelfuck

    Elektronische Musik und seltsame Songtitel sind die Klammer, die die hier von TOM ASAM vorgestellten Alben zusammenhält.

     

    »I just recorded some new stuff. I don´t exactly know what it is – but I love it« verkündet eine roboterhafte Stimme im Intro zu Mr. Oizos Stade 2. Die folgenden Tracks tragen tolle Namen wie Camelfuck, Datsun, Ska oder Oral Sax und klingen wie ein musikalisches Familientreffen der etwas anderen Art. Vater hämmert in seinem Hobykeller auf alles ein, was ihm in die Quere kommt, Sohnemann daddelt derweil alte Atari-Games, deren Sounds durch die Gänge wabern und Mutti hantiert mit den Kochtöpfen. Ab und an steckt Onkel Sicko seine Rübe zur Haustür rein und brabbelt seltsame Weisheiten. Mr. Oizo kümmert sich weder zu viel um Trends noch um die Clubkompatibilität seiner Tracks. Stade 2 ist eine retrofuturistische Werkschau elektronischer Musik voller Kraft, Humor und Charme. Stellenweise fühlt man sich gar an Raymond Scotts Pioniertaten mit Modulatoren und Generatoren im Einsatz für US-Radiospots der 50er und 60er Jahre, erinnert.

     

    Auch Sepalcure geizen nicht mit schönen Tracknamen: Pencil Pimp, Yuh Nuh See oder Carrot Man heißen die Stücke ihres gleichnamigen Albums. Sepalcure sind Praveen Sharma (Braille) und Travis Stewart, der kürzlich unter dem Namen Machinedrum mit dem Album Room(s) beim allseits bejubelten Label Planet Mu für Aufmerksamkeit sorgte. Als Duo versetzen sie Chicago-Traditionen in die Jetztzeit, verbinden flirrende Melodien mit einem jazzy Vibe. Dabei bedienen sie sich einer Fülle an Sample-Stoff und geloopten Vocals. Far out, dubby und sophisticated.

     

    Empfehlenswert ist ebenso Rain are in clouds vom Wiener Produzenten Zanshin. Interessantes Englisch, und auch mit den rätselhaften Titeln geht’s weier. Uumps Unzin, Terst Tenggol oder Carapax Carp! Zanshin scheint mit den Brainfuck-Bastelsounds des legendären Warp-Labels aufgewachsen zu sein. Die vertrackte Elektronik von wegweisenden Acts wie Plaid oder Autechre verbindet er mit Reminiszensen an Dubstep und die nerdige Eklektik früher Postrockbands wie Tortoise. Ein Aufmerksamkeit forderndes und glücklich machendes Albumdebüt für das österreichische Label Affine Records.

     

    Zum Ausklang etwas eingängigere Kost mit dem Electro-Duo The Golden Filter. Syndromes ist der Soundtrack zum gleichnamigen Kurzfilm des Grammy-behangenen, norwegischen Regisseurs Kristoffer Borgeli. Die schöne Stimme der Sängerin Penelope Trappes und romantisch-verspukte Synthieflächen machen Syndromes zu einem gelungenen Popalbum. The Golden Filter kann man nur wünschen, dass sie diese Kollaboration davor bewahrt, in der Wahrnehmung Perfectly Isolated (so heißt ihr Label) zu bleiben – die Konkurrenz ist groß.

     

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