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    Siegfried Tesche: "Mr. Kiss Kiss Bang Bang"

    25.10.2006

    Agent 007 in höchsten Tönen
    Es kann eigentlich nur einen geben. Der Vollständigkeit halber aber ist anzumerken, dass es vor dem einen schon einen gab, der allerdings einige der unabdingbaren Kriterien nicht erfüllte. Sein Gastspiel war ein einmaliges, vor der Zeit, als Sean Connery, der einzige Eine als James Bond 007, den überschwänglichen Erfolg dieses Filmhelden in die Nischen des Kalten Krieges donnerte.

     

    Nun ja. Das Zitat "Es kann nur einen geben" stammt zwar aus einem ganz anderen erfolgreichen Kinofilm ("Highlander"), passt aber - zugegeben: subjektiv betrachtet - ebenso auf einen aus der Riege der Bond-Darsteller. Gemeint ist der Schotte Sean Connery, der den Secret-Service-Mann siebenmal verkörperte, in einer zynisch-männlichen Art, frauenfreundlich und tough.

    Nancy Sinatra kam für die Gesangsaufnahmen zum Titelsong von "You o­nly Live Twice" ("Man lebt nur zweimal", 1967) extra aus den Staaten nach London. Sie stand sehr unter Druck, die berühmte Tochter des noch berühmteren Vaters, und war extrem nervös. Zwischen dreiundzwanzig und neunundzwanzig Takes wurden aufgenommen. Schließlich wurde aus etwa 20 Versionen der Song "gestrickt".

    Eine Anekdote, die der Filmwissenschaftler und freie Journalist Siegfried Tesche im aktuellen Standardwerk "Mr. Kiss Kiss Bang Bang" über die Entstehung eines der vielen erfolgreichen Songs aus den James Bond-Filmen erzählt. Tesches unglaublich versierte Recherche und sein zwangloser Erzählstil machen das weltweit erste Buch über diese Filmmusiken zu einem kurzweiligen, informativen Fachbuch für alle Film- und Musikliebhaber.

    Was hat DJ Moby mit dem Geheimagenten zu tun?

    Zu jedem Film weiß Tesche die entsprechenden Musikgeschichten, plaudert Details aus und gibt einen Einblick in die Arbeitsweise der Komponisten wie John Barry, Michael Kamen, David Arnold oder George Martin. Die Interpreten der Titellieder kommen fast alle aus der ersten Liga der Pop- und Rockszene: Shirley Bassey, Rita Coolidge, Paul McCartney & Wings, Tom Jones oder Monty Norman mit dem ersten Bond-Titel "Dr. No". Aber es gab, korrekterweise sei es erwähnt, bereits vor den Bond-Filmen einen Bond-Film. Der hieß "Casino Royale", der im Auftrag des amerikanischen TV-Senders CBS entstand und 1954 in Schwarz-Weiß gesendet wurde. Tesche setzt aber deshalb mit "Dr. No" ein, weil mit diesem Film das berühmte James-Bond-Thema ("Dun da da da dun, dun dun dun dun da da da dun") in die Filmgeschichte eingezogen ist.

    Die sehr gut recherchierte Diskografie der Originalaufnahmen und Coverversionen hält eine schier erdrückende Flut an Informationen bis ins Detail bereit. Vor großem Wert ist auch das „Who Is Who“ der musikalischen Welt des James Bond. Wer war etwa Maurice Binder, was hat DJ Moby mit dem Geheimagenten zu tun? Siegfried Tesche weiß auf alles eine Antwort und bietet mit seinem Buch eine Fundgrube für die sammelwütige Bond-Gemeinde.

    Dem Buch liegt eine CD bei, die aber keine Originalmusik enthält, sondern ausnahmslos ungewöhnliche bis obskure Tracks, die rund um das 007-Thema entstanden sind. Da trällert Blondie ein New Wave-fernes, ziemlich belangloses "For Your Eyes o­nly", die Wise Guys arbeiten sich a capella-mäßig durch "GoldenEye", Die Rangers intonieren ein schwärmerisches, kitschiges, typisches 60er Jahre-Deutsch-Lied mit dem Titel "James Bond greift ein". Man traut dabei seinen Ohren kaum und ist am Ende froh und erleichtert, dass keines dieser Beispiele den Weg auf die Tonspur eines Bond-Films gefunden hat.

    Klaus Hübner



    Siegfried Tesche: "Mr. Kiss Kiss Bang Bang".
    Die Geschichte der James-Bond-Filmmusiken.
    Mit zahlreichen Abbildungen sowie einer Audio-CD.
    Schott Musik. Mainz. 2006. 176 Seiten.
    ISBN: 3-7957-0567-1.
    19,95 Euro.

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