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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 05:06

     

    Michael Adams (Hg.): Das Geschäft mit dem Tod

    06.12.2007

    Gefährliche Zigaretten: Das Geschäft mit dem Tod
    Rauchen auch Sie gern einmal ein Zigarettchen am Abend oder zwischendurch oder gar den ganzen Tag hindurch, weil Sie es nicht lassen können, Ihnen die Motivation zum Aufhören fehlt oder Sie es gar nicht schlimm finden, sich selbst zu vergiften? Dann lesen sie doch einmal in diesem Band über den größten Prozess der Justizgeschichte der USA: Die Vereinigten Staaten gegen die größten Zigarettenhersteller der Welt. Ein faktenreiches und hochspannendes Zeitdokument.

     

    Eine Kriminalgeschichte ist dieses Zeitdokument jedenfalls, die hier auf über 500 Seiten (inkl. CD-ROM mit weiteren rund 13.000 Seiten Dokumentation) lebendig wird. Das fängt mit der simplen Tatsache an, dass die Zigarette ein Konsumgut ist, das tötet, wenn es bestimmungsgemäß verwendet wird. Die Weltgesundheitsorganisation WHO beziffert die Zahl der Toten, die der Sucht des Tabaks zum Opfer fielen – zumeist sind dies Zigarettenraucher – im letzten Jahrhundert auf die beachtliche Zahl von 100 Millionen Menschen. Dies ist mehr als sämtliche Toten der beiden Weltkriege!

    Wer aber nun meint, das sei Vergangenheit, der irrt: „Lungenkrebs ist hierzulande die vierthäufigste Todesursache. Jedes Jahr fallen der Tabakindustrie 140.000 Bundesbürger zum Opfer, mehr als 3000 Menschen als Passivraucher; das ist fast das 25-Fache aller Verkehrstoten und entspricht etwa 13 Prozent aller jährlich in Deutschland auftretenden Todesfälle.“ Und noch immer macht die Zigarettenindustrie ein Milliardengeschäft mit ihrer giftigen, krebserregenden Ware, deren Suchtpotential systematisch unterschätzt wird, und die weiterhin ungehindert an den Mann und immer häufiger an Frau und Kind gebracht wird. Mehr noch: das Durchschnittsalter des Einstiegs, der Beginn der Raucherkarriere, sinkt von Jahr zu Jahr. Immer früher greifen Kinder zum giftigen Produkt – mit tödlichen Folgen.

    Vertuschen, manipulieren, verleugnen

    Kriminalistisch interessant wird die Angelegenheit, wenn man erfährt, mit welcher Energie die amerikanischen Tabakkonzerne bereits in den fünfziger Jahren ihre perfide Gegenkampagne starteten und fast fünfzig Jahre fortsetzten. Wie die zahlreichen Zeugenaussagen belegen, (etwa die vom ehemaligen Leiter der Gesundheitsbehörde, dem Forschungsleiter bei Philip Morris, einem Pharmakologen, einem Marketingexperten, etc.) bildete und stabilisierte sich über Jahrzehnte eine kriminelle Vereinigung, deren Hauptziel im Vertuschen, Manipulieren und Verleugnen ihres abhängig machenden und giftigen Produkts bestand.

    Der Herausgeber des Bandes, Michael Adams, Direktor des Instituts für Recht der Wirtschaft an der Universität Hamburg, fast dies so zusammen: „Die Tabakindustrie hat jahrzehntelang das Suchtpotenzial und die Gefährlichkeit ihrer Produkte in Abrede gestellt. Dass dies oft wider besseres Wissen geschah, dass sich namhafte Hersteller systematischer Täuschungs- und Vertuschungsstrategien bedienten, wie sie auf externe Gutachten Einfluss nahmen und eigene Gutachten lancierten, die sie sich im eigenen Interesse zurechtgebogen hatten, wie sie Inhaltsstoffe ihrer Zigaretten manipulierten, um den Suchtfaktor zu erhöhen und die Konsumenten bei der Stange zu halten, wie sie seit Jahrzehnten immer neue Jahrgänge von Kindern und Jugendlichen zum gefährlichen, krankmachenden und todbringenden Tabakkonsum verleiteten – davon handelt dieses Buch.“ Und, man muss hinterher schicken: Es ist auch noch spannend zu lesen, absolut glaubwürdig und jedem zu empfehlen, der noch raucht.

    Frank Kaufmann


    Michael Adams (Hg.): Das Geschäft mit dem Tod
    Der größte Wirtschaftsprozess der USA
    und der Anfang vom Ende der Tabakindustrie
    Frankfurt am Main: Zweitausendeins 2007
    555 S., 29,90¤, ISBN: 978-3-86150-779-6

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