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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 22. Juni 2017 | 18:16

     

    Luc Ferry: Leben lernen

    31.05.2007

     
    Kann Philosophie einfach und verständlich sein?

    Ein französischer Starphilosoph und Ex-Minister erklärt jungen Menschen die Welt.

     

    Glaubt man den deutschen Rezensenten, dann verkauft sich das neue Buch des französischen Philosophen Luc Ferry wohl nur deshalb so gut, weil Ferry einige Jahre lang (von 2002 bis 2004) Erziehungsminister in Frankreich war. Und das Werk eines Ex-Ministers lässt sich von Marketingstrategen wohl gut an die Leser und Leserinnen bringen.

    Zu Recht ein Bestseller
    Ferrys „Philosophische Gebrauchsanweisung“ sei anbiedernd und salopp, breit und ausufernd voll von Schwachsinn und Wiederholungen. Dieser Kritik (zB von Sybille Hoffmann im NDR oder von Andreas Dorschel in der SDZ) kann ich mich nicht anschließen.
    Das im Frühjahr im Verlag Antje Kunstmann auf Deutsch erschienene Buch, das Lis Künzli aus dem Französischen übersetzt hat, war meines Erachtens zu Recht in Frankreich ein Bestseller.

    Philosophie für junge Menschen
    Der 1951 geborene Ferry hat Philosophie und Politische Wissenschaften studiert und als Universitätsprofessor an verschiedenen französischen Universitäten gelehrt. Trotzdem ist „Leben lernen“ kein Werk für Fachphilosophen.
    Ferry macht den Versuch, die Philosophie jungen Menschen näher zu bringen. Das wäre noch nichts Weltbewegendes, das haben vor ihm schon einige andere versucht, am erfolgreichsten wohl Jostein Gaarder mit „Sofies Welt“.

    Einfach schräg
    Luc Ferry gelingt es ohne viel Theorien, ohne viele Namen, ohne viele Fachbegriffe auszukommen. Er schreibt keine Philosophiegeschichte. Sein Thema ist schlicht das Leben. Wozu braucht man Philosophie? Für das richtige Leben. Philosophie als Gebrauchsanweisung verstanden hat ihren Reiz. Als studierte Philosophin las ich Luc Ferrys Buch mit Interesse und Spaß. Immer wieder fällt ihm ein Gedanke ein, der nicht unbedingt zum Kanon der Philosophiegeschichte gehört, der ein wenig schräg, weil naiv ist. Gerade diese Einfachheit der Gedanken fasziniert.

    Vom Ferienkurs zum Buch
    Im Vorwort erklärt Ferry, der vor allem Jugendliche ansprechen möchte, wie es zur Entstehung des Buches gekommen ist. Angeblich hat er in den Ferien für Freunde einen Philosophiekurs improvisiert, der für Eltern wie Kinder gleichermaßen geeignet ist, ohne seine Bibliothek verwenden zu können. Das erklärt auch den mitunter saloppen Stil und die persönliche Anrede der Leser- bzw. Zuhörerschaft. Ferry hat sicher etwas Lehrerhaftes, er duzt die Leser und Leserinnen, spricht sie direkt an, erklärt und erläutert lang und breit.

    Theorie, Ethik und Weisheit
    Der Aufbau des Werkes ist chronologisch und thematisch zugleich gegliedert: Die Themenkreise Theorie, Ethik und Weisheit werden in den verschiedenen Stadien erläutert: in der antiken Philosophie, dem Mittelalter als Zeitalter des Christentums, dem Humanismus, der Postmoderne sowie der zeitgenössischen Philosophie.

    Lesenswert!
    Für seine über 20 Publikationen wurde Ferry mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem dem Prix Medicis und dem Prix Jean-Jacques Rousseau. Seinen Gedanken kann man nun folgen oder nicht. Spannend sind sie auch dann zu lesen, wenn man nicht alle von Ferrys Sichtweisen teilt.

    Maria-Bernadette Ehrenhuber


    Luc Ferry: Leben lernen. Eine philosophische Gebrauchsanweisung
    Sachbuch
    Aus dem Französischen übersetzt von Lis Künzli
    Verlag Antje Kunstmann 2007
    Gebunden, 317 Seiten, 19,90 ¤
    ISBN-10: 3888974682
    ISBN-13: 9783888974687

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


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