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C. Ankowitsch: Dr. Ankowitschs Kleines Universal-Handbuch

06.10.2005

Wertvolles Nachschlagewerk

Wer wüßte nicht gerne, wie er oder sie sich im Falle der Begegnung mit einer Sphinx verhalten sollte? Hätte gern für den Fall der Fälle ein paar Zaubersprüche parat? Und wenn die nicht helfen, das Know-how, wie man einen Lügendetektor überlistet? Wüßte, wie man sich glücklich macht oder das Ertrinken vermeidet?

 

Für all diese immer wiederkehrenden Fragen und Irritationen des Lebens gibt es jetzt Antworten, zusammengefaßt in “Dr. Ankowitschs - Kleines Universal-Handbuch”. Hier kann man endlich Aufklärung darüber finden, wie man es schafft, ein Außenseiter zu werden, den Intellektuellen zu geben und dennoch eine reife Melone erkennt.

Mehr als 17 Jahre hat der Autor in vielen entlegenen und naheliegenden Wissenschätzen gestöbert, um einen komprimierten Universalführer zusammenzustellen, der den modernen Menschen befähigt, durch die Tücken und Lücken des kumulativen Unwissens sicher hindurchzugleiten. Klein, handlich, rot und abwaschbar, ist er in jeder Situation eines manchmal komplizierten Lebens eine verläßliche Stütze . So erfährt man schnell und ohne Umstände wie man Raubvögel erkennt, Blendermenus kocht, Träume beinflußt, Bäume fällt und Fernsehinterviews gibt.

“Das schlaue Buch” von Tick, Trick und Tack stand Pate bei der Zusammenstellung des Ankowitschens Ratgebers. Der Autor folgte dem Vorbild der cleveren Enten und trug Nützliches und Akryphisches nach dem Prinzip der Abschweifung und des Zufalls zusammen. Das Ergebnis ist ein kleines, schlaues Buch mit einer unterhaltsamen Mischung auch für Nicht-Pfadfinder. Irgendwo zwischen “Was Großmutter noch wußte” und “Per Anhalter durch die Galaxis”oszillierend, mit einem Schuß “Pannenhilfe bei Auto- und Persönlichkeitsstörungen”, Benimmguide, Bergführer und ..., kurz der Quintessenz der Ratgeber.

Vielleicht kommt die Gender-Perspektive etwas zu kurz, aber vielleicht liegt es daran, daß Frauen auch ohne Anleitung wissen, wie man eine Bierflasche ohne Öffner aufbekommt und auch in der Kunst des gefaketen Orgasmus natürliche Meisterinnen sind. Trotzdem: nicht nur Manager werden dankbar sein, über ein schmales Kompendium, das sich noch hinter jedem Armani verstecken läßt, auch Schwarzfahrer, werdende Mütter oder Hundebesitzer werden vor Begeisterung brummen und sich fragen, ob man mit diesen wichtigen Tipps nicht einige Katastrophen des bisherigen Lebens hätte vermeiden können.

Weil man aber nach Genuß des Büchleins auch weiß, wie man sich vor Schmeichlern hütet, die jedem Autor ein Greuel seien dürften, nur ein kurzes Nachwort zum Nachwort zu einem kleinen Universal-Handbuch. Außer der international gültigen Formel für die kleine Handbuch-Kritik , die sich als einzig anzumerkender Makel nicht in diesem Bändchen befindet, sollte man in diesem Falle sich eben nicht nur auf das Praktische, Rechteckige und Gute beziehen, sondern auf das Unverzichtbare, gradezu universell Stimmungs- und Wissenserhellende dieses wertvollen Nachschlagewerkes, das wirklich in keinem Haushalt fehlen sollte.

Maggie Thieme

Christian Ankowitsch: Dr. Ankowitschs Kleines Universal-Handbuch
Eichborn, Frankfurt 2005, 179 S.
ISBN 10: 3-8218-4931-2

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