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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 24. Juni 2017 | 07:20

     

    Christian Schuldt: Der Code des Herzens

    17.03.2005


    Zwischen Passion und Pragmatik

    Schuldt rückt mit seinem Blick hinter die Kulissen das Wunderbare und Faszinierende der Liebe ins Bewusstsein, weitab von trockener Theorie und Wissenschaftssprache. Eine sachlich fundierte und gleichzeitig unterhaltsame Darstellung der Liebe im 21. Jahrhundert.

     

    Liebe entsteht zwar unabhängig von Zeit und Raum in uns, trotzdem manifestiert sie sich unter verschiedenen gesellschaftlichen Bedingungen anders. Dieser Liebescode und seine Veränderungen sind Thema von Christian Schuldts "Der Code des Herzens". Jeder kennt die Regeln der Liebe, handelt intuitiv danach, aber was macht die Liebe aus?

    Vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Ereignisse und Entwicklungen schildert Schuldt die Veränderungen, die der Liebescode im Lauf der Jahrhundert erfahren hat. Dabei verweist er an mehreren Stellen auf die enge Verbindung zwischen Literatur und Liebe und zeigt, wie Literatur in verschiedenen Epochen die unterschiedlichen Vorstellungen von Liebe wiederspiegelte. Schuldt stellt die These auf, dass mit der Entstehung einer immer unpersönlicheren und technischeren Gesellschaft persönliche Gefühle wichtiger wurden.

    In Anlehnung an den Soziologen Niklas Luhmann sieht Schuldt Liebe als eine Kommunikationsform, die höchstpersönlich ist, also sich am geliebten Menschen orientiert, aber zugleich nach allgemeingültigen Regeln funktioniert. In seiner Darstellung lässt er aber auch negative Aspekte nicht außer Acht, indem er zeigt, dass die Liebe, und vor allem die gelingende und dauerhafte Liebe, in Zeiten der Individualisierung und der unbegrenzten Auswahlmöglichkeiten ebenso verzwickt wie verführerisch ist. Nur in der Liebe kann sich der Mensch, so Schuldt, in der modernen Gesellschaft noch als Ganzes erfahren und angenommen fühlen, dort findet er – im Idealfall – die totale Bestätigung der gesamten Person.

    Der Liebescode hat sich den Gegebenheiten angepasst: er ist ebenso romantisch wie pragmatisch geworden. Viele der heutigen Liebenden wissen, dass allzu hohe Erwartungen schnell zu großer Enttäuschung führen können. Die pragmatische Liebe ist ein längerer Prozess, in dem sich die Identität als Paar erst nach und nach herausbildet und stabilisiert. Romantik besteht nicht mehr aus der (blinden) Idealisierung des Partners, sie soll sich auch verwirklichen lassen, durch Nähe, Geborgenheit und mittels individueller Zeichen und Symbolen, die die Liebenden für ihren kleinen eigenen Kosmos wählen.

    Kurz und knapp schließt der Autor mit einem kleinen Ratgeber, "5 Strategien für die pragmatische Liebe", der Mut macht, sich immer wieder in dieses Abenteuer zu wagen. Schuldt rückt mit seinem Blick hinter die Kulissen das Wunderbare und Faszinierende der Liebe ins Bewusstsein, weitab von trockener Theorie und Wissenschaftssprache. Eine sachlich fundierte und gleichzeitig unterhaltsame Darstellung der Liebe im 21. Jahrhundert.

    Saskia Breitling


    Christian Schuldt: Der Code des Herzens. Liebe und Sex in den Zeiten maximaler Möglichkeiten
    Eichborn, 2005
    Gebunden mit Schutzumschlag. 271 Seiten. ¤ 18,90
    ISBN: 3-8218-5592-4

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