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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 27. April 2017 | 20:42

    Dirk C. Fleck: Die vierte Macht

    02.11.2012

    Die Ohnmacht der vierten Macht

    Umweltkatastrophen, Finanzkollaps – die Welt jagt eine Krise nach der anderen. Schafft es unsere vom Konsum geprägte Gesellschaft, ihre Werte zu verändern, um gegenzusteuern? Medien beeinflussen unsere Meinungen, doch können sie auch einen echten Wandel anstoßen – und sind sich die Medienmacher ihrer Verantwortung überhaupt bewusst? Dirk C. Fleck sucht in Die vierte Macht. Spitzenjournalisten zu ihrer Verantwortung in Krisenzeiten nach Antworten. Von MARITA BÜHRMANN 

     

    Muss ein neues Bewusstsein für unsere Umwelt erzeugt werden? Wie können die Medien dazu beitragen und welche Verantwortung haben sie? 25 namenhafte Journalisten haben Fleck dazu Rede und Antwort gestanden. Von klassischen Print-Journalisten, über Online-Journalisten bis hin zu prominenten Talkshow-Moderatoren – Dirk C. Fleck hat auf der Suche nach Antworten die gesamte Medienwelt abgedeckt. Giovanni di Lorenzo, Kai Diekmann, Anne Will und viele mehr haben dazu beigetragen, ein breites Feld an Meinungen und Denkweisen zur Position der Medien entstehen zu lassen.

     

    Welterklärer und Augenöffner

    In einem sind sich die Journalisten aber alle einig: Die Funktion der Medien ist in erster Linie, dem Leser die Welt zu erklären, komplexe Zusammenhänge zu veranschaulichen und die Augen zu öffnen. Die gesellschaftlichen Zustände sollen analysiert und vereinfacht beschrieben werden. Der Leser soll verstehen, was er liest. Der Meinung ist auch Kai Diekmann, Chefredakteur des »Supertankers« Bild, der jedoch auch der Unterhaltung eine große Rolle zuteilt.

     

    Es wird allerdings auch die Frage aufgeworfen, inwiefern die Rolle der Medien überschätzt wird. Dietmar Schumann (ZDF) betont, dass es nicht die Aufgabe sei, Partei zu ergreifen, sondern zu beobachten. »Medien können niemals als Speerspitze eines gesellschaftlichen Umbruchs fungieren« bekräftigt Harald Schuman (Tagesspiegel). Auch Lars Haider ist der Meinung, dass Journalismus Stimmungen verschärfen oder entkräften, jedoch nicht entstehen lassen kann. Es fragt sich an dieser Stelle, wie weit diese vierte Macht überhaupt geht und was sie im Bewusstsein der Bevölkerung erreichen kann.

     

    Mainstream-Journalismus

    Das Angebot an den zugänglichen Medien ist immens, der finanzielle Druck oder die Quotenabhängigkeit ist nicht weniger groß und somit geht der Journalismus zwangsläufig in eine Richtung, die in den Gesprächen mehrfach kritisiert wird: Medien und Journalisten werden immer angepasster. Es wird von einem Mainstream- und »Soft-Journalismus« gesprochen, bei dem jegliche kritische Hinterfragung fehlt. Woher soll also das Umdenken einer gesamten Bevölkerung kommen? Journalisten sind schließlich auch nur Journalisten.

     

    Abwechslungsreich schildert Dirk C. Fleck seine Begegnungen. Mit Hintergrundinformationen zu jedem Gesprächspartner gelingt es ihm, die einzelnen Journalisten näher zu bringen und zeigt faszinierende Charaktere, die die jeweiligen Zukunftsvisionen mal mehr, mal weniger optimistisch darlegen.

     

    Ist man nach dem Lesen schlauer? Nein. Wurde ein Lösungsweg zur Krisenbewältigung gefunden? Nein. Aber einige Meinungen, Standpunkte und Ideen bereichern, man fängt selbst an, die Bedeutung der Medien und die eigene Denkweise zu hinterfragen. Und man begreift, auch ohne neue Erkenntnis, dass die Bedeutung der Medien vielschichtig und nicht leicht definierbar ist. Unsere Medien haben eine große und nicht zu unterschätzende Macht, doch Umweltkatastrophen können auch sie nicht verhindern. Am Ende ist es wie Anne Gesthuysen (WDR) formuliert: »Der Zug fährt mit oder ohne Medien.«

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