Die spannenden Fragen bleiben offen
Vieles davon hat man an anderer Stelle schon gelesen. Wie auch soll es anders sein, wenn jeder Journalist für seinen Artikel von vorne beginnt? Leider bleiben die wirklich spannenden Fragen zur Zukunft der Arbeit offen. Sollten durch den Wegfall der klassischen Erwerbsarbeit bei gleichzeitig steigendem Wohlstand nicht eigentlich paradiesische Zustände herrschen? Sind Leiharbeiter und Niedriglöhner heute wirklich viel besser gestellt als Sklaven früher? Und die wichtigste Frage: Was macht Arbeit für den Menschen so wertvoll, wenn er eigentlich nicht mehr so viel arbeiten muss? Man arbeitet für Geld, um sich Dinge zu kaufen, die man nur vermeintlich braucht oder die hohes Sozialprestige versprechen. Man arbeitet auch für den Wunsch gebraucht zu werden. Aber all diese Punkte erklären nicht, was die Arbeit für den Menschen so wertvoll macht. Ist es einfach der Mangel? Es gibt weniger Arbeit und jeder will etwas davon?
Insgesamt ist die Artikelsammlung gut gemeint, aber schlecht umgesetzt. Es gelingt nicht, die Vielzahl der Stimmen zu einem Ruf zu vereinen. Insofern ist der Titel des Buchs irreführend und deutlich zu hoch gegriffen. Darüber hinaus steht sich das Buch als physisches Medium ärgerlicherweise selbst im Weg. Die kleingedruckten Texte auf dem glänzenden Papier sind ein echtes Ärgernis. Ob im Freien, am Fenster oder unter der Leselampe, ständig muss, um Reflexionen auf dem Papier zu vermeiden, das nicht leichte Buch gedreht werden.
Letztlich bleiben die Worte des Sozialwissenschaftlers Meinhard Miegel haften: »Etwa die Hälfte unserer derzeitigen Produktivität beruht auf dem Einsatz fossiler Energieträger wie Kohle und Öl.« Nach Produktivitätszuwachs und gestiegenem Wohlstand ist mit den teurer werdenden fossilen Rohstoffen für die Zukunft eines zu erwarten: eine neue Bescheidenheit.