Carle schildert die Central Intelligence Agency, Amerikas mächtigsten Geheimdienst, als eine zutiefst bürokratische und zugleich kafkaeske Organisation, die weitgehend unfähig scheint, aus analytischen Schnitzern und operativen Fehlern zu lernen; und zwar schildert er eine von der Politik zu Härte und Aggression gedrängte CIA in den ersten, vielleicht intensivsten Phasen des ›Terrorkrieges‹ gegen al-Quaida. Die Agency erhält mit einem Schlag immer mehr Personal und Ressourcen und sieht sich schon von daher zu fieberhaft vermehrten Operationen veranlasst. Vor allem die Politik ist der Meinung, dass »mehr besser ist«. Dagegen setzt Carle die Einsicht, dass nur » ›besser‹ besser ist«.
Der Held des Buches ist der Autor selbst, der als erfahrener CIA-Agent die Aufgabe übertragen bekommt, einen Mann zu verhören, den die Agency für ein hochrangiges al-Quaida-Mitglied, für den Bankier der Terrororganisation hält und deshalb auf offener Straße entführen lässt, um ihn anschließend in diversen ›Stationen‹ außerhalb der USA festzuhalten und zu befragen. Im Laufe des Buches erweist sich der Gefangene mit dem sprechenden Decknamen CAPTUS für den verantwortlichen Verhöroffizier, für den Interrogator Glenn R. Carle, aber als völlig unschuldig.