TITEL kulturmagazin
Montag, 27. Februar 2017 | 19:02

 

Georgia OKeeffe: Gemälde

14.03.2004

 



Die Künstlerin Georgia O'Keeffe schuf sich ihre eigene "Neue Welt"




 

"Diese Künstlerin ist erst noch zu entdecken!", stellt die Kunsthistorikern Jula Dech in ihrem einführenden Aufsatz zum Werk der Amerikanerin Georgia OKeeffe (1887-1986) gleich zu Beginn fest. Das gelte insbesondere für Europa. Doch wer die Bilder von OKeeffe betrachtet, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, auf eine Künstlerin zu treffen, deren Sujets sowie Ausdrucksweise und Farbwahl dermaßen typisch mittelamerikanisch sind, dass es nicht wirklich verwundert, wie zurückhaltend OKeeffe in Europa bislang rezipiert wird. Möglicherweise fehlt den Europäern ein emotionaler Bezug zu den stil-lebenhaften, menschenleeren Landschaftsarrangements - mit und ohne Tierknochen und -schädel - oder zu der oft süßlich anmutenden Farbwahl ihrer Blumenbilder. Ein solches Kolorit findet sich aber nicht selten etwa beim allseits beliebten Emil Nolde. Der Erfolg wäre also vielleicht doch nur eine Frage der PR? Im Kunsthaus Zürich, wo ihre Bilder im Januar 2004 ausgestellt werden, unternimmt man mit einer umfassenden Auswahl der Werke aus verschiedenen Schaffensperioden einen großen Schritt in Richtung Bekanntheit OKeeffes. Der kombinierte Text- und Bildband von Schirmer/Mosel erscheint wie ein passendes Äquivalent für diejenigen, denen jetzt der Weg nach Zürich zu weit ist oder die sich nicht sicher sind, ob sie schon reif sind für den Kauf eines teuren Katalogs, aber trotzdem etwas Kleines besitzen möchten, um sich weiter mit der Kunst OKeeffes auseinanderzusetzen.

Ein kleiner Mangel der Ausstellung wie des Bandes: Es werden zu wenige (biografische) Fotos der Künstlerin gezeigt, die immerhin mit dem Fotografen Alfred Stieglitz liiert war, der sie immer wieder in Szene gesetzt hat. Der Buchtext von Jula Dech vermag zu informieren und Neugierde zu wecken für eine Frau, die sich mit ihrer singulären Lebensleistung eigentlich auch im Fokus der in den letzten Jahren aus kunsthistorischen Zirkeln herausweisenden Vorliebe für scheinbar missachtete oder in zweiter Reihe vergessene Künstlerinnen befinden könnte.

"Ich habe Blumen gepflückt, wo ich welche fand - habe Muscheln gesammelt, Steine und Holzstückchen, wo es Muscheln, Steine und Holzstücke gab, die mir gefielen… Als ich die schönen weißen Knochen in der Wüste liegen sah, hob ich sie auf und nahm sie mit nach Hause… Ich habe mit diesen Dingen zum Ausdruck bringen wollen, was für mich Weite ist und das Wunder der Welt, in der ich lebe." (Georgia OKeeffe)

Verwiesen sei auch auf die aktuelle Ausstellung im Kunsthaus Zürich bis zum 01.02.2004.


Olaf Selg



Georgia OKeeffe: Gemälde. Schirmer/Mosel 2003 128 S. mit 39 Farbabbildungen.ISBN 3-88814-414-0

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