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Maix Mayer - Werkübersicht

04.09.2008

Ubos
Es sind insbesondere einige im Westen Deutschlands unbekannte Bauobjekte aus der DDR, die wie aus einer fernen Zeit oder einer entfernten Welt erscheinen, es ist insbesondere die Architektur, die Maix Mayer (geb. 1960) zu seinen Werken inspiriert. Die Spuren aus der eigenen Vergangenheit werden hier mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt. Von Olaf Selg

 

Gerade im Ostdeutschland der Vorwendezeit waren viele architektonische Vorhaben Versprechen an die Zukunft, Belege einer kommenden, besseren Gesellschaft. Was ist heute geblieben von den z.T. extravaganten Gebäuden, was lassen sich für Zeichen der Zeit ablesen, und wie kann der real existierende Verfallsprozess zum Heute in Beziehung gesetzt werden? Mayer geht dieser Frage mit den Medien Fotografie und Film nach, die teilweise in Installationen integriert werden. Aber nicht jede der Arbeiten überzeugt in ihrer dokumentierten Form. Dies liegt am entscheidenden Manko des Bandes: Während sich Fotos natürlich gut abbilden lassen und auch die Texte durchaus das (theoretische) Anliegen der 25 Arbeiten transportieren können, so bleibt die Darstellung der Filme alleine durch Filmstills und Worte immer eine Vermittlungskrücke. Leider wurde darauf verzichtet, wenigstens einige Beispiele oder Auszüge auf einer CD/DVD der Werkübersicht von 1997 bis 2007 beizulegen. Dies ist kein Einzelfall (vgl. Jenseits des Kinos: Die Kunst der Projektion.) und immer wieder schade. Ob die gelegentlich mangelnde Überzeugungskraft am Werk selbst liegt oder an der Art seiner Dokumentation, ob also die Filme im Ergebnis tatsächlich funktionieren, kann so nicht beurteilt werden.

Dabei erscheinen gerade Titel wie „die ideale stadt“, „habitat“ oder „melancholie70“ und die hierzu präsentierten Filmstills und Fotografien – etwa der „architektonischen Solitäre einer fast unbekannten DDR-Moderne“ – vielversprechend. Aber ob zum Beispiel Mayers „habitat“ das „geschichtliche Potenzial“ der Wohnanlage, die für den Titel Pate stand und die 1967 zur Weltausstellung in Montreal gebaut wurde, tatsächlich „an die Gegenwart zurückbindet“, kann nur vermutet werden. Eins schafft der Band jedoch in jedem Fall: neugierig zu machen und die Hoffnung zu wecken, die Filme bei Gelegenheit einmal anschauen zu können.

Von Olaf Selg



Abb.: habitat, tw_01 (2007)
Galerie EIGEN+ART (Hg.): Maix Mayer.
Texte von Winfried Pauleit, Marc Ries, Andreas Spiegl und ein Gespräch mit dem Künstler von Jan Kuhlbrodt. Hatje Cantz 2008. dt./engl. 224 S. mit 325 farbigen Abb. ¤ 39,80 ISBN 978-3-7757-2128-8.

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