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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. April 2017 | 07:33

     

    Held together with water. Kunst aus der Sml. Verbund

    24.01.2008


    Kaufkraft aus der Steckdose


    Auch wenn der Titel "Held together with water" etwas anderes suggeriert, so wissen alle Kunstbeflissenen: Nach Golde drängt / Am Golde hängt / doch alles.

     

    Nur mit viel Geld in der Hinterhand lässt sich heutzutage in kurzer Zeit eine nennenswerte Sammlung zusammenstellen. "Seit Herbst 2004 entsteht im Verbund, dem größten österreichischen Elektrizitätsunternehmen, eine international orientierte Sammlung zeitgenössischer Kunst", heißt es lapidar im Vorwort des Katalogbands "Held together with water - Kunst aus der Sammlung Verbund".
    Festzuhalten ist: Kunst verschafft ein positives Image. Hierzulande fragt man sich natürlich gleich, welche Auswirkungen ein solches Engagement in der Kunst auf die Strompreise haben könnte. Gegen das Aufkommen solch profaner Überlegungen setzt man in Österreich auf inhaltliche Informationen: In der Sammlung "werden Kunstpositionen seit den 1970er-Jahren mit aktuellen Strömungen in Dialog gesetzt entsprechend der Maxime 'Tiefe statt Breite', wonach weniger vereinzelte Werke als ganze Werkgruppen angekauft werden, um einen tiefergehenden Einblick in eine bestimmte Schaffensperiode einer Künstlerin oder eines Künstlers zu ermöglichen."

    Durchaus sinnvoll und löblich dieses Vorgehen. So trifft man auf eine Vielzahl von bekannten und weniger bekannten Künstlerinnen und Künstlern. Man wird aber nicht schnell von Werk zu Werk geführt wird, sondern bekommt jeweils kleine Serien von Arbeiten zu sehen, begleitet von einem kompetent verfassten Text.

    Die im Band präsentierten Exponate sind zweigeteilt in die Rubriken "Performanz" und "Räume / Orte".
    Die Rubrik "Performanz" wird im Schwerpunkt von Künstlerinnen verkörpert, unter besonderer Berücksichtigung des Frühwerks von Cindy Sherman. Damit wird ein echtes Highlight gesetzt und Shermans Weg zur Selbstinszenierung lebendig dargestellt (Gabriele Schor: "Cindys Urszene", "Das multiplizierte Ich").
    Zuvor diskutiert Abigail Solomon-Godeau einleitend "Die schöne Kunst des Feminusmus". Anderen bekannten Künstlerinnen wie Nan Goldin, Valie Export oder Sarah Lucas steht z.B. Birgit Jürgenssen gegenüber, deren Werk es noch zu verbreiten gilt.

    Gegen so viel körperlich-sinnliche Präsenz wird mit "Räume / Orte" ein eher dingliches Gegengewicht gestellt. Hier findet sich neben Arbeiten von Olafur Eliasson, Ed Ruscha, Bernd und Hilla Becher, Jeff Wall oder Loan Nguyen auch die Title gebende Arbeit des nordamerikanischen Künstlers Lawrence Weiner, "Held together with water" von 1993. Seine Auswahl erscheint willkürlich, wäre da nicht wieder eine Aussage im Vorwort zu bedenken: "Von allen Kunstwerken der Sammlung Verbund können sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens mit der Skulptur Held Together With Water am stärksten identifizieren." Vielleicht, weil es keinen "Griff in die Steckdose" als Alternative gab? Nein, wohl eher, weil das Unternehmen den größten Teil seines Stroms aus Wasserkraft gewinnt. Und das klingt dann doch wieder angenehm bodenständig, eine Wertung, die man insgesamt auch auf den vorliegenden Band beziehen darf.

    Olaf Selg
















    Abb.: Cindy Sherman: Untitled, 1975.

    Gabriele Schor (Hg.): Held together with water. Kunst aus der Sammlung Verbund. Textbeiträge von Yve-Alain Bois, Thierry de Duve, Giovanni Carmine, Olafur Eliasson, Briony Fer, Edith Futscher, Gilbert & George, Kate Gilmore, Patricia Grzonka, Inka Graeve Ingelmann, Ursula Pia Jauch, Gabriele Jutz, Cynthia Krell, Andrea Kroksnes, Richard Nonas, Mysoon Rizk, Ramin Schor, Walter Seidl, Abigail Solomon-Godeau, Beate Söntgen, Geraldine Spiekermann, Gregor Stemmrich, Philip Ursprung, Jeffrey Weiss. Hatje Cantz 2007. 392 S. mit 320 Abb. 39,00 ¤ ISBN 978-3-7757-1952-0

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