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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 27. Mai 2017 | 02:24

     

    Duane Hanson: Sculptures of the American Dream

    20.12.2007

    Der Amerikanische Alptraum

    Was einst als Amerikanischer Traum um die Welt ging, erscheint vielen heute als Alptraum. Beim Betrachten der erstarrten Figuren von Duane Hanson (1925-1996), kann dieser Alpdruck noch zunehmen.

     

    Das diesen Kunstwerken zugeneigte europäische Publikum wird den Figuren wohl immer mit einem leicht amüsierten Lächeln der Überlegenheit begegnen – aber warum eigentlich? Die Plastik gewordene Erstarrung scheint vor dem Betrachter stellvertretend zu stehen für eine von außen gesehen leblose Gesellschaft, der sie exemplarisch entnommen wurden. Das Exemplarische erstreckt sich jedoch weit über die Grenzen der USA hinaus, wenn auch viele Accessoires der Hausfrauen, Touristen, Arbeiter, Bodybuilder, typisch amerikanisch erscheinen. Aber sie entstammen einer Massenkultur, deren Elemente schon immer mehr als reizvoll für Europa waren und dankbar aufgenommen wurden und werden.

    Begonnen hat für Duane Hanson alles wohl 1938, mit einer geschnitzten Figur. Es war dann noch ein langer Weg zu den lebensecht wirkenden Abgüssen aus Polyesterharz, mit denen Hanson seine Darstellungsmöglichkeit zur Perfektion getrieben hat. 114 Figuren, die alle in einem übersichtlichen Werkverzeichnis angeführt werden, existieren heute noch, viele weitere hat Hanson selbst zerstört, weil sie ihm irgendwann nicht mehr perfekt genug in Aussage oder Form erschienen.

    Der vorliegende Band gibt eine gelungene Übersicht über Hansons Entwicklung, die Thomas Buchsteiner in seinem Übersichtsaufsatz u.a. in die Phasen "sozialkritische Periode", "satirisch-beobachtende Periode" und "illusionistische Periode" einteilt. Letztendlich wollte Hanson wohl immer die "Illusion perfektionieren". Hanson selbst: "Das Hauptthema, um das es mir geht, betrifft die typischen Amerikaner der Unter- und Mittelschicht. Die Resignation, die Leere und Einsamkeit ihrer Existenz zeigen für mich die wahre Realität des Lebens, das die Menschen führen [...] Ich strebe einen bestimmten erbarmungslosen Realismus an [...]." Hanson brauchte bis in die Mitte der sechziger Jahre, bevor er sich seiner Sache sicher war. Pop-Art und Fotorealisten dienten ihm als Orientierung und Bestätigung seines künstlerischen Weges.

    Keith Hartley liefert in "Die Darstellung des Menschen in der Kunst Duane Hansons" eine anschauliche Beschreibung der Arbeitsweise von Hanson – Auswahl der Modelle, Entscheidung für eine bestimmte Pose, Abguss und Bemalen der Figuren, Auswahl von Bekleidung und Requisiten. Interessant wären in diesem Zusammenhang natürlich mehr als zwei Fotos aus der Werksatt gewesen (Ein weiterer kleiner Kritikpunkt: Manchmal fehlen in den gut lesbaren Begleittexten die Verweise auf die Abbildungen im Band).

    Insgesamt wird der Entstehungsprozess der lebensnahen, hyperrealistischen Kunstfiguren und ihrer Eigenarten deutlich gemacht.
    Das charakteristischste Kennzeichen der Figuren ist aber ihr (Gesichts-)Ausdruck: Sie tragen einen "introvertierten, leicht resignierten Gemütszustand" zur Schau, und genau darin scheint Hansons kritischer Ansatz zu liegen, wird die "gescheiterte Utopie" (Lotte S. Lederballe Pedersen in "Des-/Illusdionen über Amerika") des American Way of Life transportiert.

    Von Olaf Selg




















    Abb.: Supermarket Shopper, 1970

    Thomas Buchsteiner, Otto Letze (Hg.): Duane Hanson: Sculptures of the American Dream. Texte von Thomas Buchsteiner, Keith Hartley, Lotte S. Lederballe Pederson, Erja Pusa. Hatje Cantz 2007. 192 S. mit 187 farbigen Abb. 29,80 ¤. ISBN 978-3-7757-1938-4

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