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    TITEL kulturmagazin
    Donnerstag, 25. Mai 2017 | 22:11

     

    Sabine Dehnel: Anderswo.

    21.12.2006


    Transformationsprozesse

    Was geschieht, wenn das, was wir sehen, in verschiedene Kunstformen – Fotografie, Malerei, Installation – transformiert wird?

     

    Sabine Dehnel (geb. 1971) konfrontiert die Betrachter in ihrer Serie "anderswo. Malerei und Fotografie 2002–2006" mit vermeintlich einfachen Topoi: Ausschnitte von Menschen. Es fällt aber sofort auf, dass ausgerechnet deren Gesicht, deren Augen – als das Zentrum der optischen Wahrnehmung – nicht im Bild zu sehen sind, sondern oft nur Körpertorsi.

    Die eigentliche künstlerische Auseinandersetzung, die Dehnel im vorliegenden Werkkomplex führt, ist denn auch die um optische Wahrnehmung und die Transformation des Gesehenen in verschiedene Kunstformen (und nicht unbedingt die um besonders aufregende Bildgegenstände), wie sie selbst erklärt: „Es geht mir um die Sensibilisierung der Wahrnehmung von Bildkonstruktionen, also um das Wesen der Erinnerung.“
    Dabei ist es den präsentierten Endergebnissen nicht direkt zu entnehmen, welche Umwege sie gegangen sind. Dies wird aber in den Katalogtexten erläutert: Mit der "Transformation vom Trivialfoto über die Malerei zum 'lebenden Bild' bis zur definitiven Fassung im C-Print erreicht Sabine Dehnel ein Maximum an verfremdeter Wirklichkeit, die den Erinnerungswert eines Motivs weit hinter sich lässt und zugleich einen verborgenen Raum öffnet, in dem der Betrachter zu eigenen Spaziergängen angehalten wird" (Klaus Gallwitz).

    Diese Spaziergänge führen den Betrachter aber nicht unbedingt in "geheimnisvolle Bildatmosphären", etwa wenn eine Figur zwischen Bäume gerückt wird – Bäume ist gleich Wald ist immer gleich "Gefahr"? Selbst wenn man unterschiedliche männliche bzw. weibliche Interpretationsrichtungen zu Grunde legt: Hier versteckt oder verirrt sich niemand. Hier wird in einer Kulisse platziert, und zwar primär um optischer Effekte willen. Das Spiel mit Farben, Bild- bzw. Figurausschnitten oder verschiedenen Hintergründen erscheint insgesamt wesentlicher als eine vermeintlich rekonstruierbare "Story". Obwohl natürlich wiederum gewisse Anleihen filmischer Stilmittel nicht zu leugnen sind: Sabine Dehnel bevorzugt in diesem Werkkomplex serielles Arbeiten, manchmal in sequenzhafter Bewegungsabfolge, manchmal als Kleidungsstücke und/oder Kulisse wechselnde, filmstill-ähnliche Serien. Aber interessanter als die Frage "Was passiert hier eigentlich gerade im Bild" erscheint immer die Frage "Was macht die Künstlerin hier jetzt eigentlich gerade wieder?"

    Ausstellung bis zum 07.01.2007 im Kunstverein Ludwigshafen, danach in der Columbus Art Foundation, Ravensburg (26.01.–22.03.2007).

    Von Olaf Selg



    Abb.: Dazwischen II (2005)


    Sabine Dehnel: Anderswo. Malerei und Fotografie 2002–2006. Text von Barbara Auer, Klaus Gallwitz, Bettina Högner, Marc Peschke, Luminita Sabau. Hatje Cantz 2006. Dt./Engl. 128 Seiten, 121 farbige Abb. ISBN 3-7757-1830-3

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