TITEL kulturmagazin
Montag, 27. Februar 2017 | 19:11

 

Benjamín Katz: Georg Baselitz

29.07.2004

 

Kunstvoller Kontakt

Der Bildband des Fotografen Benjamin Katz präsentiert den Künstler Georg Baselitz.


 


„Wo ein Künstler ist, ist Katz nicht weit.“ (Kathrin Luz in „Die Zeit“) – der Fotograf Benjamin Katz (geb. 1939 in Antwerpen) geht im Allgemeinen bei Künstlern ein und aus und im Besonderen bei Georg Baselitz schon seit 1957. Beide kennen und mögen sich und das sieht man den „Photokontakt“-Aufnahmen auch an: Die Atmosphäre stimmt, denn dies ist nicht die erste fotografische Begegnung von Katz mit dem 1938 im sächsischen Deutschbaselitz geborenen Künstler (eigentlich: Hans-Georg Kern).

Manchmal meint man zwar noch zu erkennen, dass Baselitz bemüht ist, den anwesenden Fotografen Katz während seiner Arbeit zu vergessen. Zumeist aber stimmt, was Heinrich Heil in einem einleitenden Kurzessay (dt./engl.) schreibt: „Es gilt, jenen Augenblick abzupassen und aus dem Zeitfluß herauszuschlagen, da der andere vergisst zu posieren. Jetzt lässt er los, und bevor er wieder zurückfindet ins Aufschneiden, gehört er in die Kamera. Nur dieser flüchtige Moment wird zählen, alles davor und danach wirft der Photograph weg, nicht zu retten, wie versalzenes Essen. Das Beste vom Fang sichtbar zu machen, bereitet Freude ...“

Der eher affektierte Begleittext allerdings weniger, bietet er selbst doch zuviel Stilisierung und zuwenig Inhalt. Dieser Informationsmangel im Text wird leider auch nicht durch einen Anhang mit Bildlegenden aufgefangen. Diese fehlen völlig, was bei einem Kunstbuch eigentlich ein Unding ist. Deswegen den Fotoband zu verdammen wäre indes viel zu hart, denn die Fotos von Benjamin Katz präsentieren einen Künstler, den man einfach einmal so gesehen haben muss: Der oftmals als ,Enfant terrible' bezeichnete Georg Baselitz, der sich selbst gerne verschlossen präsentiert, erscheint auf einigen Aufnahmen ungewohnt offen, zugänglich, ja heiter und schalkhaft. Darüber hinaus kommt der Werkstattcharakter und die Atmosphäre – etwa bei der Arbeit am groben Holzklotz oder beim Anfertigen einer Holzskulptur – sehr lebendig zum Ausdruck. Man sieht: Hier wird eine Kunst, die manchmal auf dem Kopf steht, gekonnt geschaffen und nicht künstlich hergestellt.

Die teils einzelnen, teils seriell miteinender verbundenen Fotografien erstrecken sich über den Zeitraum von 1978 bis 2003.

Aktuell sei auf die Ausstellungen „Photokontakt. Benjamin Katz: Georg Baselitz“ und „Georg Baselitz: Bilder, die den Kopf verdrehen“ in der Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland, Bonn, verwiesen.
02. April bis 05. September 2004
Informationen unter http://www.kah-bonn.de/

Olaf Selg































Benjamín Katz: Georg Baselitz. Photokontakt
Fotoband.
Wienand. 2004. Geb. 76 Seiten mit 54 Duotonabb. und einer Klapptafel. ¤ 14,90.
ISBN 3-87909-842-5














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