»Der Begriff >politische Korrektheit< hat mich immer abgestoßen, weil er mich an Orwells Gedankenpolizei und den Faschismus erinnert.« (Helmut Newton
Damals, vor 13 Jahren, als der 1920 in Berlin geborene Fotograf seinen Werk- und Lebensprogress in einer erschlagenden Sonderedition präsentierte. Heute ist Helmut Newton seit fast einer Dekade tot und der publizistische Meilenstein ein Vielfaches des ursprünglichen Kaufpreises wert. In Retrospektive scheinen die 10.000 Dollar für eines der auf die gleiche Stückzahl limitierten Exemplare fast angemessen. Ambivalente Gefühle gegenüber SUMO hat dessen Einfügung in einen kunsthistorischen Kontext geebnet: Das teuerste Buch des 20. Jahrhunderts war kurz nach der Publikation von Sammlern vergriffen, sogar das New Yorker MOMA sicherte sich ein Exemplar.
SUMO ist schwer zu fassen, sinnbildlich und praktisch, trotz des auf fünf Kilo reduzierten Gewichts der von June Newton revidierten Neuauflage. Im ranken Format von einem halben Meter ist die erschwingliche Fassung genauso prall von Fotos, über die Newton im Vorwort sagt, er mache sie am liebsten »von denen, die ich liebe, denen, die ich bewundere und denen, die ich hasse.« Ihre Gesichter gehören Kinogöttinnen wie Liz Taylor, Ava Gardner und Isabella Rossellini, deren männlichen Pendants Clint Eastwood und Dennis Hopper, Meisterregisseuren wie Billy Wilder und John Huston, Kunstexzentrikern wie Dalí oder Andy Warhol, Musikgrößen wie Serge Gainsbourgh und Marianne Faithfull und Modeidolen wie Verushka und Twiggy.