»Open door, so I walk inside, close my eyes, find my place to hide« (Metallica)
Sie vermitteln die großzügigen Fensterfronten, die Einblick in das gewähren, was verborgen werden soll. Sein würfelartiges »4x4 House« in Kobe wiederum erinnert gleich anderen Häusern in der Kombination von kühnem Modernismus und skurriler Kantigkeit an Lego-Konstruktionen oder Bauklotz-Türme, zusammengesetzt vom Architekten als verlängertem Arm eines Kindheitsträume auslebenden Bauherren. Die modernistische Wohnarchitektur – erwachsene Nachahmung kindlichen Höhlenbauens? Dies zumindest suggeriert Bottas Vorstellung eines Wohnhauses: »Eine in den Felsen geschlagene Höhle«, die dem Mutterschoß entspräche. Ihm solle ein Haus gleichen, meint er. Doch gerade weich, vertraut und behaglich wie man es damit assoziiert wirken die Objekte nicht.
Das »Lucky Drops House« in Tokio, entworfen vom Atelier Tekuto für ein Ehepaar mit Katze, und verbirgt diesen Höhlencharakter unter einer weit größeren Fläche als der, die der schmale Milchglasbau – Tribut an die Sehnsucht nach der schützenden Transparenz – ebenerdig einnimmt. Die totale Abgeschlossenheit setzt sich in der klinisch weißen Innenarchitektur fort. Ästhetisch ist das an die Krankenstation in einem U-Bootbauch erinnernde Gebilde interessant, doch man hofft unwillkürlich, dass nie eine Katze in den metallischen Kammern, die großteils unterirdisch angelegt sind, hausen muss. Und auch Menschen möchte man es nicht wünschen.
Die Ambivalenz klingt im Vorwort an, wo Jodidio schreibt, die grundlegenden Vorstellungen von Schutz, Leben und Tod blieben an jedem Wohnort eng mit der Architektur des Alltagslebens verbunden – »obwohl es unterschiedliche Vorstellungen zwischen einem Haus und einem Zuhause geben mag.« Dieser Unterschied konditioniert den Buchtitel: »100 Houses« – nicht »100 Homes«.