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    Freitag, 23. Juni 2017 | 19:24

    Dürer - Cranach - Holbein in der Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung München

    24.11.2011

    Subtile Gesichter. Deutsche Renaissance-Portraits

    Nach der Berliner Schau Gesichter der Renaissance hat BJÖRN VEDDER nun auch in München die hohe Kunst des Portraits bestaunt.

     

    »Was malt er nicht alles, auch was man nicht malen kann […] die Sinneswahrnehmung, alle Gefühle, endlich die ganze Seele des Men­­­schen wie sie sich in der Bildung des Körpers offenbart, fast sogar die Stimme selbst« (Erasmus von Rotterdam über Albrecht Dürer)

     

    Die Kunsthalle der Hypo-Kulturstiftung in München zeigt vom 16. September 2011 bis zum 15. Januar 2012  eine bemerkenswerte Ausstellung zur deutschen Portraitmalerei: Dürer – Cranach –Holbein. Die Entdeckung des Menschen. Das deutsche Portrait um 1500. Eine gewisse Nähe zur Blockbuster-Ausstellung Gesichter der Renaissance, die noch bis zum 20.November im Berliner Bode-Museum zu sehen sein wird, ist augenscheinlich.

     

    Dabei ist die Münchner Ausstellung viel kleiner und viel schöner zu besuchen, aber auch nicht so hochkarätig bestückt wie die Berliner. Das liegt nicht nur an der Beschränkung auf das deutsche Renaissance-Portrait, die gerade angesichts der Berliner Überfülle gut und vernünftig erscheint. Vielmehr kann vielleicht auch innerhalb der Auswahl der Kuratoren manches vermisst werden. Das legt zumindest der Beitrag von Karl Schütz nahe, den dieser für den insgesamt schön zu lesenden und blätternden Katalog verfasst hat. Schütz, ehemaliger Direktor der Gemäldegalerie am Kunsthistorischen Museum Wien, betont in seinem Essay über die Entwicklung des Portraits in der Dürerzeit jedenfalls die besondere Bedeutung zahlreicher Werke innerhalb dieser Entwicklung, die in der Ausstellung nicht zu sehen sind – etwa Dürers berühmte Selbstportraits, die auch von manchem Besucher schmerzlich vermisst wurden.

     

    Hans Holbein d. J.,
Charles de Solier, Sieur de Morette, 
um 1534/35, 
Gemäldegalerie Alte Meister ,
Dresden Hans Holbein d. J.,
    Charles de Solier, Sieur de Morette,
    um 1534/35,
    Gemäldegalerie Alte Meister ,
    Dresden

    Ein exquisites Seitenstück

    Die Gliederung der Ausstellung ist in ihrer Systematik nicht leicht nachzuvollziehen, weil sie weder strikt historisch, noch nach Malern noch nach einem anderen sachlichen Merkmal verfährt, sondern nach einer Mischung von all diesem geordnet zu sein scheint, die sich zumindest dem Rezensenten nicht erschlossen hat.

     

    Ihr zentrales Anliegen aber, die besondere Stärke der deutschen Portraitkunst in der teils psychologisch subtilen Erfassung einer Person bzw. Persönlichkeit aufzuzeigen, ist der Ausstellung bravourös gelungen. Insbesondere dem mit einem Katalog bewaffneten Besucher eröffnet sich ein nicht nur breiter, sondern auch tiefer Einblick in das deutsche Bildnis um 1500. Dazu trägt auch eine im Einzelnen oft sehr geschickte Hängung bei, die Stilentwicklungen bei einzelnen Malern oder künstlerische Beziehungen der Anregung und Nachfolge unter verschiedenen Künstlern gut sichtbar macht.

     

    Die weitere These der Kuration, die psychologische subtile Darstellung der deutschen Bildnismalerei zeichne diese gegenüber der altniederländischen und italienischen Portraitmalerei aus, die ihr eben darin unterlegen seien, darf allerdings nicht nur bezweifelt werden, sie kann auch an den hier gezeigten Bildern überhaupt nicht überprüft werden. Wollte der Besucher sich ein Urteil darüber bilden, müsste er die hier gezeigten Bilder mit niederländischen oder eben italienischen Bilder vergleichen, wie sie etwa im Bode-Museum zu sehen sind. So zeigt sich die zur Berliner Ausstellung dialogische Konzeption der Münchner Schau bis in die kuratorische Werbung hinein. Missen sollte man dieses exquisite Seitenstück allerdings nicht.

     

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