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    Sonntag, 25. Juni 2017 | 12:36

    Jane´s Journey. Die Lebensreise der Jane Goodall

    02.09.2010

    Prädikat ,,Gutmensch"?

    Jane Goodalls milde lächelndem Gesicht in diesen Tagen zu entkommen fällt schwer, kaum eine Zeitschrift oder Zeitung lässt den Filmstart von Jane´s Journey unkommentiert. Da darf das Buch zum Film nicht fehlen, oder? Von BEATE MAINKA

     

    Gerda Melchior und Volker Schütz traten bisher als Co-Autoren so bedeutender Zeitgenossen wie Hansi Hinterseer, Andy Borg oder Matthias Steiner in Erscheinung, jetzt haben sie das Drehbuch zu dem heute anlaufenden Film über Janes Goodalls Leben und Arbeit in Prosa übertragen. Keine wirklich illustre Gesellschaft, in die Jane Goodall da, höchstwahrscheinlich unfreiwillig, geraten ist. Immerhin tritt sie als Verfasserin des ersten Vorwortes in Erscheinung, danach erfahren wir in einzelnen Episoden, was wir dann im Film gesehen haben - nur eben in Buchform.

     

    Yellow press in Buchform?

    Da werden Einstellungen beschrieben, wir dürfen am Innehalten der Lady teilnehmen, wenn sie ihre bewegte Vergangenheit Revue passieren lässt, wir begleiten sie auf ihren zahlreichen Reisen rund um den Globus, um zu erleben, wie sie unermüdlich ihre zahlreichen Projekte vorwärts treibt. Das mag im Film funktionieren, als umgearbeitetes Drehbuch überzeugt es nicht ganz, zumal der etwas schlichte und BUNTE-Lesern bestens vertraute Sprachduktus dem Thema bei weitem nicht gerecht wird.

     

    Warum dann ausgerechnet einer Begegnung Jane Goodalls mit der Schauspielerin Angelina Jolie ein ganzes Kapitel gewidmet ist, ist wohl genau dieser Klientel geschuldet. Und viele Fotos gibt es auch im Mittelteil des Buches: Jane mit der Crew in Afrika, Jane mit der Crew in South Dakota, in Grönland usw., schließlich wil auch dem Auge des Lesers etwas geboten werden. Darauf fehlt dann auch Mr. H nicht, das putzige Plüschäffchen, das Goodall seit fünf Jahren überallhin begleitet und immer wieder Anlass zu drolligen Anekdoten bietet. Aber hat diese Frau nicht mehr zu bieten?

     

    Verdienter Respekt

    Doch, hat sie! Mit dem Bericht von Lorenz Knauer über die Entstehung des Films und einem ausführlichen Anhang gibt es dann endlich Informationen, die wirklich von Interesse sind und dem immensen Lebenswerk von Jane Goodall annähernd gerecht werden. Lebenslauf, Hintergrundinformationen über ihre diversen Projekte, eine kleine Einführung in das Leben der Schimpansen, Internet-Adressen, eine Literaturliste, Links - hier endlich erfährt derjenige, der bisher durchgehalten hat, dass Goodall in ihrem Leben so viel erreicht und bewegt hat, dass man nur staunend und bewundernd davor den Hut ziehen kann. Als 22-jährige Sekretärin belächelt in den Urwald von Afrika zu gehen, um eine bis dato kaum wahrgenommene Spezies laienhaft zu beobachten und daraus im zweiten Schritt ein weltumspannendes Netzwerk zur Rettung unseres Planeten aufzubauen, verdient unseren Respekt und unsere Unterstützung.

     

    Die Welt braucht sie

    Vielleicht mag den einen oder anderen die momentane mediale Omnipräsenz von Jane Goodall nerven, für ihre Projekte sind sie eine hervorragende und notwendige Werbung. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie genau da greifen, wo sie weltweit vor Ort benötigt werden, und zwar nachhaltig und Dank unkonventioneller und pfiffiger Ideen. Dazu setzt die unermüdliche 76-jährige besonders auf die Jugend, sie erwartet keine Wunder, aber sie handelt nach der Prämisse, dass jeder noch so kleine Erfolg eine Wandlung zum Besseren nach sich zieht. Hoffentlich behält sie Recht damit! Von daher ist dieses Buch vielleicht doch nicht ganz überflüssig, zumindest als Werbeträger einer bedeutenden Idee.

     

    Hier geht´s zum Interview mit Jane Goodall und zum Gewinnspiel!

     


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    Name:
    Kommentar:
    ich wiel es
    | von maria kürkülü, 30.09.2010

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

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