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    TITEL kulturmagazin
    Sonntag, 23. April 2017 | 07:26

     

    Cath Carroll: Tom Waits

    28.04.2005

     
    Musikalischer Lumpenproletarier

    Anlässlich des neuen Albums von Tom Waits, ”Real Gone“, liefert Cath Carroll ein aktualisiertes Portrait des Rockmusikers.

     

    Populäre Kultur beweist sich unaufhörlich als ein vielblättriges, ständig sprießendes Gehölz, in dessen Schatten die glänzendsten Perlen gedeihen. Kaum sitzt jedoch ein Trend im Rampenlicht, ruckelt schon der nächste am Rockzipfel. Da ist es schon bemerkenswert, dass großartige Künstler das Zerren am Rock wegstecken wie ein kleines Stolpern im Dunkeln.

    Tom Waits zählt dazu. Der außerhalb von kurzlebigen Hitparadenplatzierungen ein nahezu eigenständiges Werk Pflegende hält seine Anhänger mit Außenseitertum, verlorenen wirkendem Habitus und als Sprachrohr einer anderen Gesellschaft unter Dampf. Ein Aspekt, den Cath Carroll ausführlich in ihrer aktualisierten, neu aufgelegten Werkbiographie behandelt. Das Buch ist bis zum aktuellen Waits-Album "Real Gone" fortgeschrieben (Stand: Januar 2005). In der Reihe "The Music Makers" des Hannibal Verlages erschienen, verzeichnet der Band alle regulären, kenntnis- und assoziationsreich kommentierten Veröffentlichungen von Tom Waits sowie die Singles, Compilations, Coverversionen anderer Musiker und Waits' Beteiligungen bei anderen Musikprojekten.

    Der Mann hat keine Stimme, sein Äußeres wirkt oft ungepflegt und ärmlich. Von nachlässiger Eleganz geprägt liefert er keine Schlagzeilen, seine mangelhafte öffentliche Präsenz lässt viele Wünsche unerfüllt. Kurzum: Er ist der geborene Anti-Popstar. Ein Phänomen im Rockzirkus ist dieser Mann trotzdem. Viele verehren ihn abgöttisch: Der Messias im Gewande eines Lumpenproleten. Seit den Achtzigern ist Waits nicht nur ein Liebling der Kritiker, sein guter Name steht längst bei vielen Fans dieser spannenden, quer gedachten Musik an vorderster Stelle.

    Cath Carroll lässt viele gute Haare an Tom Waits. Ihr Text ist freundlich, aber nicht anbiedernd. Ihr ist es gelungen, einen großen Künstler in seiner Bedeutung darzustellen, ohne ihn seinem Wesen und seiner eigenen Vorstellung zu entkleiden. Das spricht natürlich auch für den Porträtierten, das spricht aber auch dafür, dass Carroll sich in dessen Leben und Werk ziemlich tief eingegraben hat.

    Klaus Hübner



    Cath Carroll: Tom Waits
    Aus dem Englischen von Christoph Gurk
    Hannibal Verlag, Höfen, 2005
    Taschenbuch, 179 S., EUR 10, 50
    ISBN: 3-85445-190-3


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