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    TITEL kulturmagazin
    Samstag, 19. August 2017 | 16:39

     

    Johnny Cash. Die Autobiographie

    18.11.2004

     
    Cash über Cash

    Hier erzählt ein Mann, der für Country lebte und für den Ehrlichkeit ein wichtiges Attribut seines Berufes war, der an und mit seiner Musik gelitten hat, weil er oft zweifelte und den Zweifel mit Drogen bekämpfte, dieser Mann erzählt aus einem ereignisreichen Leben zwischen Realität und Mythos.

     

    Zuhause, erinnert sich Johnny Cash, der Mann in Schwarz, der vor über einem Jahr einundsiebzigjährig gestorben ist, zuhause sei viel gesungen worden – im Haus, auf der Veranda, auf den Feldern, überall. Seine Mutter glaubte an sein Talent und legte sich krumm, um ihm die Gesangsstunden zu bezahlen. Doch die Gesangslehrerin, eine sehr hübsche, junge Lady, riet ihm, oh Wunder, dringend ab, seine Stimme ausbilden zu lassen. „Als ich fertig war, sagte sie: ‚Nimm nie wieder Gesangsunterricht. Laß dir bloß nicht durch mich oder irgend jemand anderen deinen Gesangsstil verändern.’ Dann schickte sie mich nach Hause“

    Zum Glück für seine Fans und für seine Karriere hat sich Johnny Cash offensichtlich an diesen Ratschlag gehalten. Denn seine markante Stimme ist neben seiner Klasse als Songwriter das schwerwiegendste Kapital. In seinen Memoiren erzählt er viel von seinem erst einfachen, dann schwierigen Leben, von seiner besten Zeit, die er in den sechziger Jahren gehabt habe, von der Hölle des Showgeschäfts und den diversen Karrierebrüchen und anschließenden Wiederauferstehungen.

    1997 erschienen bei Harper Collins seine Memoiren, die 1999 in deutscher Übersetzung herauskamen. Der im diesjährigen Bücherherbst veröffentlichte Nachdruck des dickleibigen Werkes erscheint unverändert mit aktualisierten Diskografie. Sonst ist Text unverändert übernommen worden, denn Tote schreiben normalerweise ihre Erinnerungen nicht selbst fort.

    Hier erzählt ein Mann, der für Country lebte und für den Ehrlichkeit ein wichtiges Attribut seines Berufes war, der an und mit seiner Musik gelitten hat, weil er oft zweifelte und den Zweifel mit Drogen bekämpfte, dieser Mann erzählt aus einem ereignisreichen Leben zwischen Realität und Mythos. Dass er die Schattenseiten seines Künstlerdaseins nicht unter den Teppich kehrt, macht die Autobiographie des rebellischen Herrn Cash zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme.

    Klaus Hübner


    Johnny Cash mit Patrick Carr: Cash. Die Autobiographie.
    Aus dem Amerikanischen von Sylke Wintzer und Peter Dürr.
    Palmyra Verlag. Heidelberg. 2004.
    379 Seiten. 17,90 Euro.
    ISBN: 3-930378-58-2.

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