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    TITEL kulturmagazin
    Dienstag, 27. Juni 2017 | 15:46

     

    Jean Amery - Biografie

    01.08.2004

     
    Auschwitz-Häftling Nr. 172364

    Jean Améry – Versuch einer Rückkehr des Geistes als Person und PassionEine missratene Biografie und der Fortschritt seiner „Werkausgabe“


     

    Jean Améry war in den nur 12 Jahren, in denen er in der Bundesrepublik als brillanter Essayist, Kritiker und Romancier präsent war (1966/1978), bevor er sich in Salzburg das Leben nahm, ein solitäres „Leuchtfeuer“ unabhängiger linker Intelligenz. Der aus Österreich stammende, in Brüssel lebende Schriftsteller, hatte Auschwitz überlebt und nach dem 2. Weltkrieg in Jean-Paul Sartres Existentialismus einen militanten Humanismus erblickt. Nun liegt nach 3 Bänden einer auf 9 Bände konzipierten Werkausgabe eine erste Biographie vor.

    Nach seinem Freitod 1978 ist es um den 1912 in Wien in einer jüdischen Familie geborenen Hans Mayer von Jahr zu Jahr stiller geworden. Er war erst ab 1966 in der Bundesrepublik bekannt geworden, als seine Essaysammlung „Jenseits von Schuld und Sühne“ unter seinem nom de plume Jean Améry erschien. Später folgten noch die Essays „Über das Altern“ und „Hand an sich legen“, die geistige Autobiographie „Unmeisterliche Wanderjahre“ und die zwei Roman-Essays „Lefeu oder Der Abbruch“ und „Charles Bovary, Landarzt“.

    Nur 12 Jahre lang war der überlebende Auschwitzhäftling Nr. 172364, der nach seiner Emigration aus Österreich 1938 in Belgien gelebt hatte, wo er 1943 als Mann des Widerstands von der deutschen Gestapo verhaftet, gefoltert und deportiert und 1945 in Bergen-Belsen von den Engländern befreit worden war, einer der großen zeitkritischen Autoren in der Bundesrepublik. Zuvor hatte er mit kulturjournalistischen Brotarbeiten, die eine Zürcher Agentur nur an Schweizer Zeitungen vertrieb, mühsam sein Auskommen gehabt. Durch die Aufmerksamkeit und die Aktivität des Südfunk-Redakteurs und Schriftstellers Helmut Heißenbüttel erwarb Améry endlich eine ökonomische Basis, ohne die sein weitgefächertes Oeuvre wohl kaum zustande gekommen wäre.

    Das Debüt eines 54jährigen

    Alfred Andersch begrüßte das bundesdeutsche „Debüt“ des 54jährigen Jean Améry mit den Worten: „Die Rückkehr des Geistes als Person“. Damit war der vom Wiener Neopositivismus zum kritischen Rationalisten und vom Sartreschen Existentialismus zum aufklärerischen Humanisten geprägte Verehrer Thomas und Heinrich Manns als Solitär der europäisch-deutschen Linken treffend charakterisiert. In seinem französisch imprägniertem Schriftstellernamen hatte er sich eine sprachliche Identität erschaffen, die seiner existentiellen Situation entsprach: ein deutsch mit französischen Einsprengseln höchst elegant, eloquent und brillant schreibender emigrierter Österreicher. Letzteres hörte man seiner sanften Sprachmelodie angenehm an, wenn er seine Arbeiten im Rundfunk oder auf öffentlichen Foren sprach, wohin er häufig geladen wurde.
    Aus der Heimat vertrieben, von den Deutschen zur Ermordung bestimmt, verharrte der Entkommene während seiner „gestundeten Zeit“ (I. Bachmann) an seinem Wohnsitz Brüssel: zwischen den ihn bestimmenden Kulturen Frankreichs und Deutschlands. „Emigrant“ war & blieb er aber auch noch nach 1945 in einem fundamentaleren Sinne. „Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt“, ist seine zentrale Erfahrung, mit der er in „Jenseits von Schuld und Sühne“ die ihm widerfahrene Tortur als Grundtatsache sowohl seines „Ressentiments“ gegen die „Vergangenheitsbewältigung“ qua Versöhnung von Tätern und Opfern bestimmte, wie auch der permanenten Selbstbezweifelung des Intellekts, dessen Ohnmacht der einstige Geistgläubige am eigenen Leibe im entmenschenden KZ als fortschwärende Wunde erlebt hatte.

    „Revision in Permanenz“ nannte er seine intellektuelle Praxis als Essayist und Erzähler. Nur in radikaler Subjektivität der Klarheit rationalen Denkens zu folgen und dabei alle Gewissheiten in Frage zu stellen, schien ihm der historischen Situation nach dem von ihm haut- & körpernahe erlittenen Zivilisationsbruch der deutschen Verbrechen adäquat. Allenfalls im Scheitern, in der artikulierten Ohnmacht gegenüber dem fortgesetzten Weltlauf schien ihm noch etwas von der depravierten „Ehre“ des humanen Gedankens zu retten möglich. Dieser prekären „Rettung“, auf der Grenze zwischen (absurder) Revolte & (naheliegender) Resignation, galt seine geistespolitische, literarische und ethische Aktivität. Er war ein radikal aufklärerischer Moralist der Linken.

    Paradoxien eines Überlebenden

    Mit dem Paradox, daß dem eher hinterwäldlerischen, a-religiösen jungen Autor, der sich für das reaktionäre „Schrifttum“ seiner Zeit begeisterte, der Nationalsozialismus eine jüdische Identität aufzwang (wie auch ganz zuletzt die Identifikation maßgeblicher Teile der westdeutschen Neuen Linken mit den Palästinensern ihn an die Seite Israels vertrieb), hatte er „zu leben“. Ebenso mit der Paradoxie, daß er als 54jähriger, zwangsweise zu spät hervorgetretener Schriftsteller ausgerechnet und allein in Deutschland als herausragender, viel gefragter & gehörter kritischer Geist endlich wahrgenommen wurde und ihm (und seiner zweiten Frau Maria) seine deutsche Präsenz, nach langen Jahren journalistischer Fron außerhalb Deutschlands, ein einigermaßen sicheres Ein- & Auskommen gestattete. Denn eine „Wiedergutmachungszahlung“ bekam er nicht. Seine Heimat Österreich lehnte sie ab, sie in der Bundesrepublik einzufordern, unterließ er. Es wäre ihm, darf man annehmen, gegen die eigene geistige Ehre gegangen und einer „Versöhnung“ gleichgekommen.

    Jean Améry wollte von & mit nichts sonst (über)leben, als von seiner Hände- & Kopfarbeit. Daß er mit seinem Essay über die „Tortur“ (die er als Essenz, nicht Akzidenz des Nationalsozialismus begriff) die öffentliche Auseinandersetzung über den Zivilisationsbruch des Holocaust in Deutschland erst so recht literarisch-essayistisch beförderte, stigmatisierte ihn in seiner Selbstwahrnehmung. Mehr und mehr glaubte er sich zum „Berufs-Nazi-Opfer“, ja – wie er gegen sich mit ihm sonst fremdem Zynismus bemerkte – zum „Auschwitz-Clown“ gestempelt. So willkommen dem zarten, kleinen Mann öffentliche Resonanz und Anerkennung als kritische Instanz in den intellektuellen, moralischen und politischen westdeutschen Debatten auch war: Im sartreschen Sinne sah er sich erneut auf eine fremdbestimmte, ihm auferlegte Identität festgelegt, die seine Freiheit und künstlerische Potentialität einschränkte, wo nicht gar verdunkelte.

    Romancier: die Sehnsucht des Essayisten

    Denn so sehr er sich in der freischweifenden Artistik des Essays, in der Domäne Montaignes, souverän und ganz in eigenem Ton bewegen konnte, so sehr sah er sich, nach der Niederschrift seines ersten, unpublizierten Romans „Die Schiffbrüchigen“ (1935), doch genuin als lebensgeschichtlich bislang verhinderte Erzähler. Seine innerste literarisch-sprachliche Intention erblickte er in der epischen Königsdisziplin des Romans erblickte. Der literarische Ehrgeiz, nicht „ewig nur als Essayist“ gelobt, sondern endlich auch als Romancier, trotz des übermächtigen Schattens Thomas Manns oder gar Prousts, in Deutschland anerkannt zu werden, richtete sich auf seinen „Lefeu oder der Abbruch“. Er publizierte diesen 1974 als Summe seiner Nachkriegserfahrungen eines „Toten auf Urlaub“, nach dem Vorbild eines befreundeten, in Paris Clochardhaft lebenden Malerfreundes. Noch bevor er mit der Resonanz auf diesen Essay-Roman konfrontiert wurde, hatte er aber einen missglückten Versuch der Selbstabschaffung unternommen. Vorzeitig entdeckt und zwangsweise ins Leben zurückgerufen, was ihm eine besondere Demütigung zu sein schien, empfand er die negative Resonanz der von ihm für tonangebend erachteten Kritik der „FAZ“ und der „Zeit“ (M. Reich-Ranicki und Fritz J. Raddatz) als Bestätigung seiner vorauseilenden Resignation. Verzweifelt und wütend zerriss er sein „Lefeu“-Exemplar, ein äußerster Akt der „Selbstdemolation“.

    Ahnend, daß auch seinem zweiten Roman „Charles Bovary, Landarzt“, eine (auch gegen Sartres monumentale Flaubert-Ausschweifung des „Idioten der Familie“) versuchte humane Ehrenrettung des von Flaubert verhöhnten Ehemanns der romantischen Heldin, ebenso wenig den herbeigesehnten Durchbruch als Erzähler bringen würde, nahm er sich kurz vor der Buchmesse 1978 in Salzburg das Leben. „Am Ende meiner Kräfte“, schreibt er im Abschiedsbrief an Maria Améry und fügt hinzu: “Ich kann meinem Niedergang, intellektuellen, physischen, psychischen, nicht zusehen“.

    Schon in seinem ersten unveröffentlichten Roman handelt Améry vom Freitod und widmet dem lebenslänglichen Thema zwei Jahre nach seinem ersten Versuch und zwei Jahre vor seinem zweiten, den „Weg ins Freie“ zu finden, seinen großen Essay „Hand an sich legen“. Ob ihm, selbst bei überwältigend positiver Resonanz für seine Romane, „auf Erden zu helfen gewesen“ wäre, bleibe dahingestellt. Schließlich gehört eine Heinrich-v.-Kleist-Novelle, unmittelbar nach 1945 geschrieben, zu seinem Nachlass, und der Tod ist als Grundmelodie, wenn nicht gar Generalbass fast immer präsent gewesen in seinen Arbeiten.

    Biographie als Danksagung?

    Der „1944 in der Emigration in Frankreich geborene“, heute an der „Université Libre de Bruxelles“ lehrenden Germanistin Irene Heidelberger-Leonard verdanken wir, daß rund zwei Jahrzehnte nach Jean Amérys Tod eine erste, auf 9 Bände veranschlagte „Werkausgabe“ des Autors erscheint, von der bereits 3 Bände publiziert sind. Ebenso sehr wird man aber der von Jan Philipp Reemtsma aus seinem Privatvermögen gespeisten „Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur“ danken müssen. Ohne ihre finanzielle Unterstützung hätte Amérys Verlag Klett-Cotta wohl kaum das ökonomisch riskante, editorisch aufwendige Unternehmen angepackt.

    Es ist wohl als Dankesschuld an die Gesamtherausgeberin der Améry-Werkausgabe (in der sie nur einen Band selbst ediert) gedacht, daß sie nun die erste Biographie des von ihr betreuten Autors schreiben konnte oder durfte. Entgegen anderslautenden pauschalen Rezensenten-Belobigungen scheint mir jedoch die Arbeit Irene Heidelberger-Leonards mißglückt – und zwar in vielerlei Hinsicht.
    Selbst wenn man von der Biografie als einer eigenen literarischen Kunstform, die eine grundsätzliche schriftstellerische Inklination beim Biographen voraussetzt, vollständig absieht, so ist doch die Differenz zwischen dem Autor & seinem Werk, der Luzidität seiner Argumentation und der ganz eigenen Meisterschaft seiner nuancenreichen Prosa und dem, was uns Irene Heidelberger-Leonard hier als Biografie Amérys vorsetzt und (es muß leider auch gesagt sein:) zumutet, nicht nur enorm, sondern auch bestürzend.

    Die Brüsseler Germanistin, die soviel akademisch für das Eingedenken Amérys getan hat, ist als seine Biografin in jeder Hinsicht überfordert: kompositorisch, stilistisch und intellektuell. Schon die Selbstbelobigung des Klappentextes gerät unfreiwillig zur Selbstanzeige: „Zusammen mit der klaren, luziden Nachzeichnung der geistigen Positionen Amérys ist dieses Buch geeignet, uns fühlen zu lassen, was eigentlich wir heute nicht mehr besitzen“. Der verschwiemelt-unverständliche zweite Teil des Satzes dementiert, was zu Unrecht in seinem ersten Teil behauptet wurde. Denn: „klar und luzide“ kann man das Buch leider weder im Großen noch im Kleinen nennen.
    Statt in aller positivistischen Bescheidenheit Amérys Leben chronologisch von A nach B und dann bis Z durchzubuchstabieren – was zumindest die ersten 6 Kapitel von 1912 –1965 zu signalisieren scheinen –, durchschießt die Biografin aber schon diese Entwicklungsgeschichte mit Vor-, Rückgriffen & Exkursen, als gelte es jeweils die Notizen unterzubringen, die ihr beim Erstellen der Chronologie eingefallen sind. Wenn sie dann zu den Hauptwerken kommt, wird die Chronologie völlig aufgegeben, um die „autobiografische Trilogie“ von dem „Erzähler Améry“ zu separieren – als sei nicht Beides aus dem gleichen Impetus des „écrivain“ hervorgegangen und essayistisch verzahnt.

    Hangeln & Würgen in Kleinteiligkeit

    Geradezu enervierend ist bei Heidelberger-Leonards Darstellung zweierlei: zum einen die Aufstückelung aller Kapitel in eine (nahezu) Hundertschaft von kleinteiligen Unterkapitelchen mit angestrengt kulturironischen Titeln wie „Die Leiden den jungen Gymnasiasten“, „To be or not to be“, „A star is born“, „Kein Ort nirgends“, „Der kurze Brief zum langen Abschied“. Das ist umso peinlicher, als Frau Heidelberger-Leonard damit schriftstellerischen Ehrgeiz anmeldet und den von literarischer und philosophischer Bildung gesättigten, ironischen Stil Amérys zu imitieren trachtet, ohne doch auch nur die Spur einer nach- oder ausweichlichen literarischen oder intellektuellen Kompetenz zu besitzen.

    Zum anderen aber hangelt sich der referierende Text ängstlich von einem Winzling von Zitat zum nächsten, mal ist jedes einzelne Stückchen ausgewiesen, mal ganze Passagen nicht, und was noch ärgerlicher ist: vielfach fehlen die Abführungen bei den Zitaten, so daß man nur ahnen kann, wo sie enden – eine erstaunliche, um nicht zu sagen: den Leser beleidigende wissenschaftliche Schlamperei für eine germanistische Lehrstuhlinhaberin.

    Aber es kommt noch schlimmer, und dafür will ich nur zwei Beispiele anführen, die mich an der fachlichen Kompetenz der Biografin, mit dem überlieferten Originalmaterial sinnadäquat umzugehen, zweifeln lassen. Offenbar aus einem autobiografischen Text Amérys über seine Schulzeit zitierend, zitiere ich jetzt im Heidelberger-Leonardschen „Originalton“ eine Passage von S.21:
    >Der Unterricht selber ist zum größten Teil „unappetitlich“. Hier meldet sich schon der Ästhet: „Der Raum war überheizt stickig vom Dampf der trocknenden Armeleutekleider“. Der „dünnhaarige, dünnlippige, dünnstimmige“ Lehrer sprach ein mühsames Hochdeutsch, für dessen Lächerlichkeit ich höchst aufnahmefähig war, und die armseligen Pausen-Raufereien, erschienen mir...kindisch genug“.<
    Zum ersten ist hier (wie häufiger) ein An- & Abführungssalat angerichtet worden, der ungenießbar ist. Zum zweiten bin ich mir nicht sicher, ob J.A. den Unterricht als „zum größten Teil“ unappetitlich bezeichnet hat, weil er sicherlich auch keinen „appetitlichen Unterricht“ vorgezogen hätte. Zum dritten aber kann sich hier nicht schon „der Ästhet melden“ und zwar deshalb nicht, weil sich der Améry von 1957 (!), also der Erwachsene an seine frühe Kindheit erinnert, und zum vierten muß man wahrlich kein (pejorativ besetzter) „Ästhet“ sein, um die Ausdünstungen von trocknenden Armeleutekleidern in der Stickigkeit eines überheizten Schulraums für so unangenehm zu halten, daß man sich daran noch Jahrzehnte später erinnert. Diese Zu- & Abrichtung des autobiographischen Zitats zeigt sehr deutlich, wie die Biografin (falsche) Spuren legt, um ihrer These von dem „Ästheten Améry“ schon früheste Bodenhaftung zu geben.

    Manipulative Sprachpolitik

    In einem weiteren Fall (S. 125) geht es um das Verhältnis Jean Amérys zu seiner zweiten Frau Maria. Sie lebte, noch mit einem anderen verheiratet, in New York, war aber im Brüssel der Vorkriegszeit eine enge Freundin von Amérys erster Frau Gina gewesen, über deren weiteres Schicksal Améry nach seiner Verhaftung und Deportation 1943 ebenso wenig wußte wie Maria, die nach New York hatte fliehen können. Nachdem er Maria brieflich gestanden hatte, daß er sie „lieber (habe), als ich es jemals gedacht, gehofft hätte“, weil „sich mir Deine Gestalt mit dem Bild Ginas (durchrankt)“ und er ihr gesteht: „Eine Identifikation, wenn Du willst“, fährt die Biografin mit hochgezogen feministischer Augenbraue fort:
    >Maria, die Gina sehr verbunden war, scheint diese Identifikation nicht zu kränken. Sie trägt ihm an, er möchte doch nach New York kommen. Aber er lehnt das Angebot entschieden ab mit einer Formulierung, die nicht gerade schmeichelhaft für sie ist: „Ich habe zwar hier wahrhaftig nichts zu verlieren“, antwortet er aus Brüssel, „aber dort habe ich gar nichts zu gewinnen“.<
    Warum sollte Maria über die selbstreflexive Offenheit Jean Amérys gekränkt sein? Ist sein Geständnis, sie mehr zu lieben, als er je für möglich gehalten hätte, weil er sie sozusagen in der Dreieinigkeit mit der von den beiden Überlebenden einst geliebten Gina sieht, nicht eher eine sowohl außerordentlich ehrliche wie ehrende Liebeserklärung? Die Formulierung, Maria „trage“ ihm „an“, er „möchte doch nach New York kommen“, ist subtilste pejorative Sprachpolitik der Biographin. Es schwingt ein Liebesantrag mit. Es soll damit eine herzliche, fast unterwürfige Haltung auf Seiten Marias fixiert werden, damit die Biographin nicht nur schneidend dagegen setzen kann, daß A. „das Angebot schneidend ab(lehnt)“, sondern auch damit sie A.s Formulierung, wonach er in Brüssel „wahrhaftig nichts zu verlieren“, in New York „aber gar nichts zu gewinnen“ habe, sich ihrer Voreingenommenheit entsprechend zuschneidern kann. Die Begründung, in Brüssel zu bleiben, war aber, jede Wette darauf, von Améry nicht auf seine Beziehung zu Maria bezogen, sondern schlicht im Hinblick auf seine ganz und gar (alt)europäische Mentalität und seine mögliche journalistische und schriftstellerische Arbeit gedacht, mit der er in den USA gewiß noch nicht einmal einen Blumentopf hätte gewinnen können.

    Ich gestehe, daß diese angeführten Beispiele offenbar unbewussten manipulativen Umgangs mit Zitaten, in Tateinheit mit einer äußerst schlichten, küchenpsychologischen Einschätzung der wehrlosen Objekte, mich gegen alle anderen, wiederholt ebenso unerwünschte moralistische Invektiven oder interpretatorischen Versuche und Urteile der Biografin skeptisch gemacht haben - sofern sie nicht publizierte Texte mit der umständlichen Biederkeit seminaristischer „Nachzeichnung“ auswalzt - und dabei alle Clarté Amérys verdunkelt. Und dort, wo die Biographin hätte recherchieren und dokumentieren müssen, z.B. wie die Einwände der Kritik gegen Amérys Essay-Romane gelautet haben oder auf welches „schöne Gedicht Christian Wagners“ sich der Lebensmüde als Trost in seinem Abschiedsbrief an Maria Améry bezieht: – da (ver)schweigt sie, was sie wissen und darstellen müßte.

    Mangel an Präzision & Recherche

    Ebenso unpräzise und undurchsichtig bleiben alle kontroversen intellektuellen und lebensgeschichtlichen Außenbeziehungen Amérys zu Horst Krüger, Ernst Fischer oder Herman Glaser oder sein Mehrfronten-Bataillen mit Primo Levi, Th.W. Adorno, Foucault und Levi-Strauss. Die Biographin ist überfordert, die zeitgeschichtliche, philosophische und politische deutsche und europäische Szenerie jener Jahre sich und ihren Lesern scharf konturiert vor Augen zu stellen. Die Kontakte & Differenzen werden zwar angesprochen, aber nicht analytisch ausgeschöpft, allenfalls, um nicht allfällig zu sagen, verweist sie auf die Nachworte der Herausgeber der Werkausgabe. Auf die Mutmaßung persönlicher Rivalitäten und subjektiver Ressentiments in Amérys geistig-existentiellen Kontroversen zu rekurrieren, wie es die Biografin tut, offenbart ihre intellektuelle Hilflosigkeit angesichts einer hochexplosiv aufgeladenen intellektuellen und politischen Stimmungslage während der staatlichen Repressionen und im Verlauf der Zersetzungsprozesse innerhalb der (revoltierenden) Neuen Linken. Immer ging es dem aufklärerischen Moralisten um die ungeschmälerte persönliche Verantwortung für jedes Tun & Lassen, das er zunehmend von den geistigen und politischen Strömungen seiner Gegenwart bedroht und eskamotiert sah.

    Jean Amérys berühmtes Zögern in Höfers Frühschoppen, als er von diesem ultimativ gefragt wurde, ob die RAF im Hungerstreik „aufgeben und zur Besinnung kommen“ solle, und er antwortet: „Nicht aufgeben!“ – es wird von Heidelberger-Leonard nicht als das epiphanische Moment in Amérys Nachkriegsbiographie erkannt, in dem sich in nuce die Komplexität und Paradoxie, ja die Essenz seiner intellektuellen und öffentlichen Biografie in allein diesen zwei Worten verdichtet hatte und aus der man mit exegetischer Intelligenz seine solitäre (& solidäre!) geistige und moralische Physiognomie hätte entfalten können!
    Nichts davon, gar nichts bei seiner Biographin, sondern nur eine „missverständliche Formulierung“, die ihn zu Unrecht, „in den Augen des Gesetzes“ zu einem „rechtswidrigen Sympathisanten“ gemacht habe. „Gesetz ist Gesetz: Ein Ermittlungsverfahren wird gegen ihn angestrengt, das drei Monate später (...) nach maximaler psychischer Lädierung wieder eingestellt wird“.

    Die Unwilligkeit der Biografin, präzise und fakten-positivistisch Zeit- & Lebensumstände zu recherchieren, drückt sich in Platitüden wie „Auge des Gesetzes“ oder „Gesetz ist Gesetz“ aus, womit ein weiterer, haarsträubender Mangel dieser Biographie in den Blick kommt: die Sprache. Sie hat keine, die über subjektivistische Wurschtigkeiten und grobschlächtige Betroffenheiten („Da hilft kein Höhenflug in metaphysische Gefilde, nach dem Alter kommt das Sterben“; „Man stutzt, empört sich“, „ein wunderbarer Essay“) hinausginge. Was soll man in einer Jean Améry-Biografie zu Sätzen, wie z.B. folgenden, sagen: „Die deutsche Linke hätte ihn neben Adorno auf den Händen getragen“, „Nie hat Autobiographie so roh über seinen (sic!) Autor Auskunft gegeben“, „ Ernst Fischer ... bringt seine >Ergriffenheit< zu Papier“? Und wenn von Amérys „nicht mehr zu bändigender Lebensmüdigkeit“ gehandelt wird, dessen Geburtstage „feierlichst begangen“ werden, wobei der Lektor „mit von der Partie“ ist, wenn ein „12männiges Kamerateam“ vor der Brüsseler Wohnung wartet, in der sein „Privatarchiv... haust“, vorausgesetzt „Améry ist wieder funktionsfähig“? Zuvor schon haben Mutter & Sohn in Wien „ihr Quartier aufgeschlagen“, der „Teenager“ wurde zum o­nkel nach Berlin geschickt, wo „ihm kein Bleiben war“ und von wo er „wenig später nach Wien zurück eilt“. Eine besondere Inkunabel unfreiwillig-metaphysischer Komik findet sich in den Anmerkungen: „Ernst Mayer wird zusammen mit seiner Lebensgefährtin Erni 1980 einen Doppelselbstmord begehen. Er stirbt, sie überlebt“.

    Aber den Gipfelpunkt ihrer verballhornenden Sprachanstrengungen erreicht die Biographin erst mit den letzten Sätzen ihrer Biografie: „1938 wird er wie eine Ausgeburt des Teufels aus dem Land gejagt. 1978 wird der >Götterliebling< in einem Ehrengrab in Wien bestattet.“ (Kursivierungen von mir).

    Nein, eine solche schlecht geschriebene und schlampig redigierte, faktisch zweifelhaft interpretierende, notwendige und erreichbare Zeugnisse ignorierende, mangelhaft recherchierte und geistig dürftige Kraut & Rüben-Biographie hat Jean Améry nicht verdient. Man wird sich Amérys intellektuelle und literarische Physiognomie aus den Nachworten der Werkausgabe erschließen müssen.

    Faktisch neu und bedenkenswert (wenn auch anscheinend noch gar nicht substantiell von der Biographin ausgeschöpft) ist der umfangreiche Briefwechsel mit dem frühesten Jugendfreund Ernst Mayer (über den als Person, sein Leben, seine Profession wir aber so gut wie nichts erfahren) und die autobiografischen Aufzeichnungen Maria Amérys, aus denen gelegentlich kryptisch zitiert wird. Philologisch ausgewertet und herangezogen worden scheinen sie aber nicht zu sein. Ebenso wenig erfährt man über die Bibliothek und das „Privatarchiv“ des Autors. Verwunderlich ist schließlich, daß die Biographin zwar findet, Amérys „ tatsächlich großes Buch Die Geburt der Gegenwart (1961) (....) verdient, neu entdeckt zu werden“, sie es aber nicht in die von ihr verantwortete Werkausgabe aufgenommen hat.

    Bedauerliche Fehlanzeigen

    Ein ebensolches editorisches Versäumnis im Blick auf die gleichwohl zügig fortschreitende Werkausgabe ist die unterlassene Aufnahme eines 1946 noch unter dem Namen Hanns Mayer in den „Deutschen Blättern“ erschienenen Essays über Hans Henny Jahnns „Perrudja“. Der Herausgeber des Bandes („Aufsätze zur Literatur und zum Film“ Band 5), Hans Höller, spricht im Nachwort fast schwärmerisch von einem „schönen Essay“, dem „bereits die Wirkung Sartres anzumerken ist“ und „dessen Literaturverständnis ein neues Bewusstsein von Freiheit erfüllt“. Ist es schon bemerkenswert genug, daß Améry den 1929 in wenigen Exemplaren erschienen „Perrudja“ kannte und in einer seiner ersten (!) Nachkriegspublikation in Deutschland (!) für Autor und Werk einen deutschen Verlag 1946 (!) interessieren wollte – der „Perrudja“ erschien erst wieder 1958 ! –, so scheint der Rahmen, in den er den monumentalen expressionistisch-avantgardistischen Roman stellt („Deutscher Existentialismus vor zwanzig Jahren“) ebenso originell wie selbstreferentiell. In Jahnns „Perrudja“, der ja in Hamsuns Norwegen weitgehend spielt, ist einerseits der vor- & antizivilisatorische Irrationalismus virulent, den der frühe österreichische Hanns Mayer anerkannte, andererseits blickt der nachmalige „Sartrien“ Jean Améry mit den eben vom französischen Meisterdenker geöffneten Augen und geschärftem Blick zurück auf die frühere Lektüre. Diese Arbeit, die also in vielfacher Hinsicht außerordentlich, erstaunlich und symptomatisch für Améry (wie für die völlig verschüttete Jahnn-Rezeption in Deutschland) ist, hätte unbedingt in die Werkausgabe aufgenommen werden müssen. Umso mehr, als in ihr, wie Höller schreibt, „ein Vorgriff auf den späten Améry“ vorliegt, der Bücher „als eigene Wesen“ und „als Begleiter auf der Lebenswanderschaft“ betrachtete – wie das ja für die u.a. in Band 5 aufgenommene Reihe „Bücher aus der Jugend unseres Jahrhunderts“ gilt, in der er auch längst abgetanen, zurecht vergessenen Büchern & Autoren ein Eingedenken bewahrt.

    Der Kinogeher gegen die Cinéasten

    Genauso fragwürdig ist die schmale Auswahl der Améryschen Arbeiten zum Film. Zumindest sowohl die Kritik der sex-sadistischen Filme Robbe-Grillets („Auf den Sade gekommen“), als auch seine Hommage für Costa-Gavras Tortur-Film „Das Geständnis“ („Wann darf Kunst auf `Kunst´ verzichten?“) hätte aufgenommen werden müssen, weil der Autor in beiden Fällen aus dem innersten Zentrum seiner existentiellsten Erfahrung spricht. Und zwar im ersten Fall, in dem er die „physische Zerstörung des Menschen“ als „kalte Genussfreudigkeit an filmisch oder literarisch mitgeteilten imaginären Greueln“, also sadistischen Ästhetizismus Robbe-Grillets verurteilte und im zweiten Fall den „sozialen Realismus“, die „nackte Faktizität“ der Tortur in der Darstellung der physischen Erniedrigung Artur Londons durch die tschechoslowakische Geheimpolizei in Costa Gavras Film gegen jegliche „künstlerische“ Überhöhung verteidigte. Dem Godardschen Diktum, es genüge nicht „politische Filme“ zu machen, man müsse „Filme politisch machen“, indem sie ästhetisch auf der Höhe der filmästhetischen Möglichkeiten seien, entgegnet der politisch-pragmatische Améry: „Gerade im politischen Film, der ein tatsächlich stattgehabtes Schreckensgeschehen vermitteln will, ist Verzicht auf die Kunst der Kunst höchste und sauberste Form (...) im Dienst der Sache“.

    Hier spricht der, der die Realerfahrung der Folter gemacht hat und der wünscht, zumindest in der Fiktion des Films möge sie ikonographisch auf die Realitätserfahrung der Zuschauer ästhetisch unvermittelt treffen, damit diese das singuläre, klandestine Leiden aristotelisch nachzuempfinden vermöchten. „Kunst“ wäre da „der Sache“ hinderlich.
    Vor diesem Hintergrund ist Amérys großer Essay über Jean Luc Godard zu verstehen, dem er „Das Missverständnis der künstlerischen Freiheit“ vorhält, die er bei Godard „beliebig“ zu werden sieht, weil sie sich an keinem Zwang mehr reibt. Zwar anerkennt er die große künstlerische Imaginationsfähigkeit des Frankoschweizers in Paris. Aber er vermißt Dringlichkeit und soziales Engagement im Oeuvre Godards, das er, freilich faktisch falsch, für kommerziell erfolgreich hält (was Godard nie war, im Gegensatz zu Louis Malle) und sieht bei dem Regisseur von „A bout de souffle“ bis „Week end“ einen ästhetischen Romantizismus am Werk, der „durch Kaskaden von Verfremdungseffekten jedes Thema neutralisiere“. Erstaunlich, daß er Allusionstechniken und Selbstreflexionen, die er in seiner Prosa & Rhetorik virtuos (& auch spielerisch!) verwendet, bei Godard nicht bemerkt oder verschmäht. Unverständlich ist jedoch für mich, wie er den Kitschier Jean Lelouch ebenso ästhetisch in die Nähe Godards bringt, wie den ästhetisch seichten Erotiker Robbe-Grillet. Beide haben nie zur Nouvelle Vague gehört, sind einzig Zeitgenossen. Erstaunlich ist aber, daß Améry weder Chabrol noch Truffaut (oder J. P. Melville) näherer Betrachtungen wert schienen und er Resnais nur für „Marienbad“(Drehbuch: Robbe-Grillet) & „Providence“ wahrnimmt. Was hat er von „Hiroshima, mon amour“ oder „Muriel“ gedacht? Das hätte man genauso gerne gewusst, wie seine Einschätzung des frühen Semprun, wobei man (bisher) noch nicht einmal weiß, ob er ihn (wie auch Robert Antelme, einen weiteren KZ-Leidensgenossen) überhaupt wahrgenommen hat. Erstaunlich, nebenbei, daß er sich nie zu Camus geäußert hat, weder zu dessen „Mythos des Sisyphos“, noch zur „Pest“ oder dem Konflikt mit Sartre. Standen, womöglich gelesen, denn wenigstens dessen Werk in seiner Bibliothek? (Eine weitere Frage an seine Biographin).

    Aber Jean Améry wollte „nur“ ein passionierter „Kinogeher“ (Walker Percy) und kein „Cinéast“ sein, der vom sozialen Realismus des französischen Films in der Zwischenkriegszeit tief geprägt war, den er von der Nouvelle Vague zu Unrecht geschmäht sah. Er hatte sogar seine konservativen Ressentiments gegen das allzu theoretische Reflektieren über Film und Kino, besonders wenn es, wie damals, sich sehr verblasen und metaphysisch in der französischen Publizistik der „Cahiers du Cinema“ äußerte, die er aber zumindest wahrnahm.

    Auf verlorenem philosophischen Posten

    In der Verteidigung von Costa Gavras´ „traditionalistischem“ filmischem Realismus in Ansehung der Tortur, der ein Mensch unterworfen wird, tritt das Grundmotiv aller philosophischen oder literarischen Reflexion Jean Amérys hervor: die rigorose Verteidigung der individuellen Existenz, ihrer geistigen Freiheit, ihrer körperlichen Hinfälligkeit und der Solidarität mit den Leidenden. Wie er in Godard einen allzu leichtsinnigen, leichtgewichtigen Konformismus mit dem Ästhetizismus der laufenden philosophischen Entwicklung in Frankreich „witterte“ (und dabei das Seismographische von Godards Oeuvre zwar erkannte, aber unterbewertete, weil er sein Augenmerk auf das Verschwinden des Schauspieler-Menschen im filmästhetischen Kontext richtete), so bemerkte er erst recht – und das ist eines der zentralen Kapitel in seinen „Aufsätzen zur Philosophie“ (Band 6) – in Michel Foucault (aber auch bei Lévi-Strauss und Roland Barthes u.a.) die geistige Liquidation des selbstbewussten und bestimmten Individuums. Er sah es aber ebenso bedroht von einem dialektischen Denken (Adorno), dem er unterstellte, es neige dazu, aus unerfahrener existentieller Not und Verzweiflung, in „dialektischer“ Dunkelmännerei alle Katzen für grau (wie Mäuse) zu erklären, also Opfer und Täter ununterscheidbar einander anzunähern – was eine fundamentale Missdeutung der Frankfurter Schule ist. Mit deren Hegelianismus (und Anti-Existentialismus) konnte ein Schüler des Wiener Positivismus (der selbstverständlich politisch links, sozialistisch, antimetaphysisch und rationalistisch war) ebenso wenig anfangen wie der am Sartresche Humanismus der Nachkriegszeit geschulte soziale Militante der klassischen Aufklärung.

    In den „Aufsätzen zur Philosophie“ wird einem (Nach-)Leser Amérys (und auch einem Zeitgenossen seiner geistigen Präsenz), erst recht deutlich, wie unverblümt direkt, wie zupackend, wie geistesgegenwärtig hier ein sozialer Intellektueller (des ausgehenden 20.Jahrhunderts) das entscheidende Denken seiner Zeit sich angeeignet, durchdenkt & -mustert und wie er es im Sinne einer „Aufklärung als Philosophia perennis“ kritisiert oder auch bewundert und verteidigt hat – wenn er auch am Ende, als er sich, kurz vor seinem Tod, zu „Lessingschem Geist“ bekannte, wohl sehr einsam und auf verlorenem Posten sich gefühlt haben mag, als er mit den Worten des geliebten Thomas Mann über Lessing seine eigene, letzte Dankrede 1978 zum Hamburger Lessing-Preis schloss (als wär`s ein Nachruf zu eigenen Lebzeiten auf sich): „Daß er gütig war, das ist es, was sein Volk und die Völker ihm am höchsten anrechnen sollten (...) Er war ein so gläubiger, liebevoller und hoffender Geist als nur je einer gelebt und sich um das Menschliche bemüht hat“.

    Wolfram Schütte


    Irene Heidelberger-Leonard: Jean Améry. Revolte in der Resignation. Biographie. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004. 408 Seiten, Abb. 24 ¤

    Jean Améry: Aufsätze zur Literatur und zum Film. Band 5. Hg Hans Höller. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2003, 640 Seiten Einzelpreis 34 ¤, bei Subskription 29 ¤

    Jean Améry: Aufsätze zur Philosophie. Band 6. Hg Gerhard Scheit. Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2004. 650 Seiten, Einzelpreis 34 ¤, bei Subskription 29 ¤

    TITEL ist umgezogen!

    Liebe Leserinnen, liebe Leser!


    Das neue TITEL kulturmagazin ist ...

    Die böse Schlange
    und das weiße Kaninchen

    In diesem Land stimmt etwas nicht. Der Feminismus nämlich. Schwach steht er da, der Wind pfeift durch die Löcher seines theoretischen Unterbaus. Ähnlich steht es mit den Frauen. ...

    Petraeus und sein Stab

    Die menschliche Existenz ist voll von Paradoxa. Krieg etwa gehört zu den schlimmsten Dingen, die Menschen einander antun können; die Ausführenden des Kriegs allerdings, das ...

    Der Spielplatz macht zu

    Nach drei Ausgaben wird das Games-iPad-Magazin Spielplatz wieder eingestellt. Was dahinter steckt, wollte RUDOLF INDERST im Gespräch mit den beiden Machern Henning Ohlsen und Mark ...

    Wer will fleißige Handwerker sehn

    Der Künstler und ehemalige Hartz IV-Empfänger Van Bo Le-Mentzel hat zusammen mit seiner Crowd ein DIY-Forum geschaffen und mittels Schwarmfinanzierung auch gleich ein Buch drucken lassen. ...

    Seitenhiebe

    Auf ihrem nächtlichen Heimweg werden Anne und René Winkler (Natascha Paulick, Stefan Kurt) von drei jungen Männern attackiert und brutal zusammengeschlagen. Die Polizisten Phillip ...

    Zwischen Karikatur und Avantgarde

    Lyonel Feininger ist eine Ikone der Klassischen Avantgarde. Er hat einen festen Platz im Lieblingsmaler-Pantheon. Doch auch solch ein Weltrangmeister ist nicht vom Himmel gefallen. Die Ausstellung ...

    Die Geschichte geht weiter

    Wieder ein Weltbestseller – Carlos Ruiz Zafóns Roman Der Gefangene des Himmels. Von PETER MOHR

    Psychothriller mit doppeltem Deutungsboden

    Alles beginnt ganz harmlos. Mit einem Schulaufsatz, in dem der französische Oberstufenschüler Claude (Ernst Umhauer) von einem Besuch im Haus seines Klassenkameraden Rapha berichtet. ...

    NJ Institut for sundhed og senior services køb cialis online sundhedspleje forsikringsudgifter